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DEICHBRAND FESTIVAL 2013

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Ort: Cuxhaven - Seeflughafen

Datum: 19.07.2013 - 21.07.2013

Freitag

Es war wieder einmal so weit. Endlich Feierabend, raus aus der Arbeit, rein in das Auto, was bis obenhin bepackt mit Dosenbier, Schlafsack und und und… war. Los ging die wilde Fahrt Richtung Norden – bei 35.000 erwarteten Besuchern hatten wir schon leise Bedenken, was die Anreise anging. Aber was war: Nichts! Rein gar nichts, durchfahren, Bändchen abholen, glücklich sein und pünktlich bei den BROILERS vor der Bühne stehen, besser ging es nun wirklich nicht. Nun gut, tropische Temperaturen bei uns daheim ließen uns verleiten, kurze Sachen anzuziehen und wie sagt man so schön, das Wetter an der Küste ist unberechenbar – es wehte ein kleine steife Brise und wir hatten Igelnasen, was aber der Feierlaune keinen Abbruch tat. Denn wie bereits erwähnt, pünktlich bei den BROILERS vor der Bühne.

Man kann die Düsseldorfer einfach nur lieben. Bereits vor ihrem Gang auf die Bühne waren die ganze Zeit “Broilers, Broilers“-Sprechgesänge auf dem Festivalgelände zu hören. Mit ihrer guten Musik und guten Laune steckten sie direkt das Publikum an und es anstand eine riesige Staubwolke durch die ganzen Moshpits und tanzenden Fans. Unbeschreibbar – eine Show mit Gänsehauteffekt.

Danach ging es direkt mit Freunden der BROILERS weiter. Mit dem Intro von “Fuchsteufelswild” erklangen die Worte “Wach auf!” und JENNIFER ROSTOCK stürmten gut gelaunt die Bühne. Ein breites glückliches Grinsen machte sich in Jennifer Gesicht breit und die Menge (hauptsächlich weibliche Fans) grölte förmlich jeden Song mit. Jennifer streichelte sich über ihr kleines Bäuchlein – Nein keine Panik – sie ist nicht schwanger, nur war die Band in Amerika und hat dort scheinbar den einen oder anderen Burger zu viel verdrückt.

Da ist er, der Headliner des Publikums und nicht der nach der Running Order – “Du lachst – du weinst” – CASPER. Beim Deutsch Rapper aus Ostwestfalen flippt die Menge total aus und ich tue es ihr gleich. CASPER ist sonst eigentlich nicht so meine Musik, aber an diesem Abend hat er mich überzeugt. Was wahrscheinlich auch an dem Publikum lag.

Mit Sirenen werden ANTI-FLAG, die amerikanische Punk- und Hardcore-Band, auf dem Deichbrand Festival eingeführt. Mit ihren gesellschaftskritischen Texten treffen sie viele der Besucher ins Herz, die sich mit der Band zusammen über die Welt aufregen können.

IN FLAMES hingegen liefern eine eher unspektakuläre Show ab. Wo ist sie hin, die wilde Pyroshow von einst? Sänger Anders Fridén fragt sich während der Show, warum kaum Crowdsurfer unterwegs wären und ruft dann direkt dazu auf. Was wiederum die daraufhin folgenden Crowdsurfer erfreut. Für mich ging es am späten Abend noch zur VIP Party – das war der Tag, an dem mein Handy abgesoffen ist…

Samstag

Hitzewallungen, kein Sauerstoff, Zahnbelag… Guten Morgen Deichbrand mit gefühlten 40 Grad im Auto. Es ist Samstag 10 Uhr, bereits jetzt knallt die Sonne und alle Autos haben so eine neue braune matte Lackierung… Ach ne war nur Staub. Bis zur ersten Band heißt es Sagrotan-Dusche und mit Sonnencreme LSF 30 im Gesicht den Vormittag genießen.

Der heutige Tag ist von ziemlich vielen deutschen Bands geprägt. Los geht es mit LE FLY aus Hamburg, die die Leute schon etwas in Feierlaune bringen. Aber Feierlaune… Ich will durchdrehen und das kann man endlich mit der Hardcore Band ADEPT. Die einen mit 45 Minuten Post-Hardcore versorgt. Dann wird es zum Glück nicht langweilig und weiter geht es im Pit mit YOUR DEMISE. Bei dem Wetter grenzt das ganze schon an Hochleistungssport. Damit das Publikum aber bei diesen heißen Temperaturen nicht abklappt, sorgen die Jungs von OKS für reichlich Wasser und Abkühlung. Auch ich bin das ein oder andere Mal unter dem Wasserschlauch vorbei gehuscht.

“Wir sind ne Band, namens die Orsons! Das Chaos – Die Ordnung! ” schreit aus den meist weiblichen Mündern des Publikums. Denn DIE ORSONS sind mit ihrer Show dran. Die kleinen Hip Hop Mädels verursachen bei dem ein oder anderen Ohrenschmerzen im Graben. Der Trend geht nach CASPER deutlich zur deutschen Musik.

Danach gibt es was für die ältere Generation. BUSH stehen auf der Bühne. Sänger Gavin Rossdale wirkt leicht verwirrt, ob es an der zu stark scheinenden Sonne liegt? Jedenfalls kippt er mitsamt dem Verstärker neben dem Schlagzeug um bei dem Versuch, sich dagegen zulehnen und bleibt für ca. gefühlte 20 Sekunden daneben liegen. Als ob nichts wäre, steht er auf, lässt sich eine neue schwarze Stratocaster geben und spielt weiter.

Frauen, die gerne Haut zeigen, sollte es auch am Samstag geben. FRIDA GOLD – Shake Your Ass war scheinbar das Bühnenmotto, was wohl die männlichen Fans sehr erfreute. Aber he jetzt kommt KRAFTKLUB mit K!!! Bereits vor 3 Jahren spielten KRAFTKLUB beim Deichbrand. Doch im Gegensatz zu damals, heißt es diesmal Fire Stage mit einem vollem Infield. Die Jungs aus Chemnitz rocken mit ihren deutschen Texten die Hütte und ermöglichen sogar einem jungen Mann den Heiratsantrag.

Danach folgte erst mal große Ernüchterung – Frittenbude – MUSIKALISCH – Lichttechnik – Großenttäuschung. Also Bitte Bitte ganz schnell die SPORTFREUNDE STILLER. Yipiiiii endlich die Sportis mit einer mega fetten Leinwand und ich kann nur sagen Ultra stark!!! Auf der Leinwand steht groß “Hallo Deichbrand” “Seid’s ihr gut drauf?”, begrüßt Sänger und Gitarrist Peter Brugger die Fans und das Publikum schreit yeeaaaaaah. Songs wie „Applaus, Applaus“ oder „Es muss was Wunderbares sein…“ sowie „54, 74, 90, 2010“ durften nicht fehlen. Noch eine kurze Ansage von Peter, dass doch am morgigen Sonntag beim Bayern Song von den TOTEN HOSEN Bitte gebuht werden solle – da doch die Bayern so nett sind. Als Abschluss für den Samstag standen dann noch die Jungs von den EMIL BULLS auf der Bühne und Peter von Sportis direkt mit. Das war ein moshwürdiger Abschluss.

Sonntag

Dasselbe Hitzespiel wie bereits am Samstag, nur dass diesmal auch der Asia-Stand auf der Essensmeile brennt. Was leider zur Folge hat, dass keine Besucher vorerst mehr auf das Gelände dürfen und ANCHORS AND HEARTS eher vor einem verhältnismäßig kleinen Publikum spielen. Jedenfalls bis zum 4. Song, dann werden die Tore geöffnet und die Fans stürmen zur Bühne. Was dann auch die Band freut…

TONBANDGERÄT? Es tut mir leid, aber diese Band auf dem Deichbrand? Hätte man da nicht was anderes finden können. Gut, Musik ist Geschmacksache, aber das war für mich noch vor der FRITTENBUDE der schlechteste Act des Wochenendes.

ITCHY POOPZKID feiern hingegen eine riesige Party mit ihren Fans. Eine Band, die selbst zur Mittagszeit bei praller Sonne das Publikum begeistern kann und wo die Jungs von OKS die Leute mit Wasser versorgen müssen. Hier geht heute keiner trocken vom Platz, sei es vom Wasser oder nass geschwitzt. Bei der Post-Hardcore-Combo WE ARE THE OCEAN geht es dagegen regelrecht gediegen auf der Firestage weiter, bevor es bei COMEBACK KID für die Freunde härterer Klänge wieder heiß und nass wird. Sänger Andrew Neufeld ist der Abstand zum Publikum viel zu groß und er kündigt an, dass er diesen möglichst oft verringern wird. Da kann es schon mal passieren, dass man im Graben fast mit ihm zusammen stößt.

Das Outfit von GROSSTADTGEFLÜSTER ist genauso ausgeflippt wie die Band selbst. Da handeln die Texte schon einmal von Ufos überm Fernsehturm. Die abgedrehte Jen heizt dem Publikum ein und ja auch ich wippe ab und zu mit dem Fuß, ob es an der Musik, an der Sonne oder sogar am Bier liegt… ich weiß es nicht.

Blumentopf nahmen extra die 12 Stunden aus Bayern auf sich um beim Deichbrand dabei zu sein, wurden aber trotzdem für ihre Aussage das sie aus München kommen ausgebuht. Die Menge groovte im Nachhinein aber trotzdem mit der Band. Der Headliner rückt immer näher, was man bemerkt, obwohl noch 2 Bands spielen – doch es immer und immer voller auf dem Gelände wird. Man sieht nur noch T-Shirts von DTH.

Aber vorher noch Geschichte-schreiben mit MADSEN. Mit dem diesem Song eröffneten die Wendländer ihre Show, die Menge singt direkt mit und die gute Laune scheint sich auf die Band zu übertragen. Auch im Laufe der Show werden die Jungs immer rockiger – leider haben sie diesmal auf den „puff knall Effekt“ verzichtet.

Danach geht es zur Waterstage, doch was ist da los? OKS-Sprechchöre??? Die Security hat im Laufe des Festivals ihrer eigene Fanbase aufgebaut – was bei den Jungs auch kein Wunder ist. Ich liebe sie und sie lieben uns. Aber he, ab auf die Bühne mit ROYAL REPUBLIC. Der Sänger der schwedischen Band ist schon eine kleine Rampensau und weiß sich gut in Szene zu setzen. Mit Gesichtsakrobatik vom feinsten rocken sie das Deichbrand in Grund und Boden.

Spannung, Aufregung, erste Welle ist bereits voll. Mit einem gesonderten Fotopass geht es in den Graben. Ich bin so aufgeregt wie ein kleines Kind. Bandliebe seit dem ersten Tag, an dem ich meinen Kassettenrekorder hatte. Nicht nur der Höhepunkt des Festivals für mich, sondern für viele andere auch. Man hatte das Gefühl, das das Gros der Leute nur für DIE TOTEN HOSEN da war. Es war ein Hochgenuss, alte und viele neue Lieder der Band zu hören. Campino nahm das ganze direkt auch für die Weihnachts-DVD auf. Beim „Should I stay or should I go“ von THE CLASH wurde spontan Armin von den Beatsteaks auf die Bühne geholt. Die Beiden sangen dann den Song zusammen. Zum Schluss gab es noch einen Rot/ Weißen Lametta Regen.

Das Deichbrand legte direkt noch einen drauf und haute ein Feuerwerk plus Flammenwerfer hinterher. Das war also das Deichbrand 2013 – Aus – Vorbei – zu Ende – Schade. Das Publikum pilgerte zu den Autos und jeder wollte der Erste sein. Ich für meinen Teil stand noch 2 1/2 im Abreisestau, was sehr ärgerlich war, denn ich war erst um 4 Uhr zu Hause und um 7 ging schon wieder der Wecker. Fazit des Festivals: Staubig, Heiß, Trocken, SCHÖN :) gerne wieder 2014 dabei.

Copyright Fotos: Jessika Wollstein

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