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DEINE LAKAIEN – VIC ANSELMO

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Ort: Bielefeld – Ringlokschuppen

Datum: 11.02.2011

Seit mehr als 25 Jahren verzaubern DEINE LAKAIEN ihre Anhänger mit einem faszinierenden Mix aus Dark Wave, Pathos und Electronica, zusammengehalten natürlich von Alexander Veljanovs aussergewöhnlicher Stimme sowie Ernst Horns Instrumentalkünsten. So bestand kein Zweifel, dass auch der Terrorverlag die Herren nach längerer Abstinenz mal wieder in Bielefeld begrüßen würde. An diesem nasskalten Abend im Februar pilgerte so mancher Old School Gothic in den Ringlokschuppen, dessen kleinerer Saal dann auch dementsprechend voll wirkte. Doch bevor der 2te Teil der „Indicator“-Gastspielreise seinen Lauf nahm, stand noch ein interessanter Support auf dem Programm – mit Namen VIC ANSELMO. Hier handelt es sich mitnichten um die Tochter des ehemaligen PANTERA-Shouters (wenngleich das sicher auch seinen Reiz hätte), sondern um eine lettische Künstlerin, die sich ganz alleine mit ihrem Keyboard auf die Bühne traute. Wirklich mutig, ganz ohne doppelten Boden aufzutreten, dafür schon mal Respekt von meiner Seite, wenngleich die musikalische Darbietung dementsprechend etwas limitiert war. Nur stilistisch wohlgemerkt, denn die etwas schüchtern wirkende junge Dame im „Corpse Bride“-Outfit konnte sowohl stimmlich als auch an ihrem Piano-Ersatz überzeugen. Wobei ein intimerer Rahmen für derart Sound möglicherweise besser geeignet wäre – in den hinteren Reihen wurde doch ordentlich geschwätzt -, andererseits gab es von vielen Anwesenden auch sehr positive Reaktionen. Die recht kurze Setlist wurde u.a. genutzt für Titel des 2008er Debüts „Trapped in a dream“ als auch für eine interessantes ANTIMATTER-Cover („Leaving Eden“) und ein lettisches Volkslied namens „Tumsa Nakte“, das mit Inbrunst vorgetragen wurde. Interessant umgesetzt und mal etwas anderes, aber nicht ganz meine Baustelle.

Setlist VIC ANSELMO
Who?
Underwater
The Day
Dark Blues
Wellspring
Leaving Eden (ANTIMATTER Cover)
Tumsa Nakte

Allzu viel musste nun nicht umgebaut werden, so konnte es relativ rasch mit der Hauptattraktion des Abends weitergehen. DEINE LAKAIEN traten heuer in 5er-Stärke auf. Neben den beiden Band-Begründern waren noch Robert Wilcocks an der Gitarre, Tobias „B.Deutung“ Unterberg (Violoncello – THE INCHTABOKATABLES) und die ausgesprochen nett anzusehende Yvonne Fechner an der Geige mit dabei, die laut Google auch bei der ostdeutschen Formation LIFT mit am Start ist. Eine recht bodenständige Besetzung also, die auch ebenso funktionierte, was keineswegs negativ gemeint ist. Während Ernst Horn die meiste Zeit dem Publikum abgewandt seine Geräte bediente, lag das Hauptaugenmerk natürlich auf dem Mazedonisch-stämmigen Sänger, der einen guten Tag erwischt hatte. Soll heißen neben der immer perfekten Stimme hatte er auch ein paar „nette“ Sprüche im Gepäck. So erinnerte er an einen lange zurückliegenden Auftritt im Ringlok-Vorgänger PC69, dem erstaunlich viele der aktuell Anwesenden auch beigewohnt hatten und erklärte daraufhin, dass es sich 2011 hoffentlich nicht um eine „Nostalgie-Show“ handeln würde. Dass dem wirklich nicht so war, zeigten die gut integrierten Songs des Namensgebers der Tour, welche 2010 auf die Menschheit losgelassen wurden. Doch natürlich wurden ältere Klassiker noch etwas mehr abgefeiert, wobei sich das „Abfeiern“ bei DEINE LAKAIEN-Konzerten eher als elegisches Schwärmen versteht oder als Bewunderung der technischen Perfektion. Der Sound war nahezu perfekt, kristall-klar und wohltemperiert, dabei wurde „Historisches“ wie die 94er Single „Mindmachine“ as erste Zugabe in Punkto Arrangement den neuen Klanggegebenheiten angepasst. Besonderen Anklang fanden das eingängige „Over and done“, das verträumte „Forest“ und natürlich das wunderschöne „Reincarnation“ gege Ende, bei dem die dunklen Leiber sich in Ekstase tanzten. „There are no gods in heaven – There are no gods on earth“, das sollten sich mal einige religiöse Eiferer auf die Fahnen schreiben, dann wäre die Welt ein besserer Platz. Aber ich schweife ab. Rundherum also ein sehr angenehmer Abend mit einer immer noch einzigartigen Formation, die vielleicht keinen Preis in Zuschauernähe gewinnen würde, aber mit ihrer Kompositions- und Spielkunst den allermeisten heutigen Szenekapellen binnen Sekunden das Wasser abgräbt. Passend hierzu die Ankunft der aktuellen Mode-Grufties mit Leuchtstäben im Gehirn, die draussen bereits auf das folgende Electro-Ufftata warteten…

Setlist DEINE LAKAIEN
On Your Stage Again
Over And Done
Fighting The Green
Into My Arms
Who’ll Save Your World
Where You Are
Europe
Immigrant
Forest
Six O’Clock
One Night
Gone
Blue Heart
Return

Mindmachine
Overpaid

Through The Hall
Colour-ize
Reincarnation

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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