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DEPECHE MODE – GOLDFRAPP (Bericht 2)

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Ort: Berlin - Waldbühne

Datum: 12.07.2006 - 13.07.2006

Berlin, Waldbühne und DEPECHE MODE – das ist eine ganz besondere, magische Kombination. Seit Monaten freute ich mich auf meine beiden letzten Konzerte dieser Tour. Auch wenn es hart ist, dass jetzt erst mal wieder alles vorbei ist, diese Konzerte waren der krönende Abschluss einer wundervollen Tour für mich.

Mittwoch, 12. Juli. Es ist heiß. Sehr heiß! Die Sonne brennt vom Himmel, kaum ein Lüftchen geht und schon bevor wir die Waldbühne kurz vor fünf erreichen, ist der erste Tetrapack unserer Flüssignahrung aufgebraucht. Kaum angekommen, stehen wir am Ende einer recht langen Schlange. Der Einlass läuft professionell und zügig ab und etwa 30 Minuten später haben wir es uns ganz unten am Innenraum auf den ersten beiden Reihen links der Bühne gemütlich gemacht. Die Ränge füllen sich schnell und im Gespräch mit vielen Bekannten, von denen man die meisten schon lange nicht mehr gesehen hat, vergeht die Zeit bis um sieben wie im Flug. Pünktlich, in rosa Shirts, betreten GOLDFRAPP die Bühne. Nur Alison ist die Ausnahme und ganz in schwarz gekleidet. Mit Songs wie „Train“, „Number one“, „Fly me away“ oder „Oh lalala“ wird schon mal eingeheizt. Leider ist Alison stimmlich noch etwas angeschlagen und muss nach nur gut 20 Minuten die Bühne schon wieder verlassen – belohnt von recht ansehnlichem Applaus. Die Zeit, bis endlich der Hauptakteur des Abends die Bühne betritt, wird durch Martin Gores DJ Set verkürzt. Zehn Minuten nach acht ertönen dann endlich die ersten Klänge des Intros und tausendfaches Kreischen begrüßt die Band. Mit dem bereits bekannten Set geht es los und bereits bei „A Question of Time“ sind die Arme bis in die letzten Ränge in der Luft. Eine Staubwolke aus dem Innenraum zeigt uns, dass dort kein Fuß auf der Erde bleibt. Nach „Stripped“ aus dem Jahre 1986 werden ruhigere Töne angeschlagen und das Mikro geht an Martin, der „Home“ anstimmt. Das Rätsel raten geht nach dem Ende des Songs los – jeder ist gespannt, was Martin heute singen wird. Die ersten Akkorde erklingen, viele sind noch unsicher, aber an manchen Stellen ertönt schon lautes Jubeln aus dem Publikum und wird vielfach zurückgeworfen als alle endlich „Judas“ erkennen. Der Song war unglaublich intensiv und hier und da sieht man Taschentücher, die gezückt werden. Recht ruhig geht es dann mit „In your Room“ weiter, bevor dann wieder zu den schnelleren Songs abgerockt werden kann. „Behind the Wheel“ bringt die Leute wieder kollektiv in Wallung und zum Hüpfen. Zum Ende des Sets dürfen dann auch die Klassiker „Personal Jesus“ und „Enjoy the Silence“ nicht fehlen. Der Anblick, wenn mehr als 20.000 Leute Dave die Hände entgegen strecken, ist überwältigend. „Reach out and touch Dave“. Nach einer kurzen Pause darf Martin wieder ran mit seiner unglaublichen Akustik-Version von „Shake the Disease“. Teilweise gehasst, teilweise geliebt geht es mit „Just can´t get enough“ weiter bevor der Abend mit „Never let me down again“ der Abend zu Ende geht. Tausende Arme schwingen im Takt hin und her und nicht nur die Band muss von diesem Anblick überwältigt sein.

Donnerstag, 13. Juli. Es ist heiß. Sehr heiß! Irgendwie noch heißer und vor allen Dingen schwüler als am Tag vorher. Selbst ohne sich zu bewegen tropft der Schweiß. Wir sind wieder etwa zur gleichen Zeit wie am Vortag an der Waldbühne und auch unser Platz am Innenraum ist fast der gleiche. Perfekt, um unser letztes Konzert richtig genießen zu können. Langsam kommen Wolken auf und wir hoffen alle inständig auf eine leichte Abkühlung in Form eines Schauers. Auch heute eröffnen GOLDFRAPP den Abend und Alisons Stimme scheint sich wieder etwas erholt zu haben und so bekommen wir einen Song mehr als am Vorabend. Etwas wehmütig warte ich auf den Beginn meines letzten Konzertes. Pünktlich mit dem ersten Song beginnt es leicht zu regnen,und freudig strecken sich viele Hände dem kühlen Nass entgegen. Es passt perfekt und irgendwie warte ich nur darauf, dass die Band „But not tonight“ mit den Zeilen „Oh god it’s raining…“ anstimmt. Bei „Precious“ lässt der Regen dann wieder nach und gegenüber der Bühne entsteht ein Regenbogen. Geht es noch perfekter? Heute empfinde ich „Stripped“ vom Album „Black Celebration“ (was für mich eine besondere Bedeutung hat) besonders intensiv und ich habe einen fetten Kloß im Hals. Martin singt heute „It doesn´t matter two“ in einer countryartigen Version begleitet von Peter Gordeno an der Gitarre. Später wird „The Sinner in me“ durch „Nothing’s Impossible“ ersetzt. Teilweise empfinde ich das ganze Konzert heute tiefer und die Reaktionen der Fans kommen mir besonders zum Ende hin noch enthusiastischer vor. Als Martin zur Zugabe dann „Sombody“ anstimmt, fließen wieder Tränen in Strömen und die Waldbühne erstrahlt im Glanz unzähliger Wunderkerzen und Feuerzeuge. Heute geht es dann mit DEM Highlight für viele Fans weiter – „Photographic“ – dem Song, den DEPECHE MODE als Erstes aufgenommen haben. Die Waldbühne verwandelt sich in einen wahren Hexenkessel. Die Energie der Fans lässt auch beim Abschluss zu „Never let me down again“ nicht nach und Band und Publikum erleben ein grandioses Finale. Euphorisch und etwas traurig, dass es das jetzt gewesen ist, verlassen wir die Waldbühne. Wenn es ein perfektes Konzert geben sollte, dies war es bestimmt.

Setlist DEPECHE MODE 12.07.2006
Intro
A Pain That I’m Used To
A Question Of Time
Suffer Well
Precious
Walking In My Shoes
Stripped
Home
Judas
In Your Room
John The Revelator
Sinner In Me
I Feel You
Behind The Wheel
World In My Eyes
Personal Jesus
Enjoy The Silence

Shake The Disease
Just Can’t Get Enough
Never Let Me Down Again

Setlist DEPECHE MODE 13.07.2006
Intro
A Pain That I’m Used To
A Question Of Time
Suffer Well
Precious
Walking In My Shoes
Stripped
Home
It Doesn’t Matter Two
In Your Room
Nothing’s Impossible
John The Revelator
I Feel You
Behind The Wheel
World In My Eyes
Personal Jesus
Enjoy The Silence

Somebody
Photographic
Never Let Me Down Again

Copyright Fotos: Sandro Griesbach

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