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DIMMU BORGIR – AMON AMARTH – ENGEL

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Ort: Köln - E-Werk

Datum: 25.09.2007

DIMMU BORGIR sind dieser Tage mit ihrer neuesten Scheibe „In sorte diaboli“ auf großer Tour. Ganze 4 Jahre ließen sie ihre Fans auf das neue Werk warten und nun kamen sie nach Köln, um die Songs live ihrer beachtlich großen Anhängerschaft vorzustellen. Als ganz starken Support und zusätzlichen Garant für volle Hallen konnte man AMON AMARTH mit ins (Wikinger-?) Boot holen und wollte ursprünglich mit HATESPHERE einen weiteren Exportschlager Skandinaviens präsentieren. Dementsprechend groß war der Andrang vor dem Kölner E-Werk, der komplette Vorplatz war gefüllt und es hatten sich lange Schlangen vor dem Einlass gebildet. Das Publikum war an diesem Abend recht bunt gemischt, wobei bunt in diesem Zusammenhang nicht ganz passt, denn wenn es auch junge Mädels und alte Rocker gab, gröhlende Nachwuchsmetaller, Black-Metaller mit vereinzeltem Face-Painting, schwarz war auf jeden Fall die dominierende Farbe an diesem Abend.

Aus dem Auftritt von HATESPHERE wurde leider nichts, da Sänger Jacob Bredahl die Band kurz vor der Tour verlassen hatte und diese daraufhin ihre Teilnahme absagen mussten. Dafür konnte man mit ENGEL aus Göteborg einen würdigen Ersatz auf die Bühne schicken. Die Melodic-Death-Metaller um Kopf Niclas Engelin, der vielen aus den Anfangstagen von IN FLAMES ein Begriff sein dürfte, werden erst im Herbst ihr Debüt veröffentlichen, hatten aber an diesem Abend schon die Möglichkeit, ihre Songs einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Punkt 20 Uhr ging das Licht aus und ENGEL begannen ihre Show. Auf der recht großen Bühne war ihnen leider nur das vordere Drittel vorenthalten, der Rest war bereits mit den Aufbauten von DIMMU BORGIR zugestellt. Den wenigen Platz kompensierte die Band mit umso größerer Spielfreude. Gerade Sänger Mangan Klavborn machte von Anfang an mächtig Dampf und forderte das Publikum auf mitzugehen. Damit hatte er im Laufe der Show immer mehr Erfolg, auch unterstützt von seinen Kollegen die posend über die Bühne rannten und im Falle des Bassisten die Dreadlocks unermüdlich im Kreise bangten. Dazu kam ein ziemlich fetter und geiler Sound. Beim fünften Song, „Propaganda“ der – mit Ankündigung – etwas schneller ausfiel, waren erste fliegende Haare und hochgerissene Fäuste zu erkennen. Danach wurde rhythmisch mitgeklatscht und nach nur 7 Songs und einem viel zu kurzem Set, welches mit „Seven ends“ beendet wird, verlässt die Band zu einem Outro die Bühne und danach war es erstaunlich ruhig. Zumindest im Vergleich dazu wie die vorherigen Songs beklatscht wurden. Dennoch konnten ENGEL einen guten Eindruck hinterlassen und haben die Aufgabe des Openers bei diesem starken Package souverän gelöst.

Ruckzuck wurde die Bühne in nicht einmal 15 Minuten umgebaut und zu meinem Erstaunen bekamen auch AMON AMARTH nicht mehr Platz. Um deren Live-Qualitäten machte ich mir allerdings überhaupt gar keine Sorgen, zu oft konnte ich mich selbst davon überzeugen können und wurde niemals enttäuscht. Schon bevor auch nur die Bartspitze von Sänger Johan Hegg zu sehen war, waren lautstarke AMON AMARTH Sprechchöre zu hören. Als die Band dann zu einem kurzen Intro auf die Bühne ging brach ein riesiger Jubel los. AMON AMARTH sind einfach schon eine andere Liga und das stellten sie in den folgenden 40 Minuten wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis. Auch ihr Sound war bombastisch, die Lautstärke wurde noch einmal hochgedreht und nun konnte gefeiert werden. Mit dem Doppel „Valhall awaits me“ und „Runes to my memory“ heizte man mächtig ein und legte dann mit „Death in fire“ ein Riesenhit nach, der lauthals mitgegröhlt wurde. Der Band war die Spielfreude förmlich anzusehen, die Gitarristen posten sich dumm und dusselig, ständig rannte jemand hin und her und die imposante Erscheinung des Sängers spricht sowieso für sich. Die Unterschiede, die ich zu einer Headlinershow ausmachen konnte war, neben der kürzeren Spielzeit natürlich, nur, dass dies der erste Gig war, bei dem Sänger Hegg sein Shirt anließ. Auf das große Trinkhorn am Gürtel, das regelmäßig in die Luft gestreckt wurde, konnte er diesmal allerdings nicht verzichten. Als dann bei „Fate of norns“ Mitte des Sets das komplette Publikum ausrastete und von sich aus mitklatschte, konnte sich Hegg ein fettes Grinsen in Richtung seiner Kollegen nicht verkneifen, da wurde dann auch ein hartes Wikingerherz weich. Er dankte in gebrochenen deutsch und erntete dafür noch mehr Applaus. Die Band hatte ihre Fans einfach im Griff, die Interaktion klappte hervorragend und die ganze Show machte einfach nur Spaß. Ein laut gegröhltes „I wanna see all your fucking hands“, der komplette Saal zeigte die Hörner, dann brach der „Victorious march“ los und wurde komplett mitgeklatscht. Zum Abschied kam der Überhit „Pursuit of vikings“ und alle bangen komplett ab, und zwar sowohl auf der Bühne als auch davor, die Grenzen schienen aufgehoben, man überließ den Gesang dann auch einfach dem Publikum, welches textsicher und lauthals weitersingt. Das jedoch schien der Band nicht genug, ein „Fucking louder“ reichte und die Lautstärke konnte unglaublicherweise noch einmal stark erhöht werden. Nach viel, viel zu kurzen 40 Minuten war die Spielzeit der sympathischen Schweden vorbei, da halfen die Zugaberufe und Sprechchöre leider auch nicht weiter. Die gesamte Band dankte dem Publikum und ließ sich völlig zurecht noch einige Minuten feiern während im Hintergrund bereits umgebaut wurde.

Setlist AMON AMARTH
Valhall awaits me
Runes to my memory
Death in fire
Cry of the blackbirds
Fate of norns
Victorious march
Pursuit of Vikings

Die Umbauzeit von ca. 40 Minuten ging für eine Band wie DIMMU BORGIR völlig in Ordnung und relativ fix vonstatten. Schon von Beginn des Konzertes an prangte im Hintergrund der Bühne ein riesiges Backbanner mit dem Artwort der neuen Scheibe. Drei „Feuerfackeln“ waren aufgebaut worden, was aber nicht besonders klasse aussah. DIMMU BORGIR spalten eh das Metal-Lager, die Band wird entweder geliebt oder von Black-Metallern aufgrund ihres außerordentlich großen kommerziellen Erfolges auch gerne mal abgrundtief verhasst. Nur kann man aber doch keine (Black-)Metal Show mit Fackeln abziehen, die vorab bei NanuNana eingekauft wurden und wo die Flamme aus einem Stück bunt angestrahlten Stück Stoff besteht, das nun lustig im Wind flatterte. Sah so billig aus, wie es scheinbar war und ist hoffentlich nur mit irgendwelchen Brandschutzbestimmungen des E-Werks zu rechtfertigen. Zum Intro kamen dann erst mal wieder völlig stilecht 2 „versteckte“ Mönche unter Lederkaputzen, die mit Pentagrammen verziert waren, auf die Bühne gewandelt, die Weihrauch schwenkten. Unter Jubel folgten dann DIMMU BORGIR höchstselbst und legten gleich mit „Progenies of the great apocalypse“ richtig fett los. Der Sound war zu Beginn nicht so optimal, aber nach kurzer Zeit waren alle Instrumente klasse aufeinander abgestimmt. Waren die Keyboards am Anfang schwer herauszuhören, so ließ sich der Tastendreher, der wie auch das Schlagzeug erhöht auf der Bühne stand, kaum ausmachen. Apropos Schlagzeuger: der eigentliche Schlagzeuger DIMMU BORGIRs, Hellhammer, war bei dieser Tour nicht dabei, wurde aber bravourös von Tony Laureano (u.a. NILE) vertreten. Weiter ging’s mit „Vredesbyrd“ und „Sympozium“ und einer Band, die sichtlich Spaß an ihrem Auftritt hatte. Stilecht in Leder und mit überdimensionalen Nieten an den Beinen posten alle Bandmitglieder bei jeder sich bietenden Gelegenheit um die Wette. Hatte ein Gitarrist mal gerade ein paar Sekunden Zeit, wurde sofort eine Grimasse gezogen und die Pommesgabel gezeigt. Passend zum neuen Album prangte mit Nieten auf dem Gitarrengurt ein fettes DIABOLI. Bislang war jedoch bei allen Anspielungen auf „In sorte diaboli“ noch kein Ton des neuen Albums zu hören gewesen und so fragte Shagrat mal vorsichtig nach, ob das Publikum Lust auf neue Songs hätte und schickte dann mit „The serpentine offering“, „The chosen legacy“ und „The sinister awakening“ gleich einen Dreier neuer Lieder ins Rennen, die beim Publikum super ankamen und jeweils mit großem Applaus bedacht wurden. Nach einigen weiteren Songs kündigte Shagrat mit „The insight and the catharsis“ nach bereits knapp über 1 Stunde den letzten Titel an. Natürlich wurde diese Drohung nicht ernstgenommen und die Meute forderte lautstark Zugaben und nach weniger Minuten erschien die Band erneut. Jedoch war nach 3 weiteren Stücke, deren Ende „Mourning palace“ bildete, dann wirklich Schluss, so dass DIMMU BORHIR es auf nicht ganz 90 Minuten Spielzeit schafften.

Insgesamt ein mehr als lohnender Konzertabend. Wenn nach jeder Band das Gefühl blieb, es hätten noch ein paar Songs mehr sein können, ist das wohl ein wirklich gutes Zeichen, dass keinerlei Längen oder Langeweile zu spüren gewesen sind.

Setlist DIMMU BORGIR (Ohne Gewähr!)
Intro
Progenies of the great apocalypse
Vredesbyrd
Puritania
Sympozium
The serpentine offering
The chosen legacy
The sinister awakening
A succubus in rapture
Fear an wonder
Blessings upon the throne of tyranny
Sorgens Kammer
The Insight and the catharsis

The sacrilegious scorn
Grotesquery conciled (within measureless magic)
Mourning palace
Outro

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