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ELBRIOT 2017

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Ort: Hamburg - Großmarkt

Datum: 19.08.2017

Bereits zum fünften Mal fand das Elbriot am Grossmarkt in Hamburg statt, dieses Jahr jedoch in veränderter Lage auf dem Gelände, so dass sich der Fußmarsch für die 10.000 Besucher verkürzte. Dank des sehr gut organisierten Einlasses stand dem Vergnügen so gut wie Nichts im Wege, wenn da nicht immer wieder der Regen als ungebetener Gast erschien. Alte Hasen wussten Bescheid und so führte sie ihr erster Weg direkt zum Merchstand, um sich ein Festivalshirt zu kaufen. Recht hatten sie, denn das Krakenmotiv war schneller ausverkauft als gedacht.

Schneller ausverkauft als gedacht waren auch die Pommes. Na dann halt ein Würstchen aus Dänemark oder Thüringen. Ist doch Wurscht. Hauptsache handfest! Veganer hatten es schwer auf dem Festival, so gab es neben Fischbrötchen und Riesenfleischspießen nur einen Falafel-Stand. Der obligatorische Asia-Imbiss und ein Crêpe- Stand durften auch nicht fehlen. Vermutlich waren die Profi-Food-Trucks auf dem Dockville unterwegs, denn die Damen am Gyros- und auch der Pommesstand erinnerten, mit ihren handgemalten Schildern, eher an einen Tag der offenen Tür einer Grundschule. Dafür waren die Preise straff kalkuliert. Außerdem waren der gemeinnützige Verein Clubkinder und die Stiftung Wacken Foundation vertreten.

Das Gelände wurde rechts und links von einer Bataillone Dixies flankiert, so dass man ohne große Wartezeiten sein Bier wegschaffen konnte. Wer die Augen offen hielt, der konnte sogar die Wassertoiletten entdecken. Innerstädtische Festivals sind schon angenehm: kein Matsch, Wassertoiletten, keine aufwendige An- und Abreise, und am Abend fällt man ins warme Bett. Wer hätte gedacht, dass es im Sommer so kalt werden kann!

Eröffnet wurde das Festival um 12 Uhr von BURY TOMORROW, die die Anwesenden auf die noch folgenden Corebands u.a. mit „Man On Fire“ und „Cemetery“ einstimmten. Der erste leichte Regen huschte zaghaft über die zahlreichen Festivalbesucher hinweg. Ein paar Crowdsurfer tauchten auf, um sich in Stimmung zu bringen. Sänger Daniel Winter-Bates stimmte die Anwesenden zugleich auf das Familienfeeling ein und so wurde Arm in Arm im Moshpit gefeiert. Es wurde sogar gemeinsam gerudert! 12 Uhr in Deutschland, das Bier lief und auf dem Auto der Initiative „Geklärt wer fährt“ kamen mehr und mehr Unterschriften zusammen. Je später der Festivaltag, desto öfter schwärmte das DRK-Team aus, denn der Steinboden forderte seinen Blutzoll.

Die nächste und härteste Core-Runde wurde im Anschluss von WHITECHAPEL eingeläutet. Die Tiefe der Stimme von Phil beeindruckt jedes Mal aufs Neue. Druckvoll – finster – krass. Wieder tobte die HC- Jugend sich aus: Circle Pit, Moshpit und Crowdsurfer immer im Wechsel und erneut gab es eine Regenhusche. In Sachen Performance hielt sich Sänger Phil eher an seinem Handtuch fest, während er „I, Dementia“ oder „Elitist Ones“ performte.

Dagegen gab es nach dem Umbau Mikrofon-Akrobatik, Tanzeinlagen, große Posen, Spucken und Zunge-Zeigen von AUGUST BURNS RED. Im Publikum wurde eine Schippe draufgelegt und Crowdsurfer, Moshpit, Circle Pit erfreuten sich steigender Beliebtheit. Natürlich durfte „Composure“ auf der Setlist nicht fehlen. Im Anschluss gab es „Invisible Enemy“ vom neuen Album „Phantom Anthem“, welches im Oktober erscheinen wird. Bevor mit „White Washed“ der letzte Song von AUGUST BURNS RED an der Reihe war, legte Matt Greiner ein fettes Drumsolo hin.

Die unermüdlichen ARCHITECTS, die gefühlt überall auftreten, knallten einen Hit nach dem anderen wie „Phantom Fear“, „Naysayer“ und „Gravedigger“ raus. Samuel David Carter wurde nicht müde, die Crowd immer wieder aufzufordern, nach vorne zu kommen und tatsächlich hat es ein Fan bis auf die Bühne geschafft! Währenddessen war die Security ohne Unterlass damit beschäftigt, die Surfer sicher aufzufangen. Bevor der letzte Song „Gone with the wind“ angestimmt wurde, erinnerte Sam an Tom Searle, der letztes Jahr seinem Krebsleiden erlag. ARCHITECTS werden immer seine Band bleiben.

Die Sonne hielt sich auch noch zu CHILDREN OF BODOM, die mit ihrem Melodic Death Metal
Abwechslung in das bis dato corelastige Line up brachten und nun mischten sich zu den ersten Takten von „Deadnight Warrior“ die Kuttenträger in die ersten Reihen. Seit 20 Jahren sind die Finnen aktiv und gaben Songs wie „Hate Me“ und „Downfall“ zum Besten. Das Publikum dankte es mit Pommesgabeln und Crowdsurfen. Zu „Hate Crew Deathroll“ forderte Alexi Laiho den fettesten Moshpit von seinen Fans, welchen sie prompt ablieferten.

Mit HATEBREED hieß es back to the Hardcore Roots! Der Vorschlaghammer wurde ausgepackt, eine Kampfansage an den erneut einsetzenden Regen gerichtet und verdammt sympathetisch und verdammt gut gelaunt sprang Jamey Jasta über die Bühne und etliche Becher flogen ihm zu. Den zweiten Song widmeten sie Chester Bennington und zu „Destroy Everything“ setzte der Regen ein. Ungeachtet dessen wurde zu „Perseverance“, „Proven“ und „In Ashes They Shall Reap“ gefeiert. Der Song „Live For This“… geht immer!!! Eine wahre Flutwelle an Crowdsurfern brach herein.

Die schwarze Mega-Regenwolke hielt sich zurück bis, ja TRIVIUM an der Reihe waren. Neben Regen und dem Song „Rains“ stand auch hier die „Zunge“ auf dem Programm. Der Gig wurde von HC- und Metalfans vereint gefeiert. Der fette Regenschauer verscheuchte die Fans weder zu „Strife“ noch zu „The Sin And The Sentence“ vom gleichnamigen neuem Album. Wohin hätte er sie vertreiben sollen, denn es gab eh kaum Möglichkeiten für alle Besucher, sich unterzustellen. Mit „In Waves“ endete ein perfekter Gig. Durch den Starkregen fiel nun auch der Boden als einzige Sitzmöglichkeit aus. Somit stand man sich während der 20-minütigen Umbaupause die Beine in den Bauch und schnackte mit Freunden.

Als mehr und mehr Frauen in den ersten Reihen auftauchten, war klar, dass es Zeit für BULLET FOR MY VALENTINE war. Eine cleane, reduzierte Lichtshow, Massencrowdsurfer und weibliche Verzückung in der ersten Reihe dominierten das Bild von der ersten bis zur letzten Sekunde. Dazu die Songs „Waking The Demon“ und „Your Betrayal“ – Was für ein gelungener Auftritt! Waren die Jungs aus Bridgend Headliner oder Co Headliner…. das konnte jeder nach seinem Gusto entscheiden. Es folgten noch „4 Words“ und ein beeindruckender Mitsing-Refrain-Einsatz des Publikums zu „You Want A Battle“. Ehe man sich versah, endete mit „Don’t Need You“ der Auftritt von BFMV.

Nun folgte ein musikalischer Bruch und es war Zeit für puren Metal von MEGADETH.
Während die LED-Show losging, erschallten MEGADETH-Rufe von den Wartenden. Eine beeindruckende Lichtshow wurde aufgefahren und nach dem Intro gab es „Hangar 18“ auf die Ohren. Sänger Dave Mustaine hielt sich in Sachen Bühnenaction dezent zurück, wohingegen Gitarrist Kiko umso mehr aufdrehte und Schwung reinbrachte. MEGADETH konzentrierten sich auf das Wesentliche und zwar ihre Musik. So gaben sie u.a. „A Tout Le Monde“, „Tornado Of Souls“ und „Peace Sells“ zum Besten. Der Gesang von Dave wirkte etwas dünn und kraftlos, aber dennoch unverkennbar und die Fans feierten ihre Metalhelden. Die Metalkutten und Pommesgabelschwenker hielten bis 23 Uhr die Stellung, dann war nach „Holy Wars… The Punishment Due“ Schicht im Schacht, bzw. man konnte den Abend bei der Aftershow Party ausklingen lassen.

Setlist MEGADETH (ohne Gewähr)
Hangar 18
The Treat Is Real
Trust
She-Wolf
Skin O’ My Teeth
Sweating Bullets
A Tout Le Monde
Tornado Of Souls
Dystopia
Symphony Of Destruction
Peace Sells
Holy Wars… The Punishment Due

Die Veranstalter haben für 2017 ein tolles Line-up aufgestellt und gerne hätte man die eine oder andere Band länger gesehen, aber wenn der Zeitrahmen nicht erweiterbar ist, nimmt man lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

In diesem Sinne also schnell das Earlybird für 2018 sichern!

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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