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EMP PERSISTENCE TOUR 2013

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Ort: Hamburg - Docks

Datum: 16.01.2013

HATEBREED – AGNOSTIC FRONT – H2O – STICK TO YOUR GUNS – NEAERA – THE ACACIA STRAIN – OLDE YORK

Endlich war es so weit, dass die Hamburger HC-Anhänger die Gelegenheit hatten, gleich 2 Genre-Schlachtschiffe live in den Docks zu erleben. Die Rede ist von HATEBREED und AGNOSTIC FRONT, allein Letztere blicken auf eine dreißigjährige Bandgeschichte zurück. HATEBREED feiern auf der Tour gleich mehrere Jubiläen: u.a. das 20 jährige Bandbestehen und die Veröffentlichung von „The Rise Of Brutality “vor 10 Jahren. Aus diesem Anlass verzichteten HATEBREED an diesem Abend darauf, neue Stücke von „The Divinity Of Purpose“ (VÖ: 25.01.2013) zu performen. Der Titel „ Straight To Your Face“, der an diesem Abend u.a. gespielt wurde, beschreibt den Style der Amis am besten: Straight, druckvoll mit klaren einfachen Strukturen. Wer nur HATEBREED als Vertreter der HC- Szene kennt, der könnte befürchten, dass das Festival wenig musikalische Abwechslung aufweisen würde. Doch weit gefehlt!

Bereist um 17 Uhr haben sich erstaunlich viele Fans in den Docks eingefunden, um den ersten Act des Abends zu unterstützen. OLDE YORK bedankten sich dementsprechend bei den Hamburgern für den Support zu so früher Stunde. Ihr halbstündiges Set bot Hardcore der alten Schule geprägt von Punkeinflüssen und musikalisch wurde auch mal der Raum für ein Gitarrensoli eingeräumt. Zu „Once“ gab es wohlwollenden Applaus, denn OLDE YORK hatten einen guten Job als Opener hingelegt.

War es bei OLDE YORK musikalisch eingänglich und der Sprechgesang von Ted verständlich, so wurde dem Publikum bei dem darauffolgendem Gig eine volle Breitseite Deathcore um die Ohren gedonnert. Es war Zeit für THE ACACIA STRAIN, die ihren rauen Deathcore über das Publikum hinweg ballern ließen. Von der ersten bis zur letzten Sekunde des Gigs growlte sich Sänger Vincent Bennett durch das dreißigminütige Set. Leider war es fast unmöglich, akustisch ein Wort von seinem Gesang zu verstehen. Mit Ausnahme seiner Dankesrede an die Bands H2O, AGNOSTIC FRONT und HATEBREED, die ihn auf den richtigen Weg gebracht hätten, gingen Vincents Ansagen im fortlaufenden unterschwelligen Gitarrensound unter. Mit Abschluss dieser Rede bretterten THE ACACIA STRAIN mit dem Song „4×4“ weiter voran. Mit dem letzten Ton von „JFC“ verließ die Band abrupt die Bühne und die Zuhörer fielen besonders tief in ein Loch der Stille und Ruhe hinein.

Merklich anders auch NEAERA, die im Anschluss die Bühne betraten. Nicht nur, dass sie als einzige deutsche Band bei dem Festival vertreten waren, so passten sie theoretisch mit ihrem Melodic-Death-Metal nicht in das Billing des Abends… praktisch hat es das Konzert musikalisch bereichert. Dank ihres Heimvorteils sammelten sich in der ersten Reihe die Fans und Sänger Benny schaffte es, das Publikum zum Pogen und zum Bilden einer Wall of Death zu bewegen. Bei NEAERA lag der Schwerpunkt auf das Entertainment mit Posen. Benny Hilleke hatte sichtlich Spaß bei seinem Auftritt, so sprang er in den Graben und suchte die körperliche Nähe zum Publikum und ließ sich zum Crowdsurfen hinreißen. Auch NEAERA ließen es sich nicht nehmen und bedankten sich beim Publikum, dass sie hier auftreten durften.

Es war heuer überaus auffällig, dass sich ständig eine Band entweder bei den anderen Combos oder bei den Fans bedankte. Respekt wird in der Szene groß geschrieben, selbst Outsidern wird dieses schnell deutlich. Man hat das Gefühl, dass es sich bei der HC-Szene um eine eingeschworene, ja fast familiäre Gemeinde handelt. Die neben dem Bestreben, in ihren Songs sozial- und Politik-kritische Aspekte zu vermitteln, einen großen Wert auf Respekt legt. Nicht nur auffällig viele Fans tragen T-Shirts mit Messages, auch Bandmitglieder, wie der maskierte Gitarrist Rusty von H2O mit seinem Non-smoking Slogan.

Der Sänger Jesse Barnett von STICK TO YOUR GUNS trug ein Shirt der Hardcore Help Foundation und er widmete bei seinem Auftritt einen Song dem Gründer Rico. STICK TO YOUR GUNS gehören der New School Fraktion an und ihr Sound ist vom Metalcore geprägt, wobei der Schwerpunkt auf dem Sprechgesang liegt, der mit einigen wenigen Growls angereicht wird. Ein Song der härteren Gangart war mit Sicherheit „Empty Heads“ und bei „Against Them All“ wurde es zwischenzeitlich melodisch. Einen wummernden Bass mit schnellen Drums gab es zu „The Bond“, ein Track, der jedes HC-Herz schneller schlagen lässt und die ersten Crowdsurfer tauchten auf. Mit „Such Pain“ endete der Gig der New School Band aus Kalifornien.

Mittlerweile platzte das Docks aus allen Nähten und H2O, die sich als weiterer heimlicher Headliner entpuppten, heizten den Hamburgern nun richtig ein. Auf die Nachfrage von Toby, wer H20 noch nie gehört habe, gab es nur sehr wenige Handmeldungen. Zu den Songs der Band wurde Vollgas im Publikum gegeben und es purzelten doch schon entschieden mehr Crowdsurfer in den Graben. Die Musik zeichnet sich durch besonders mitsingfreundliche Refrains aus, und die Fans sangen aus vollen Kehlen zu „Family Tree“ , und „ 5 Year Plan“ mit. Bei „One Life, One Chance“ sind deutlich die Punkwurzeln herauszuhören. Allgemein ist der Stil von H2O in die Melodic-Hardcore-Ecke anzusiedeln, geprägt vom Punk und dem deutlichen Schwerpunkt auf gesangliche Passagen. Leider kam es an dem Abend zu einer Schlägerei bzw. Rangelei im Publikum, aber die Security hatte die Lage schnell im Griff und H2O versuchten die Situation zu entschärfen und nach weniger als einer Minute ging das musikalische Set von H2O weiter. Der maskierten Rusty Pistachio gab nach seiner No Smoking Parole eine kleine Passage aus „Walking on the moon“ von THE POLICE zum Besten. Dann ging es ausgelassen weiter mit „1995“, einem Song, der bei keinem Gig der Band fehlen darf. Als Extrabonus wurde hier Toby von Mike Galler, dem Bassisten von AGNOSTIC FRONT, gesanglich unterstützt. Nach „What Happend“ mit einem extremen Crowdsurfing und Chorgesängen von Seiten der Fans verschwand die Band ohne Zugabe. Da bis dato noch keine Band eine Zugabe gespielt hatte, wurde der Zeitplan gut eingehalten.

Somit enterten AGNOSTIC FRONT pünktlich nach dem „Apache“ Titel von THE SHADOWS die Stage. Es wurde erwartungsgemäß noch härter, schneller und sperriger als bei H2O. Legten THE ACACIA STRAIN schon eine extreme Geschwindigkeit durch Gitarre und Bass an den Tag, so kann keiner so schnell Singen und Shouten wie Roger Miret von AF. Selbst Mikrofonprobleme konnten ihn mit seiner prägnanten, pressenden Gesangsstimme nicht stoppen. Bandmitbegründer Vinnie Stigma war zu Scherzen und Posen hinter seiner Gitarre, die selbstredend den Schriftzug Stigma trägt, aufgelegt. AGNOSTIC FRONT gehören zu den ältesten noch aktiven Hardcore Bands und sie gaben an diesem Abend Material neueren und älteren Datums zum Besten. Zu dem 1983 erschienen Titel „Friend or Foe“ tobte der Circle Pit und mit „My Life My Way“ befand sich ein aktuelles Stück auf der Setlist. Ein definitives Highlight an diesem Abend war „For My Family“, zu dem das Publikum aus vollen Kehlen mitshoutete. Mit einem gehörigen Moshpit und Oi–Rufen zelebrierten die Hamburger den Track „Crucified“. Erstaunlich, dass nach mehreren Stunden das Publikum noch in der Lage war, eine geballte Ladung Energie draufzulegen, so dass der Moshpit zu „Gotta Go“ noch wilder wurde. Die Veteranen des HC verstanden es die Massen zu bewegen und mit dem Cover von „Blitzkrieg Bob“, eine Hommage an ihre Punkwurzeln, endete auch dieser Auftritt ohne eine Zugabe.

Dennoch verspätete sich nun der Zeitplan durch den Ab- und Aufbau des Schlagzeuges für HATEBREED. Nach geduldigem Warten hauten diese den Fans ein Best Of-Set um die Ohren. Es gab nicht einen Song, zu dem das Publikum nicht mitsingen konnte. Die Refrains sind auch besonders mitsingfreundlich gestalten und die Stimmung ging bis in die letzten Reihen der Ränge hoch. Bei „Straight To Your Face“ sah man erhobene Fäuste im gesamten Docks und Oi- Rufe waren bis in die letzen Reihen zu „Proven“ zu hören. HATEBREED donnerten ihren Metalcore in die Menge. Natürlich durfte auch die Danksagung an das restliche Line Up nicht fehlen, wobei James vom Publikum für jede Band noch einmal einen Applaus einforderte. Darüber hinaus stellte er während der Show seine Bandkollegen vor, selbst Drummer Matt musste hinter seinem Schlagzeug hervortreten. Nach all den Danksagungen gab es für die Fans an diesem Abend „In Ashes They Shall Reap“, „Perserverance“, „Smash Your Enemies“ und „As Diehard As They Come“. Es ist schwer zu beurteilen, welcher Song nun ein absolutes Highlight war, da die Hamburger von der ersten bis zur letzten Minute am Feiern waren. Es schien, als ob das Publikum nur auf die beiden Headliner gewartet hatte, um zu explodieren. Selbstredend gab es vom Album „The Rise Of Brutality“ die Songs „Doomsayer“, „This Is Now“ und als erste Zugabe des Abends „Live For This“. Als weitere Zugaben folgten „Never Let It Die“, „I Will Be Heard“ und mit „Destroy Everything“ endete der Auftritt von HATEBREED. Zum Abschied machte die Band noch ein Erinnerungsfoto mit dem Hamburger Publikum im Hintergrund, das sich als besserer Titties– als Beer-Rufer entpuppte.

Abschließend lässt sich sagen, dass die EMP Persistence Tour ein perfektes Billing am Start hatte und der Abend alte Hasen wie HC-Neulinge bestens zufrieden gestellt haben dürfte.

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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