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IN EXTREMO – HÄMATOM

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Ort: Bielefeld – Ringlokschuppen

Datum: 07.10.2016

Quid pro Quo Tour 2016

Das einzige Mal, dass ich bis dato IN EXTREMO live erleben durfte, war 2005 beim „Vaya Con Tioz“, dem Abschiedsfestival (ähem…) der Onkelz. Das ist nun schon 11 Jahre her und daher wurde es auf jeden Fall Zeit für einen erneuten Konzertbesuch. Als die Berliner ein Konzert im Bielefelder Ringlokschuppen ankündigten, war für mich recht schnell klar, dass ich dabei sein müsste. Und das obwohl ich weder ein Mittelalterfan noch ein überschwänglich begeisterter Bewunderer ihres musikalischen Schaffens bin. Da mir beides aber auch nicht unsympathisch ist und ich zudem auf die Show gespannt war, war die Sache klar! Bevor mit HÄMATOM der Support den Abend eröffnete, mischte ich mich ein wenig unter das Publikum, welches größtenteils von einer lebendigen Subkultur geprägt war. Das gefiel mir. Ist doch in der heutigen, schnelllebigen, Musikbranche vieles (und nicht zuletzt auch) das Publikum in den meisten Fällen sehr austauschbar geworden. Gerade bei Konzerten von aktuell angesagten Bands sind inzwischen kaum noch optische Genre-Zuordnungen oder Subkultur-Attitüden zu sehen, was ich durchaus schade finde.

HÄMATOM hingegen wollten so gar nicht austauschbar oder gar angepasst sein. Die Bayern haben mit Mittelalter-Rock weniger zu tun. Mehr dagegen mit Thrash-Metal und NDH-Genre. Mit ihren Masken grenzten sie sich schon äußerlich ab. Textlich ist diese Abgrenzung durchaus ein gängiges Thema in ihren Songs, welches in der Setlist des heutigen Abends mit dem letzten Song „Leck Mich!“ ihren Höhepunkt fand. Ein explosiver und fulminanter Auftritt, der Vielen an diesem Abend gefallen haben dürfte.

Setlist HÄMATOM (ohne Gewähr):
Wir sind Gott
Made in Germany
Seelenpiraten
Auge um Auge
Eva
Kids (2 Finger an den Kopf)
(Marteria cover)
Alte Liebe rostet nicht
Leck Mich!

Nach einer kurzen Umbaupause, wurde der erste Vorhang entfernt, den HÄMATOM für ihr Bühnenbild nutzten. Die Ausmaße der Bühne, der riesige Graben und die Tatsache, dass wir Fotografen erst ab dem dritten Song dort hinein durften, ließ einen explosiven Empfang gespickt mit Pyrotechnik und anderen Spielereien vermuten. Und genauso kam es dann auch: Um kurz nach 21 Uhr wurde der noch verbliebene Vorhang in einem dreiteiligen Akt „weggesprengt“ und dahinter traten nach und nach die Mitglieder der siebenköpfigen Band IN EXTREMO ins Rampenlicht. Gepaart mit der riesigen Bühne und dem kreativen Bühnenbild war das wohl das beeindruckendste Gesamtbild, welches ich im Bielefelder Ringlokschuppen je zu Gesicht bekam (und ich habe inzwischen schon einige Konzerte dort besucht). Diejenigen, die sich auf die Effekte gefreut hatten, wurden nicht enttäuscht: Bereits beim ersten Song „Quid pro Quo“ vom gleichnamigen aktuellen Album sprühten die Funken, bevor bei der „Feuertaufe“ riesige Flammen gen Hallendecke schossen. So war natürlich auch erklärt, warum wir Fotografen noch nicht in den Graben durften. Die etwa 1.500 Zuschauer des gut gefüllten Ringlokschuppens gingen von der ersten Minute an gut mit und feierten jeden Song der Band frenetisch ab. Im vorderen Bereich hatte sich ein stattlicher Pogo gebildet, der es sich nicht nehmen ließ, hier ordentlich aus sich herauszugehen. So soll es sein! Und so übertrug sich die Stimmung wechselwirksam durchgehend von der Band auf das Publikum und umgekehrt. Man hatte den Eindruck, dass sich alle Beteiligten derbe auf dieses Konzert gefreut hatten und alles aus sich rausholen wollten, um den Abend zu einem Erfolg und großen Spaß zu machen. So kam es dann auch. Die Stimmung blieb durchgängig auf diesem hohen Niveau und die Fans bekamen für Ihr Geld ordentlich was geboten. Abgesehen von der reichhaltigen Setlist, welche annähernd die komplette Schaffensphase von IN EXTREMO berücksichtigte, wurde auch durchgehend etwas fürs Auge geboten: Immer wieder griffen die Berliner in die Trickkiste, spielten mit dem Feuer oder überraschten mit anderweitigen Effekten und spannenden bunten Bühnenbildern. Nach über 20 Songs ging am Ende jeder „sternhagelvoll“, oder zumindest Adrenalin-berauscht und glücklich nach Hause. Bielefeld freut sich daher jederzeit auf ein erneutes Gastspiel der Mittelalter-Rocker!

Setlist IN EXTREMO (ohne Gewähr):
Quid pro Quo
Feuertaufe
Zigeunerskat
Vollmond
Störtebeker
Gaukler
Unsichtbar
Sängerkrieg
Lieb Vaterland, magst ruhig sein
Rasend Herz
Roter Stern
Frei zu sein
Spielmannsfluch
Rotes Haar
Ai Vis Lo Lop
Sternhagelvoll
Küss mich
Black Raven
Moonshiner

Himmel und Hölle
Erdbeermund
Liam
Belladonna
Pikse Palve

Copyright Fotos: Sascha Uding

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