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FARIN URLAUB RACING TEAM

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Ort: Bielefeld - Ringlokschuppen

Datum: 16.10.2006

FARIN URLAUB hat sich verliebt. Nein, nicht so wie ihr jetzt denkt. Es ist „Ostwestfalens Finest“, die kleine Metropole Bielefeld, die es ihm angetan hat. Vor fast genau 17 Monaten hielt er mit seinem Racing Team schon einmal Einzug in den Ringlokschuppen und es muss ihm wohl so gut gefallen haben, dass er den diesjährigen Tourauftakt gleich dorthin verlegte. Dementsprechend war natürlich auch 1Live, der szenige Sektorsender vor Ort, der von einer phänomenalen Stimmung berichten konnte. Natürlich war der Gig schon seit Monaten ausverkauft und die größtenteils noch recht jungen Fans stapelten sich kurz vor 8 schon vor der Bühne. Im Gegensatz zu BILLY TALENT eine Woche vorher hatten sich aber ein paar ältere Menschen unters Volk gemischt… außerdem war es gefühlte 20 Grad wärmer! Oder lag das an der fetten Action der tanzenden Leiber?

Nachdem der große Vorhang gefallen war, legte das FURT auch gleich ohne Umschweife mit dem Dreierpack „Mehr“, „Glücklich“ und „Ich gehöre nicht dazu“ los, kein Gelaber, keine Rumalberei. Dafür bekam das Bläserquartett auf der rechten Seite noch eine eigene kleine Abdeckung spendiert, die effektvoll eingesetzt wurde. Immerhin sorgen Fischi, Hardy, Quitte und Rob auch für einen ordentlichen Ska Einschlag, der live noch deutlicher als auf Platte zum Tragen kommt. So nebenbei sind sie als THE BUSTERS ja nun auch keine Unbekannten mehr und werden Ende des Jahres selbst noch den Ringlok unsicher machen. Quasi als Gegenpol auf der linken Seite tummelten sich 4 sangeskräftige Damen in sehr knappen Outfits. Kommentar Farin dazu: „Pimp My Background Singers“ – aber die Mädels haben sich die Schachbrett-gemusterten Engteile dann wohl doch selbst ausgesucht… Eher unfreiwillig die Probleme von Cindia vorne rechts, deren Bass mal eben nach der „Petze“ den Geist aufgab. Aber wie Herr Urlaub so schön resümierte: „Was wäre ein Tourauftakt ohne technische Probleme?“. Ansonsten redete der Blondie vergleichsweise wenig, was der Klasse des Auftritts aber keinen Abbruch tat. Besonders sei noch auf die Killerdrummerin Rachel hingewiesen, die weit oben über ihrem Kit thronte, Eleganz und Kraft perfekt im Einklang. Die Setlist ähnelte natürlich der aus dem Vorjahr (zwischendurch ist ja auch „nur“ ein Livealbum erschienen), dennoch würfelte man einige Titel bunt durcheinander und hatte auch ein paar Schmankerl im Programm. Da wäre das selten gespielte „Xenokratie“ zu nennen, welches ähnlich „Lieber Staat“ mit einem politikkritischen Text glänzen kann. Die Jungs und Mädels flippten regelrecht aus, pogten, sprangen in die Luft und auch das Crowdsurfing wurde bis zum Exzess zelebriert. Immer wieder mussten durch geschwitzte Leiber aus dem Bühnengraben gezogen werden. Weitere Besonderheiten: Bei „Dermitder“ hatte Rob seinen großen Posaunen-Solo-Auftritt und bei „Zehn“ gab es natürlich das obligatorisch runtergezählte Springteufelfest. Noch interessanter war natürlich die Darbietung der „Porzellan“-B-Seite „Atrás“ in Spanisch, bei der sich Farin schon vorab bei allen Sprach-Kundigen im Auditorium „entschuldigte“. Ein sehr gefühlvoller Song, nur zu dritt vorgetragen. Absolutes Highlight und quasi eine Weltpremiere war der neue Titel „Frauenflüsterer“, mit dem sich der Fronter natürlich wieder ein selbstironisches Denkmal setzte. Credo des Stücks: Egal was Frauen sagen – sie wollen immer Sex, was von dem satanistischen Background Chor entsprechend in Szene gesetzt wurde. „Unter Wasser“ beendete wie auch im Vorjahr die schon sehr ausgiebige Setlist, wozu braucht man da eine Vorgruppe?

2 mal 3 Zugaben erhöhten die Spielzeit aber noch deutlich auf über 2 Stunden und dürften mit Hits wie „Dusche“ oder „Wo ist das Problem?“ keine Wünsche offen gelassen haben. Wenn ich es mir recht überlege… eigentlich könntest du ab sofort eine jährliche Institution in Bielefeld werden lieber Farin! Und natürlich das Racing Team und Bela und… Draußen war es dann wieder schweinekalt, aber die Hitze des Konzerts wirkte noch lange nach!

Setlist
Intro
Mehr
Glücklich
Ich gehöre nicht dazu
Unsichtbar
Augenblick
Petze
Wie ich den Marylin-Manson-Ähnlichkeitswettbewerb verlor
Am Strand
1000 Jahre schlechten Sex
Dermitder
Der ziemlich okaye Popsong
Xenokratie
Phänomenal Egal
Sonne
Apocalypse wann anders
Lieber Staat
Atrás
Alle Dasselbe
Frauenflüsterer
Zehn (1)
Porzellan
O.K.
Unter Wasser

Immer noch
Dusche
Klasse

Wo ist das Problem?
Abschiedslied
Zehn (2)

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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