Terrorverlag > Blog > ASLAN FACTION, CYBORG ATTACK, FEINDFLUG, LAMIA, PSYCLON NINE > FEINDFLUG – ASLAN FACTION – PSYCLON NINE – CYBORG ATTACK – LAMIA

Konzert Filter

FEINDFLUG – ASLAN FACTION – PSYCLON NINE – CYBORG ATTACK – LAMIA

040820_Feindflug_15.jpg

Ort: Bielefeld - Triebwerk

Datum: 20.08.2004

Die unheilgeschwängerte Nacht zum 20.8.2004 ist hereingebrochen… Stille liegt über dem Land… doch nicht überall, denn ein hochkarätiges Black Rain/ NoiTekk-Labelpackage zieht durch die Konzertsäle, um gleich doppelt Geburtstag zu feiern. An diesem Abend sogar eigentlich dreifach, doch dazu später mehr. Etwa 170 Elektrolurche hatten sich im Bielefelder Triebwerk eingefunden, nachdem das Konzert ursprünglich mal für den Ringlokschuppen angekündigt worden war. Bereits gegen 19 Uhr war die Bühne mit den Utensilien für alle Bands ausgerüstet, im wesentlichen also mit FEINDFLUG-Devotionalien wie etwa der berühmt-berüchtigten Flak. Doch vorher wollten noch 4 andere Formationen ihr Können beweisen.

Den Anfang machte das argentinische Duo LAMIA, welche wir wie fast alle Bands des Abends bereits am Wochenende zuvor auf dem Summer Darkness in Utrecht bewundern durften. Dort war man noch in der Nacht zusammen mit einigen Neofolk-Bands aufgetreten, zu denen man inhaltlich aber nicht wirklich passte. Nun eröffnete Keyboarder und Pianist Juan Andres Celasco den Reigen des Abends mit beschwingten, nicht allzu harten elektronischen Klängen, die er größtenteils live einspielte. Dazu gesellte sich nach dem ersten Stück die stolze Sängerin Claudia Rolando (genannt „Cali“), welche ein wenig ihrer Landsmännin Evita Perron nacheiferte. Mit hochhackigen Schuhen, einem klassischen, rückenfreien Kleid und einer wunderbar geölten Stimme ausgestattet bot sie die verschiedenen Weisen in zumeist hoher Tonlage dar. Das Publikum wirkte interessiert aber gleichzeitig auch ein wenig distanziert. Höhepunkt des Abends war wiederum das Cover des MYSTERIOUS ARTS Hits „Das Omen“, welches aber nur schwer als solches zu erkennen war. Leider verzichteten beide dieses mal auf wechselnde Garderobe, ebenso unterblieben interaktive Tänze mit dem Publikum. Dennoch ein interessanter und sogar recht langer Auftritt.

Danach lautete das Motto: „Widerstand ist zwecklos“! Das aus der Region Chemnitz stammende Trio Tino, Uwe und Sandro – kurz CYBORG ATTACK – betrat die Bühne, mit entsprechendem Poster im Hintergrund und diversen Schädeln mit leuchtenden Augen an den beiden Keyboards. Die Truppe sah ich heuer das erste mal live, man hatte aber einige Fans im Publikum, die direkt ein Elektrotänzchen wagten. Musikalisch handelt es sich um harten Elektro im Stile von HOCICO mit einigen Samples und meistenteils deutschem Gesang, welcher ein wenig metallisch klang. Überhaupt machte das Trio optisch einen relativ punkigen Eindruck. Neben einigen Stücken der aktuellen „Blutgeld-CD“ – besonders der zweigeteilte Titeltrack muss hier genannt werden – wurde auch die Bandhymne der Debüt-EP „Toxic“ zum besten gegeben. Am Ende forderten die Fans gar eine Zugabe, welche ihnen mit dem von Compilations bekannten „Warrior“ auch gegeben wurde. Solider Auftritt mit gutem Songmaterial!

Nun war es Zeit für das amerikanische Trio PSYCLON NINE. Besonders für den Sänger Marshall sollte es ein denkwürdiger Abend werden, denn er hatte an diesem Abend Geburtstag: Stolze 22 Lenze wurde der Mann, der damit immer noch zu den Jungspunden im Elektro-Zirkus gehört. Zusammen mit den beiden Kollegen Josef (Keys) und Eric (Live-Bass) fabriziert er Endzeit-Elektro zwischen wiederum HOCICO und SUICIDE COMMANDO. Zum Glück gab es im Gegensatz zu Utrecht keine technischen Probleme, so dass es keinen Grund für irgendwelche Aufreger gab. Lediglich die Fans hätte der optisch ausgefallene Sänger gerne etwas näher an der Bühne gehabt. Allerdings dürften noch nicht so viele mit dem Material des Debüts „Divine Infekt“ vertraut sein, dem übrigens schon im Frühjahr 2005 ein Nachfolger geboren werden soll. Von Song zu Song wuchs aber die Resonanz des Publikums, so dass am Ende wieder einige Tanzwillige ihre Körper schüttelten. Danach wollte aber erst mal die Ankunft im neuen Lebensjahr gefeiert werden…

ASLAN FACTION hatten wir mittlerweile schon einige Male live gesehen, heute Abend näherte sich der Zeiger der großen 11 und wir wurden ein klein wenig nervös, ob den FEINDFLUG noch ein komplettes Set vor dem Diskobetrieb zustande bringen würden. Doch vorher noch die alten Mitstreiter Lauer/ Mather auf der Bühne, welche routiniert und leidenschaftlich ihren treibenden Elektro mit extrem verzerrter Stimme präsentierten. Altbekannte Hits der „Blunt Force Trauma“-Scheibe wie „Complication“ oder „Bring on the Dying“ hielten den Stimmungspegel unter den Anwesenden, einmal wurde sogar KILLING OPHELIA Sängerin Karen King auf die Bühne geholt, welche es verstand, mit ihrer Stimme weibliche Akzente zu setzen. „Hell on Earth“ von der aktuellen EP „Sin-Drome…“ beendete den regulären Set, woraufhin einige nicht ganz Wissende den Song „Damage Limitation“ forderten, welche aber natürlich von Mathers Nebenprojekt (!?) TACTICAL SEKT stammt. Stattdessen bretterten die Engländer noch „Death March“ ins Publikum, um danach lieb und artig Autogramme zu geben. Anthony ist – wie wir mehrfach persönlich feststellen durften – ein unglaublich sympathischer und auf dem Boden gebliebener Typ.

Doch nun zum absoluten Höhepunkt des heutigen Abends, für den 95 Prozent der Schwarzgekleideten erschienen waren. FEINDFLUG gaben ihr ostwestfälisches Debüt und die Meute rückte nach vorne. Das erste, was sie sah: Die bekannte Flak der Truppe, welche wiederum von Felix bedient mit Lichtblitzen ins Publikum schoss. Auf eine Leinwand musste man allerdings aufgrund örtlicher Gegebenheiten verzichten. Auch so hatte man die meisten Zuschauer schnell im Griff, wenngleich ich schon heftigere Bewegungen bei Konzerten der Ostdeutschen gesehen habe. Die Setlist bestand 1 zu 1 aus den Hits von Utrecht, lediglich die beiden Zugaben waren vertauscht und auf „Grössewahn“ wurde wegen der bereits sehr fortgeschrittenen Zeit verzichtet. Von daher könnte ich eigentlich auf den entsprechenden Bericht verweisen, auf ein paar Details möchte ich dennoch eingehen. So bediente heute nicht Kay von DAVANTAGE die zweiten Keys, sondern der Alleskönner von LAMIA, der sich auch ordentlich im Takt bewegte. Noch aufgedrehter wirkte aber Wardrummer Beam, den man bereits den ganzen Abend über im Triebwerk sichten konnte. Vor dem Gig schnell ein kleines Fläschchen mit Kunstblut neben die Drums gestellt, dauerte es nicht lange, bis sein bluttriefender und tätowierter Oberkörper freigelegt wurde. Er kommunizierte mit dem Publikum, schrie die Samples mit und ließ sich sogar mit Bier „füttern“. Ein Hit jagte den nächsten, alle drei Scheiben plus das brandneue Jubiläumsvinyl wurden berücksichtigt. Jetzt wünsche ich mir aber bald (zumindest 2005) „richtig“ neues Material, damit FEINDFLUG-Auftritte noch vielfältiger werden. Der Sound an diesem Abend war übrigens auch deutlich besser als in der doch etwas merkwürdigen Halle in Utrecht, so dass man am Ende viele ausgepumpte Leiber beobachten konnte, von denen einige ihr erstes Rendezvous mit den provokanten Instrumentalisten hatten.

Danach war es aber noch nicht zu Ende, zu Ehren von Marshalls 22tem Geburtstag überreichte NoiTekk-Chef Marco eine kleine Torte mit Kerzen, während Beam und Co. „Happy Birthday to you“ auf ihren Instrumenten anstimmten. Danach ging es noch zu einem kleinen Meet & Greet mit Fotoshooting hinunter in die Katakomben, wo noch einmal deutlich wurde, wie gut der Zusammenhalt zwischen all den Künstlern ist und wie locker man miteinander umgeht. Bevor es dann am nächsten Tag zum Abschluss-Konzert nach Leipzig gehen sollte, wollte man nun das Bielefelder Nachtleben unsicher machen, LAMIAs „Don“ Juan bevölkerte jedenfalls schon kurz darauf die Tanzfläche des Triebwerks…

SETLIST CYBORG ATTACK
Ignoranz
Bitch
Blutgeld (Part 1)
Blutrausch
Blutgeld (Part 2)
Cyborg Attack

Warrior

SETLIST FEINDFLUG
Intro
Roter Schnee
Leitbild
Tötungsmaschine Mensch
Glaubenskrieg
Kalte Unschuld
Kopfschuss
Schmerzgrenze
Lagerhaft
Würdelos in Gefangenschaft

Feindflug 04
Stukas

Copyright Fotos: Jörg Rambow

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu ASLAN FACTION auf terrorverlag.com

Mehr zu CYBORG ATTACK auf terrorverlag.com

Mehr zu FEINDFLUG auf terrorverlag.com

Mehr zu LAMIA auf terrorverlag.com

Mehr zu PSYCLON NINE auf terrorverlag.com