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HAMMERFALL – KROKUS – THE POODLES

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Ort: Osnabrück - Halle Gartlage

Datum: 30.01.2007

METAL WILL STAND TALL

Da der Konzertbeginn bereits für 19.00 Uhr angekündigt ist und es in der Halle Gartlage meistens eine strikte Deadline gibt, beschließe ich pünktlich zu sein und trete gegen ca. 18.40 Uhr in eine sehr spärlich gefüllte Halle. Einige wenige Fans verharren bereits vor der für die POODLES präparierten Bühne und sichern sich ihre Plätze in den ersten beiden Reihen, was allerdings alles andere als nötig gewesen wäre. Die Stage wirkt gerade angesichts des noch schwachen Zuschauerzuspruchs etwas arg überdimensional, nimmt fast 1/3 der Halle ein, ist aber gleichsam wunderbar symbolisch für die hier und heute auftretenden Bands und deren Musik. Heute gibt es Hard Rock und Metal, da muss die Bühne groß sein, die Musik laut, da hat man einen Plastikbecher Bier in der Hand und da isst man nicht nur eine Currywurst beim Grill in der Vorhalle. Natürlich kauft der wahre True-Metaller auch noch ein Tour-Shirt seiner Helden und hier geht der Preis von 18 Euro bei allen Bands völlig in Ordnung. Das Publikum ist erstaunlich gemischt: Gerade was das Alter angeht ist von 16 bis 60 Jahren alles vertreten.

Kurz nach 19.00 Uhr betreten dann THE POODLES die Bühnenbretter. Im Hintergrund prangt ein großes Banner mit dem Schriftzug der Band. Rechts und links verhüllen kleinere Flaggen mit dem Logo die Boxentürme. Hier leuchten je 2 Augen mit roten Lasern und aus den Mündern kommt Nebel. Mittig der Bühne dann das Schlagzeug mit ganzen vier Bass-Drums. Hierzulande sind die vier Schweden noch eher unbekannt, in ihrer Heimat jedoch bekamen sie für ihre 2006 erschienende CD „Metal will stand tall“ nach bereits 3 Wochen Gold und haben mittlerweile Platinstatus. Auch bei uns sparen Metal-Magazine nicht mit Lob für das Debüt. Im Vordergrund der Band steht Sänger Jakob in roter Lederhose und gleichfarbiger Lederjacke und könnte nicht nur aufgrund seiner langen blonden und durch ein Bandana gehaltene Haare sofort in jeder GUNS ´N´ ROSES Coverband anheuern. Nicht nur optisch, auch musikalisch sind THE POODLES eine erfolgreiche Mischung aus MÖTLEY CRÜE und GUNS ’N’ROSES und vereinen alles, was man von einer 80er Jahre beeinflussten Glam-Rock Band erwarten kann. Eingänger Hardrock, der bewirkt, dass die Köpfe der sich in der mittlerweile etwas voller gewordenen Halle Gartlage befindenden Körper im Takt mitnicken. Die Refrains sind so eingängig, dass sie aus dem Stand mitgegrölt werden können. Langsam taut das Publikum auf, es folgt ein ebenso genretypisches wie – ebenfalls scheinbar genretypisch – überflüssiges aber dankbarerweise wenigstens nur kurzes Drumsolo. Dann beim letzten Song lässt sich das Publikum sogar zum Mitklatschen animieren. Sänger Jakob bedankt sich artig und gibt es noch einmal die obligatorische Verbeugung aller vier Schweden vor dem Auditorium, bevor sämtliche POODLES-Devotionalien von der Bühne verschwinden und man eine Pause lang Zeit hat:
Bier wegzubringen
Currywurst zu essen
Bier zu trinken
noch ein Bier für den Gig von KROKUS zu kaufen
noch mal zurück in die Vorhalle zu gehen, weil durch die längere Umbaupause das KROKUS-Bier schon weg ist
… die Currywurst riecht aber auch echt verführerisch

Dann endlich betreten die von vielen älteren Semestern schon heiß erwarteten KROKUS die Bühne. Immer noch die international erfolgreichste Schweizer Rock Band aller Zeiten und seit der Gründung 1975 ein Urgestein ihrer Musikrichtung. Ein Unterschied zu THE POODLES wird ganz schnell klar: die Bühne bleibt komplett ohne Dekoration, statt großer Banner hängt irgendein Witzbold einen DIN A4 Zettel auf den mit Kugelschreiber „KROKUS“ geschrieben steht an den Bühnenhintergrund. Verfolgt man die Geschichte der Band und gibt spaßeshalber den Namen bei Wikipedia ein, so erhält man eine Auflistung von stolzen 26 ehemaligen Bandmitgliedern (also ca. jeder zweite Schweizer). Immerhin ist der zu den Zeiten des großen Durchbruchs singende Frontmann Marc Storace seit 2002 wieder dabei und trägt seine lockige, mittlerweile graue Mähne zum Zopf gebunden. Genauso schnörkellos wie der Bühnenaufbau ist die Musik. Hardrock, geradeaus, direkt in die Fresse bzw. die mitwippenden Füße und immer ein bisschen an AC/DC erinnernd, aber dennoch nie nur geklaut wirkend. Der Sound ist fetter und etwas lauter als noch bei THE POODLES, die Fans klatschen beinahe bei allen der insgesamt neun Songs mit. Ich freue mich über die Länge der Titel, die mir ausreichend Zeit zum Fotografieren lässt. Sänger Marc bedankt sich beim Publikum für ihr „Loyalty to rock“ und schiebt darauf gleich den Song „Easy rocker“ hinterher. Dabei versucht er einen Luftsprung, der aufgrund der geringen Höhe doch eher „putzig“ anmutet. Der gute Herr ist ja nun auch schon etwas älter und dann eben doch kein Steven Tyler. Nach einiger Zeit ist beim Publikum aber scheinbar die Luft raus und in den Pausen zwischen den Liedern werden erste HAMMERFALL-Sprechchöre laut. Die Band beschließt ihr Set mit „Rock city“ und „Bedside radio“ und macht nach einer guten Dreiviertel-Stunde die Bühne frei für HAMMERFALL.

Der Platz vor der Bühne füllt sich, die Ränge leeren sich gleichermaßen. Während mehrere Konzerte der Tour offensichtlich ausverkauft waren, haben heute nur ca. 800-900 Leute den Weg in die mehr als 2000 Personen fassende Halle Gartlage gefunden. Ein Vorhang fällt und gibt den Blick frei auf den recht beeindruckenden Bühnenaufbau von HAMMERFALL. Das Schlagzeug steht zwei Meter über der Bühne und besitzt so viele Bassdrums wie HAMMERFALL Buchstaben, nämlich genau 10 Stück, die rechts und links schräg Richtung Bühne herunter angeordnet sind während des Gigs verschiedenfarbig beleuchtet werden. Zum Schlagzeug hoch führen zwei Treppen mit Beleuchtung, der ganze Aufbau ist in der Optik alter Steinmauern und als Bühnenbackground hängt das Cover der aktuellen CD. Eine nette Dame mit Backstage-Pass und Digitalkamera rät mir die Ohren zuzuhalten und ich befolge diesen Rat und bin wenig später, als laut krachend eine Reihe Pyros das Konzert eröffnen, sehr dankbar dafür. Die fünf Schweden stürmen auf die Bühne und beginnen ab der ersten Minute zu posen, was das Zeug hält und was die gierige Meute auch erwartet. Der eine Gitarrist im langen, schwarzen Lackmantel, der andere im Netzhemd, braungebrannt mit breitem Lächeln, als käme er nicht aus dem kalten Norden sondern direkt aus der Südseesonne. Insgesamt 16 Songs verballern die Jungs und alle werden gefeiert und mit ordentlich Applaus bedacht. Das Schöne am True Metal ist ja, dass die einzige Kritik, die man von der Bier und Currywurst geschwängerten Menge erwarten kann, das Nicht-Spielen einzelner Lieblings-Songs ist. Nach dem ersten Drittel folgt wieder ein sehr überflüssiges Drumsolo, bei dem Schlagzeuger Anders Johansson über die ganze Bühne rennt, alle 10 Bassdrums, die Treppenstufen, die Mikros und alles was er sonst noch finden kann mit seinen Drum-Sticks traktiert und dies mit lustigen Grimassen untermalt. Irgendwie alles andere als witzig, aber das Publikum macht brav alles mit und singt zwischendurch den Rhythmus. Sänger Joacim bedankt sich für die letzten 10 Jahre und „lügt“ Osnabrück, hätte das beste und lauteste Publikum. Bei „Renegade“ übt sich das Gitarre-Duo im Synchron-Posen, verharrt mit hochgehaltenen Gitarren, um dann wieder gemeinsam loszubangen. Sehr gekonnt meine Herren und wenn das irgendwann mal olympische Disziplin wird, ist Schweden Favorit für die Goldmedaille. Es folgt ein Gitarrensolo mit brennender Gitarre, das eher optisch als musikalisch etwas her macht. Der Hit „Hammerfall“ wird lauthals mitgegrölt und unter großem Applaus verlässt die Band die Bühne um kurz darauf zur Zugabe, die wiederum mit Pyros eröffnet wird, zurückzukehren. Der Schnee beim darauffolgenden „Glory to the brave“ erinnert eher an Nieselregen, aber außer mir, der ich vorher die Setlist fotografiert und entsprechend nun die Kamera gezückt halte, erwartet wohl auch niemand ernsthaft Schnee. Die Band beendet ihr Set mit „Hearts on fire“ und ich mein Review mit dem Zitat, das man bei HAMMERFALL einfach bringen muss: „A METAL HEART IS HARD TO TEAR APART“

Setlist KROKUS
Long Stick
Hellraiser
Angel of my Dream
Bad Boys
Screaming in the
Fight on
Easy Rocker
Rock City
Bedside Radio

Setlist HAMMERFALL
Intro 1 – Threshold
Intro 2 – Templars of Steel
Riders of the Storm
Legacy of Kings
Rebel Inside
Bloodbound
Drum Solo
Raise the Hammer
A Legen Reborn
Intro 3 – Renegade
Let the Hammer fall
Guitar Solo
Reign of the Hammer
Hammerfall

Intro 4 – Natural high
Intro 5 – Glory to the Brave
Heeding the Call

Hearts on Fire

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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