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HELMET – LOCKJAW

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Ort: Bielefeld - Forum

Datum: 11.12.2004

Sieben Jahre hat’s gedauert, bis sich Mr. Hamilton dazu entschied die legendären HELMET zu reaktivieren. Dass die Fans ihn nicht vergessen hatten, wurde auch an diesem frostigen Samstag-Abend schnell klar. Runde 450 Leutchens fanden den Weg ins Bielefelder Forum und das bei einem recht saftigen Eintrittsgeld von 24 Euro an der Abendkasse. Doch das war noch nicht alles. Denn wollte man noch ein Shirt mitnehmen, musste man noch mal locker über 20 Euro berappen. Kein Wunder, dass der Merchandiser da nicht sehr beschäftigt war…

Wie man es bei Konzerten im Forum gewohnt ist, ging es auch pünktlich um 21:00 mit den Solingern LOCKJAW los. Diese waren mir bislang völlig unbekannt, daher war ich gespannt, was diese Band zu bieten hat. Und die rockten auch gleich ganz ordentlich los. Musikalisch bewegt man sich im Alternative und Emo-Rock-Bereich und Einflüsse von AT THE DRIVE IN und INCUBUS waren schon gut zu erkennen. Man spielte ein solides 40 Minuten-Set, dennoch litt man unter dem typischen OWL-Syndrom. Denn wie so oft hier in der Region wurde auch diesmal ein Sicherheitsabstand von ca. 3 Metern vor der Bühne eingehalten. Doch LOCKJAW ließen sich nicht beirren, spielten ihren Gig souverän runter und wurden mit wohlwollenden Applaus der HELMET-Fans von der Bühne entlassen.

Das schöne im Forum ist, dass die Umbaupausen meist relativ human sind. So hatte man auch heute gerade mal 15 Minuten Zeit sich mit Flüssigkeit zu versorgen und dann einen geeigneten Platz vor der Bühne zu sichern. Das musste man auch schnell machen, denn plötzlich wurde der erwähnte Sicherheitsabstand eingerissen und es somit schnell eng vor der Bühne… Dann betraten Mr. Page Hamilton, Chris Traynor und die neuen Mitstreiter John Tempesta (Drums, Ex-TESTAMENT, Ex-WHITE ZOMBIE) und John Bello (Bass, Ex-ANTHRAX) die Bühne und legten auch gleich richtig mit “Pure” vom “Aftertaste”-Album los. Vom ersten Song an gab es kein Halten mehr unter den Fans. Im Gegensatz zu anderen Punk und Core-Konzerten, wo man sich ja mehr gegenseitig auf die Fresse haut, wurde hier gesprungen, gepogt, mitgesungen und ganz einfach „nur“ Spaß gehabt – Eine perfekte Stimmung.

Die Setlist wurde ganz klar vom neuen Album “Size Matters” dominiert. So fanden satte acht Songs den Weg ins Programm. Von einigen Fans wurde von Beginn an natürlich DER HELMET-Song schlechthin (“In the Meantime”) gefordert. Ein Gast fragte dann den Sänger (der übrigens recht gut Deutsch spricht) ob er das Wort “jetzt” kenne und den gewünschten Song gleich spielen würde. Dies wurde von Page Hamilton souverän mit “Kennst Du das Wort “später“? Kennst Du das Wort „Geduld“?” gekontert. Diese Deutsch-Stunde zog sich durch den ganzen Abend. So gab der gute Mr. Hamilton immer wieder sein frisch gelerntes Wort zum Besten, welches da “Muschis” heißt. Das hatte auch seinen Grund. Denn laut Hamilton hätte Gitarrist Chris doch so “schöne blaue Augen” und in New York gäbe es keine “Muschis”, daher wäre der Gitarrist so alleine.

Zum Publikums-Liebling und Haupt-Blickfang entwickelte sich diesen Abend Basser John Bello, der wie zu guten alten ANTHRAX-Zeiten poste, moshte und die Fans immer wieder anheizte. Ebenso imposant kloppte John Tempesta auf sein Drumkit ein, dass man Angst haben musste, dass das Teil bald zusammen klappt. Aber es hielt und so zogen HELMET ein souveränes aber auch sehr motiviertes Konzert durch und man merkte, dass Band und Fans ihren Spaß hatten. Eine kurze bedrückende Stille gab es, als ein Fan “Rock for Dimebag” rief. John Bello zeigte nur kurz auf seinen Bass, auf welchem “R.I.P: Dimebag” geschrieben stand und weiter ging’s im Programm.

Nach gut 75 Minuten und dem traditionellen “Unsung” zum Finale war auch dieser coole Konzertabend leider schon zu ende, man verließ glücklich das Forum und entschwand in die eiskalte Bielefelder Nacht.

Da bleibt nur noch zu sagen: Welcome back, HELMET. Schön, dass Ihr wieder da seid!

Setlist HELMET
Pure
Smart
Crashing Foreign Cars
Milquetoast
See you dead
Ironhead
Enemies
Birth Defect
Unwound
Exactly what you wanted
Everybody loves you
Crisis King
Last Breath
Wilma’s Rainbow
Meantime

Surgery
It’s easy to get bored
Unsung

Copyright Fotos: Michael Werneke

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