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HURRICANE 2017

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Ort: Scheeßel - Eichenring

Datum: 23.06.2017 - 24.06.2017

Endlich begann für mich die Festival Saison mit dem Hurricane, und erstaunlicherweise war die Wettervorhersage gar nicht so schlecht für das bevorstehende Wochenende. Die Anreise war, nachdem man Hannover hinter sich gelassen hatte, in Ordnung; besonders um das Festivalgelände – dank guter Beschilderung und vieler Ordner, die für gute Einweisung sorgten. Unsere ersten Gespräche mit Besuchern, die schon am Donnerstag angereist waren, brachten, was das Wetter anging, Ernüchterung und erinnerten ans letzte Jahr: am Vorabend hatte es so stark geregnet, dass Zelte unter Wasser standen und vor der Red Stage sich ein Schlammloch gebildet hatte, welches die Organisatoren mit Stroh füllten. Ansonsten war das Gelände in gutem Zustand, hier und da ein paar kleinere Schlammpfützen, aber kein Vergleich zum letzten Jahr.

Freitag

Wir kamen perfekt für den Start von MILKY CHANCE an, es hatten sich auch schon einige Zuschauer vor der Bühne versammelt, um sich die Songs aus ihrem neuen im März 2017 erschienenen Album „Blossom“ anzuhören. Der Mix aus Pop, Folklore und Reggae passt perfekt zu einem Festival, da scheint die Sonne – zumindest im Herzen. Das Wetter versuchte mit einem Regenschauer dagegen zu arbeiten, was die Meute aber nicht vom Feiern abhielt. Clemens Rehbein und Philipp Dausch trafen mit ihrem Sound den Zahn der Zeit, nicht nur in Europa, auch in Amerika, wo sie einen Auftritt bei der „Late-Night-Show Jimmy Kimmel Live!“ performen durften. Bei Konzerten werden sie von Antonio Gregor unterstützt, der zwischen Gitarre und Mundharmonika pendelt, was das Publikum gehörig abfeierte. Rehbeins soulige Stimme überzeugte auch live, eine gute Auswahl an neuen und bekannten Songs, ein durchweg gelungener Auftritt.

Danach begann der Festivalstress, Bühnen-Hopping kann man es nennen. Man kam kaum zur Ruhe und schaute immer wieder auf die Uhr und auf das Programm, um „seine“ Bands nicht zu verpassen. Da wurde dann schon mal eine halbe Stunde mit einer Band überbrückt. In diesem Fall mit SDP, ein Hip-Hop Duo aus Berlin, angefangen als StoneDeafProduction. Live wurden die beiden Sänger von einer kompletten Band unterstützt, was die Zuschauer, selbst nicht Hip-Hop Fans, in eine mitgroovende Masse verwandelte.

Schnell weiter zur kleinen Red Stage, wo sich die ANTILOPEN GANG versammelt hatte. Bei Beginn standen die drei Rapper Koljah, Panik Panzer und Danger Dan alleine auf der Bühne vor einem Vorhang, der erst nach dem dritten Lied gelüftet wurde und eine Band zum Vorschein kam. Die links gerichteten Musiker, die auch gerne mal gegen die AFD wettern und die ansteigende Anzahl an rechtspopulistischen Bürgern in Deutschland bemängeln, produzieren meist politische Texte, immer mit viel Ironie versetzt, was die Jugend begeistert.

Noch vor dem Ende des Auftritts schnell weiter, zum Highlight des Tages, auf dem Weg noch eine kleine Stärkung, zum Glück wurde für jeden Geschmack etwas angeboten. Was auffiel, der Trend ging weg von Fastfood hin zu gesünderen Speisen.

Bei leichtem Nieselregen stand der Headliner am Freitag an, GREEN DAY, die Helden meiner Jugend. Da mich die Nahrungsaufnahme aufgehalten hatte, war ich etwas zu spät, um einen guten Platz zu ergattern, vor der Bühne war es brechend voll. Der Jubel war groß, als die drei Hauptprotagonisten Billie Joe Armstrong, Mike Dirnt und Trè Cool, die Bühne betraten, unterstützt vom „quasi-Mitglied“ Jason White und dem noch benötigten „Rest“ an Musikern. Denn es kam mal ein Klavier, mal ein Saxophon und mal eine dritte Gitarre zum Einsatz. Der Auftritt, der aus einer guten Auswahl von alten und neuen Liedern bestand, wurde aufgelockert durch das Heraufholen von Zuschauern, die mitsingen sollten oder sogar einen Gitarrenpart übernahmen. Dem jungen Zuschauer wurde kurz gezeigt, welche Akkorde gespielt werden müssen, schon legte er los und rockte über die Bühne, bestimmt der geilste Moment seines Lebens, mit GREEN DAY vor ca. 40.000 Zuschauern zu spielen. Bei einem Cover-Medley bestehend aus Klassikern wie „Hey Jude“, „I feel good“ und „Satisfaction“ sangen alle mit. Aber spätestens als Billie Joe mit Akustikgitarre alleine auf der Bühne stand und „Good Riddance“ spielte, bekamen alle eine Gänsehaut und das lag nicht am nicht enden wollenden Nieselregen. Die vier Mal sich verändernde Bühnendekorationen, ein perfekt abgemischter Sound und die Feuerwerk-Einlagen trugen zu diesem grandiosen Auftritt bei.

Nach dem Highlight noch kurz rüber, um sich die aktuell wohl meist gespielte Band im Radio rein zu ziehen. IMAGINE DRAGONS aus Las Vegas waren die letzte Band bei mir auf der Liste und das zu Recht, wie sich herausstellen sollte. Denn schon mit dem ersten Song und aktuelle Single „Thunder“, packten sie die Zuschauer, die Stimme von Dan Reynolds und der Sound der zusätzlichen Trommeln waren überragend. Gefühlt kannte man fast alle Lieder aus dem Radio, der Werbung oder Filmen wie z.B. „Suicide Squad“. Ein gelungener Abschluss des ersten Festivaltages, allerdings machte der nicht enden wollende Regen ein Paar Sorgenfalten auf meine Stirn, nach den Erfahrungen vom letzten Jahr.

Samstag

Der Samstag fing so an, wie der Freitag aufhörte: mit Regen. Für mich war dies nicht allzu dramatisch, denn der erste Auftritt des Tages, der mich auf das Gelände zog, war erst am späten Nachmittag angesetzt. Der Zustand desselbigen überraschte mich dennoch: trotz des Regens war alles top, anscheinend haben die Veranstalter aus dem letzten Jahr gelernt.

Die erste Band des Tages war ROYAL BLOOD, das britische Rock Duo, welches zu zweit auf der Bühne stand, was zum Erzeugen eines genialen Sounds aber völlig ausreichte. Der minimalistische Klang, der mich sofort begeisterte, erinnerte an THE BLACK KEYS. ROYAL BLOOD sind in Deutschland bekannt geworden durch den Titelsong des Kinofilms „Who Am I“. Leider musste ich nach der Hälfte des Konzertes meine „Überraschungsband des Festivals“ verlassen.

Denn der Auftritt von LORDE ging vor, die Neuseeländerin war mit ihrem Debütalbum „Pure Heroin“ in Europa voll durchgestartet und auch ihr zweites Album „Melodrama“ – im gleichen Stil gehalten – gefiel. Als die zierliche Sängerin und ihre Band nach dem KATE BUSH-Intro „Running Up That Hill“ die schmucklose Bühne betraten, wirkte es erstmal komisch. Nachdem LORDE aber zum ersten Lied ansetzte, füllte sie die riesige Bühne mit ihrer Stimme, ihren Tanzbewegungen und Gesten, die an ihr Idol, die oben schon erwähnten Britin erinnerte. Die bekanntesten Lieder aus ihrem ersten Album wurden lautstark mitgesungen, was die Sängerin, die hier ihren allerersten Festivalauftritt überhaupt hinlegte, begeisterte.

Auf der Main Stage stand der Auftritt von BLINK 182 an, der Aufgrund von Lautstärkeschwankungen und Soundproblemen nicht zu ertragen war. Wiederum ein Vorteil von Festivals, es spielen genug andere Bands…

Rüber zur kleinen Red Stage, wo MAXIMO PARK auftraten, die Band sollte schon im letztes Jahr spielen, aber aufgrund des Unwetters wurde auch ihr Auftritt gecancelt. Deshalb freuten es mich umso mehr, dass sie dieses Jahr mit von der Partie waren. Mit einer guten Auswahl aus allen 5 Studioalben bedienten sie jeden Wunsch, der Sound war super und die Stageperformance von Frontman Paul Smith riss einen mit.

Mit ihrem aktuellen Album „One More Light“ im Rücken machten LINKIN PARK Station im beschaulichen Scheeßel. Schon vor deren Auftritt hatten die Sanitäter vor der Bühne alle Hände voll zu tun, denn trotz niedriger Temperaturen machte bei einigen weiblichen Festivalbesuchern der Kreislauf schlapp. Mit „Talking To Myself“ und dem Smasher „Burn It Down“ begannen die Amis ihr Set und Fronter Chester Bennington hatte gar keine Mühe, die Fans zu animieren, die waren schon vom ersten Song an bei der Sache und sangen überschwänglich mit. Bis auf wenige Ausnahmen bestand ihre Setlist aus Up Tempo Nummern ihrer mittlerweile 20-jährigen Bandgeschichte und mit „In The End“ und „Faint“ endete der reguläre Teil des vielumjubelten Konzertes, aber Shinoda, Bennington und Co. ließen sich nicht lange zu einer Zugabe bitten und starteten mit „Numb“, „Heavy“ und „Papercut“ noch einmal richtig durch, bevor die Kalifornier mit „Bleed It Out“ nach mehr als 90 Minuten ihren Gig beendeten.

Das Hurricane war wieder einmal ein gelungenes Festival-Wochenende – dank eines guten Mixes aus verschiedenen Bands, wo zu jeder Zeit für jeden Geschmack etwas dabei war. Aus persönlichen Gründen war es für mich nur eine 2 Tages Veranstaltung, aber ich kann mir vorstellen, dass die mehreren tausend verbliebenen Festivalbesucher auch den 3. Tag frenetisch abfeierten.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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