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IAMX – NOBLESSE OBLIGE

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Ort: Essen - Zeche Carl

Datum: 08.10.2011

Chris Corner, Kopf von IAMX, ist sicherlich eine schillernde Persönlichkeit innerhalb der dunklen Szene, sofern er sich hierhin verorten lassen mag, denn gerne nimmt er mit seiner Musik zwischen allen Stühlen Platz. Seine Performances auf den einschlägigen Festivals sind für mich auf jeden Fall immer ein erfrischendes Highlight zwischen den üblichen Verdächtigen. Clubkonzerte von ihm sind rar und mein letztes Zusammentreffen in der Matrix in Bochum verlief aufgrund des breiigen Sounds und Chris im Dauerstrobo für mich eher enttäuschend. Nun hatte sich Herr Corner erneut im Ruhrgebiet angekündigt, diesmal in der Zeche Carl in Essen, eine Kulturstätte meiner Jugend, von den Stadtvätern letztes Jahr fast schon abgeschrieben, doch zur Zeit laufen Sanierungsarbeiten. Bei unserem Eintreffen war die Kaue schon angenehm mit ca. 250 Leuten gefüllt, am Ende werden es sicherlich doppelt so viele Kinder der Nacht gewesen sein.

Zum Aufwärmen gab es zunächst NOBLESSE OBLIGE, einem Elektro-Pop-Duo bestehend aus dem deutschen Songwriter/ Produzenten Sebastian Lee Philipp und der französischen Schauspielerin/ Sängerin Valerie Renay. Eine gute halbe Stunde nutzte die Zwei, um im wesentlichen Songs ihres aktuellen Albums „Malady“ zu performen. Los ging es mit „Equinox“, bei dem Valerie ihre dunklen Haare zusammengebunden und mit einem langen, blonden Kunsthaarschweif veredelt trug, was mich ein wenig an diese Artistennummer erinnerte, bei dem sich eine Frau an ihren Haaren unters Zirkuszelt ziehen lässt. Weiter ging es mit „When thunder breaks up under“, nun mit gelöster, wilder Haarmähne, wobei Frau Renay jeden Song wie eine kleine Beschwörung zelebrierte. Für „The great electrifier“ nahm sie Kastagnetten in die Hand, später zum Intro von „Sambo“ gar ein Jagdhorn. Eine interessante Darbietung aus dem Unterholz, die nach hinten raus immer poppiger geriet und ihren Höhepunkt im sehr freizügigen Outfit von Valerie fand, die nun oben rum nichts anderes mehr als den blonden Haarzopf vom Anfang trug. Schüchtern ist anders und insofern ein passender Türöffner für die verrückte Welt von IAMX. Das fanden wohl auch die anderen Anwesenden und goutierten die Darbietung mit ebenso wenig zurückhaltendem Applaus.

So gut in Stimmung gebracht, konnte die Party nun mit IAMX weitergehen, die kurz darauf die Bühne mit „Into Asylum“ enterten. Chris an diesem Abend als Lookalike von kleine Strolche Hund „Sparky“, während Janine Gezang aufs kleine Schwarze mit üppig goldenem Umhang gesetzt hatte, im Hintergrund noch zwei weitere Live-Sidekicks. Schon mit „Music people“ vom aktuellen Album fraßen die Fans Chris aus der Hand und auch der Klassiker „Nightlife“ wurde kräftig abgefeiert, so dass Frau Gezang sich schon zu „Ghost of Utopia“ zu einer flippigen Tanzperformance hinreißen ließ. Chris war an diesem Abend durch einen gebrochenen Fuß etwas in der Bewegung eingeschränkt, was jedoch seiner Stimmung keinen Abbruch tat. Vielmehr freuten sich er und Janine darüber, viel „Family“ im engeren wie im weiteren Sinne im Publikum zu haben. Voller Inbrunst intonierte er nun „My secret friend“ und bedankte sich für den Applaus mit den Worten „Ihr seid süß“. Zunächst einmal sitzend ging es mit „Fire and whispers“, „Tear garden“ und „Oh beautiful town“ getragen und opulent weiter. Stücke, die in der Atmosphäre eines Clubs um Längen besser als auf einem wuseligen Festival zur Geltung kommen und die das Publikum zu genießen wusste. Doch mit dem Titeltrack des aktuellen Albums „Volatile times“ kam wieder Bewegung in die Menge und bei „Think of England“ konnte sich Chris auf seine textsicheren Fans verlassen. Mit Volldampf und meinen Favoriten der letzten Alben „Nature of inviting“ und „Cold red light“ ging es in einem Rutsch weiter auf die Zielgerade. Einen würdigen Abschluss fand das Set um kurz vor 23 Uhr mit dem Klassiker „Kiss & Swallow“.

Doch waren sich die Leute auf und vor der Bühne schnell einig, dass der Abend jetzt noch nicht zu Ende sein konnte und so bat Chris für die Zugaben um Wünsche und holte sich zwei Fans auf die Bühne, um nun „Bernadette“ zum Besten zu geben. Es folgten mit „Real world“, „Bring me back a dog“ und „Spit it out“ noch das volle Hitbrett, so dass die Crowd auch hiernach IAMX noch nicht entlassen wollten. Nochmals kamen die Vier zurück und ein sichtlich zufriedener Chris erhob seine volltönende Stimme für „The President“.
Zum fünften Mal hatte ich nun IAMX live gehört und dieser Auftritt war Dank einem bestens aufgelegten Chris Corner und einem begeisterungsfähigen Publikum mit Abstand der Beste.

Setlist IAMX
Into Asylum
Music people
Nightlife
Ghosts of Utopia
My secret friend
Fire and whispers
Tear garden
Oh beautiful town
Volatile times
Think of England
Nature of inviting
Cold red light
Kiss and swallow

Bernadette
The alternative
Bring me back a dog
Spit it out

The president

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