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IMPERICON NEVER SAY DIE! TOUR 2012

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Ort: Münster - Sputnikhalle

Datum: 25.10.2012

Dank einer Vollsperrung der Autobahn als Ergebnis eines schweren Unfalls gepaart mit einer nur für nicht Erwerbstätige oder aber Schüler (wie man leider später merkt, sind letztere scheinbar auch die Haupt-Zielgruppe für diese Musik derzeit) erträglichen Anfangszeit von noch vor halb Sieben betritt das Terror-Duo um knapp 19Uhr eine schwach gefüllte Sputnik-Halle, während sich auf der Bühne ein stranger DJ an unerträglicher weil unpassender Musik vergreift. Jenes scheint aber Methode zu haben, läuft zwischen den Bands während der Rüstzeiten doch derselbe Mist den ganzen Abend über. Kill The DJ!

Da man aber dank kurzer Umbaupausen und von fast allen Bands genutzten Backline-Teilen fast jede 40 Minuten einen neuen Act begutachten darf, möchte ich hier auch nicht zu negativ erscheinen, wenngleich für mich so ein Techno/ Dubstep-Rotz nix auf so einer Veranstaltung zu suchen hat. Stürzen wir uns ins musikalische Geschehen… Die erste Band, die wir dann begutachten dürfen, sind die jungen Herren von THE BROWNING. Von der ersten Sekunde an ist man bemüht, die kurze Spielzeit von 25 min zu nutzen. Man bangt, man posiert… kriegt bei bescheidenem Sound aber leider nur den verdienten Höflichkeitsapplaus. Zu identitätslos und austauschbar wenn auch sympathisch.

Größtenteils ignoriert vom ignoranten Jungvolk Münsters werden die tollen AT THE SKYLINES. Kann ich mir nur so erklären: Sehen halt nicht aus wie die gleichgeschaltete Meute in der Halle. Keine Tattoos, keine Tunnels, keine EMP-Shirts. Ist man schnell mal uncool… Dafür regiert zu Bubi-Charme und jugendlichem Aussehen toller Sound in Richtung Las Vegas-Emo. Mir kommen bei den (zugegeben nicht immer gerade sitzenden) Clean-Refrains öfter mal THE HIGHER oder THE CAB in den Sinn. Gefiel, auch wenn der Sound unterirdisch war.

Ungleich druckvoller brettern dann die aus BLIND WITNESS als Backing-Band und einem der ex-DESPISED ICON-„Sängern“ bestehenden OBEY THE BRAVE los. „Keine Gefangenen“ scheint das Motto, und der stumpfe Mosh regiert. Oder aber wahlweise der lächerliche „Rap-Posing-Contest“, den der Vokalist scheinbar mit sich selber ausmacht. Keine Ahnung, was bei dem los ist, aber HC-Gebelle, Holzfäller-Flanel und HipHop/ Rap-Gepose PASSEN NICHT !! Schmälert aber nicht die Walze, die die alten Männer durch die Sputnikhalle schieben, was das Auditorium das erste Mal berechtigt mit Begeisterung quittiert und ausgelassen „dive & surf“ praktiziert. Geile Band, geile Musik, bescheidenes Acting.

Ganz so hochalten können die nun folgenden FOR THE FALLEN DREAMS das Begeisterungslevel nicht, obwohl jene mir zumindest auf Tonkonserve besser gefallen. Live klingen leider viele der energetisch dargebotenen Kompositionen zu gleichförmig. Klarer Fall von unglücklicher Songauswahl. Der schwer bedruckte Frontjunge ist aber ein guter Entertainer und hat die nun schon sehr gut gefüllte Halle im Griff. Man spielt sich souverän durch die erlaubte halbe Stunde und kann den Gig auf der Haben-Seite verbuchen. Nett.

Was dann kommt, tritt alle vorangegangenen Acts in den Staub und auch nichts Folgendes kam mehr an diese Wand heran (so viel mag ich vorweg nehmen): STICK TO YOUR GUNS kommen und regieren. FETT!!! Unfassbar authentisch, sympathisch und publikumsnah. SO geht das, hoffe die mehr oder weniger eher negativ durch scheinbar einstudiertes Posen auffällig gewordenen anderen Bands haben sich zumindest ein wenig geschämt. STYG nehmen die Leute an die Hand und mit auf eine Reise durch Knaller aus ihren VÖs. Grandios. Brachial und unbarmherzig aber immer auf Hit gebürstet. Ein bisschen härtere RISE AGAINST und frühe derbere STORY OF THE YEAR… fertig ist das Melodische-HardCore-Hit-Monster, das abräumt und nur verbrannte Erde hinterlässt. Groß.

Der qualitative Abfall danach könnte größer nicht sein. BLESSTHEFALL. Sound ok, aber das bringt nix, wenn das Front-Hemd 30kg wiegt, eine schlimme Tokyo Hotel-Frisur hat und die CleanVocals klingen wie Mickey Mouse auf Helium. Finde die CDs schon suboptimal, live nervig ohne Ende die Combo. Sehen die fast alle wie der Sänger frisierten 16-20jährigen Besucher des Konzerts anders, man surft die Crowd oder versucht von der Stage zu diven. Wenigstens das sorgt zumindest bei mir während der Lärmbelästigung für Belustigung. Einzige Band, bei der ich dem Veranstalter für kurze Spielzeiten danken möchte. Klar die schlechteste der gesehenen Combos für mich.

Als Headliner fungieren dann die 6 jungen Herren von WE CAME AS ROMANS, die diese Aufgabe auch gut lösen. Man hat ja auch genug VÖs in der Hinterhand und ein ausgewogenes Packet aus dem Publikum bekannten Band-Hymnen geschnürt. Das wird gefeiert vom immer noch zahlreich anwesenden Volk, das nochmals mitsingt und -klatscht. STYG wären zwar passender als rausschmeißender Arschtritt gewesen, aber so kann man auch nicht meckern. Das Acting ist geschäftig, beide Sänger sind auf Tuchfühlung und gut bei Stimme. Die Stimmung bleibt bis zum Ende gut und somit findet ein recht kurzweiliger Konzertabend einen versöhnlichen Abschluss. Mehr solche Tourneen bitte!!! Cheers.

Copyright Fotos: Jens Schäfer

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