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IN EXTREMO – NAIO SSAION

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Ort: Hamburg - Große Freiheit 36

Datum: 14.12.2005

Das „Rasend Herz“ sollte heute in Hamburg in See stechen, Grund genug den Weg zur Großen Freiheit anzutreten. Schon als man von der roten Meile um die Ecke bog, standen vor der Freiheit Menschenmengen, und viele mussten enttäuscht wieder gehen, da es keine Karten an der Abendkasse mehr gab. Wie man von Leuten im Saal vernehmen konnte, waren auch entschieden mehr Leute dort als am Abend zuvor, der als Zusatzshow eingeschoben wurde. Die Zusatzshow hatte sich wohl nicht so rumgesprochen?!

Kurz vor neun kamen dann die Jungs und Mädels von NAIO SSAION auf die Bühne. Die Band aus Slowenien gab ihr Bestes. Barbara Jedovnicky konnte stimmlich überzeugen und der etwas durchgeknallt wirkende Rok Kolar an der Violine brachte die Leute in den ersten Reihen dazu einen Schritt zurückzugehen, da man Angst bekam, dass er eventuell bei seinen Sprüngen den Boden unter den Füßen verlieren könnte. Man konnte bei dem einen oder anderen ein zufriedenes Kopfnicken feststellen, was beim Publikum aus Hamburg schon ein großes Kompliment ist. Auf jeden Fall war die Band etwas fürs Auge. Ihr erstes Album „Numedia“ wird in Kürze auch in Europa wieder erhältlich sein, wie man auf der Homepage nachlesen kann.

Nach vierzig Minuten Spielzeit und einer etwas längeren Umbaupause – so ein Schiff ist schon ein großer logistischer Akt – wurde die Freiheit dann dunkel, und die Seemänner kamen an Bord. Als das letzte Einhorn dann auf der Bühne erschien, gab es zumindest für die weiblichen Fans kein Halten mehr. Leider zog sich Micha erst beim vierten Song sein Shirt aus, so dass es den weiblichen Lesern leider nicht vergönnt ist, Fotos davon zu bestaunen. Das Bühnenbild mit einer nachgebildeten Kogge war sehr beeindruckend, und besonders Morgenstern am Schlagzeug muss einen fulminanten Blick über die Halle gehabt haben, hoch oben auf Deck. Mit „Raue See“ wurde die Fahrt eröffnet. Es wurden viele Stücke vom neuen Album „Mein rasend Herz“ zum Besten gegeben, aber auch die alten Sachen wie „Vänner och Frände“, „Ave Maria“ oder der „Spielmannsfluch“ kamen nicht zu kurz. Insgesamt war Micha etwas maulfaul am Mikro, so dass es nur selten Sprüche in Richtung Publikum gab. Etwas mehr Motivation hätte dem Hamburger Publikum ganz gut getan, da hier immer eine längere Warmlaufzeit zu beobachten ist. Begeistern konnte aber immer wieder Dr. Pymonte, wenn er mit seiner Harfe über die Bühne rannte oder von Nebel umwoben an einem Etwas spielte, was einem Xylophon in riesengroß ähnelte. Etwas fürs Auge war die Show allemal, da die Jungs mit Pyroeffekten nicht gerade sparsam umgehen und man ihnen den Spaß, den sie haben auch, deutlich ansehen kann.

Nach 1.5 Stunden läuteten die Piraten die Glocke zum Einlaufen in den Hafen. Mit vier Zugaben: „Erdbeermund“ „Herr Mannelig“ „Villeman og Magnhild“ und „Ai Vis Lo Lop“, brennenden Schlagzeugteilen und von der Decke herabfallendem Glitter sowie roten Herzen verabschiedeten sich die Seefahrer nach gut zwei Stunden und zogen sich unter Deck zurück, wahrscheinlich um das ein oder andere Fass Rum zu leeren. Wie es sich für Piraten eben gehört.

Copyright Fotos: Juliane Duda

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