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IN FLAMES – TRIVIUM – GHOST – RISE TO REMAIN

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Ort: Oberhausen - Turbinenhalle

Datum: 25.11.2011

Dass auf den Autobahnen im Ruhrgebiet an einem Freitag durchaus einmal höheres Verkehrsaufkommen sein könnte, war uns bewusst, dass wir allerdings für die Anreise fast die doppelte Zeit benötigen würden als geplant, eher nicht, daher hatte der Opener dieses Abends INSENSE gerade aufgehört zu spielen, als wir um 18.50 Uhr endlich die Turbinenhalle betraten.

RISE TO REMAIN

Blieben jedoch immer noch 4 Bands dieses großartigen Packages übrig und mit RISE TO REMAIN kam dann auch direkt eine Band, auf die ich live sehr gespannt war. Es ist ja immer so eine Sache, wenn man bei einer neuen Combo liest, wer da mit wem und wie verwandt ist und das Ganze ja eigentlich über diese Band selbst gar nichts zu sagen hat. Da wurden dann die Erwartungen schon einmal arg nach oben geschraubt, nur weil mit Austin Dickinson der Sohn des IRON MAIDEN-Sängers Bruce bei RISE TO REMAIN am Mikro steht. Live präsentierten die Londoner sechs Songs der 2011 veröffentlichten CD „City of Vultures“ und konnten mit ihrer recht modernen jedoch auch nicht wirklich neuen Interpretation des Metalores durchaus überzeugen. Der Wechsel vom aggressivem Gekreische zu getragenem cleanen Gesang klappte auch live und insgesamt hatte die gesamte Band, gerade wenn man noch deren kurzes Bestehen bedenkt, eine erstaunliche Bühnenpräsenz und Sänger Austin war dann auch eher auf den Bassboxen als auf der Bühne anzutreffen und suchte die Nähe des Publikums. Zum Abschluss gab es dann noch ein kleines Mitmachspielchen bei dem die Zuschauer zunächst den linken, dann den rechten Arm heben sollten, die Nebenmänner damit umarmen und dann zum groovenden Einstieg in den nächsten Song mal wieder ganz traditionell abbangen. Nette Idee und eine insgesamt starke halbe Stunde von RISE TO REMAIN.

Setlist RISE TO REMAIN
The serpent
This day is mine
City of vultures
Power through fear
Nothing left
Bridges will burn

GHOST

Dann wurde es richtig düster auf der Bühne und GHOST betraten die Turbinenhalle. Alle Musiker in schwarzen, dem Ku Klux Klan nicht unähnlichen Kutten und nur Sänger Papa Emeritus durfte in seiner Papstrobe und mit Mütze und Totenkopf geschminktem Gesicht hereinstolzieren, dabei den Weihrauch-Schwenker (Katholiken mögen mir gern den Fachbegriff mitteilen) schunkelnd. Das sah auf den ersten Blick alles ganz nett aus und in der Summe war das, was die Schweden da machten, auch nicht so schlimm wie erwartet, an diesem Abend passten GHOST aber schlicht und einfach so überhaupt nicht ins Konzept. Grundsätzlich finde ich es sehr löblich, wenn Bands auf ihren Touren für ein gewisses Maß an musikalischer Bandbreite sorgen und gerade wenn an einem Abend 5 Bands auftreten, wird es schnell langweilig, wenn alle exakt in die gleiche Kerbe hauen. Doch der doomige Metal mit den satanischen Texten konnte im Vorprogramm von IN FLAMES nicht wirklich überzeugen und gab es zu Beginn noch höflichen Applaus, so mehrten sich bald die Buhrufe und schwollen zum Ende des Sets an.

Setlist GHOST
Con clavi con dio
Elizabeth
Prime mover
Death knell
Satan prayer
Ritual

Ganz anders sah die Sache da schon bei TRIVIUM aus. Tosender Applaus als Matthew Heafy und seine Mitstreiter die Bühne betraten und mit dem Titelsong ihrer aktuellen CD „In Waves“ gleich richtig loslegten. Die Turbinenhalle schien wie ausgewechselt. Wo man sich während GHOST noch wartend die Beine in den Bauch stand und vielleicht gerade noch die Motivation aufbrachte, neues Bier zu holen, ging es bei TRIVIUM von Beginn an richtig ab. Die Thrasher aus Florida heizten die Stimmung aber auch immer wieder an und bereits beim zweiten Song „Drowned and torn asunder“ gab es die ersten Crowdsurfer. Der guten Laune im Publikum waren Aktionen wie diese nur dienlich. TRIVIUM konnten sich aber auch über die Jahre und etliche Touren zunächst als Support, dann als Headliner eine starke Fanbase erspielen und auf die Frage, wer sie denn schon mehrfach gesehen habe, schossen etliche Hände nach oben. Entsprechend lautstark wurden dann auch gerade die älteren Songs mitgegrölt. Als dann Matthew vor dem letzten Song das Publikum bat, nochmal komplett zu explodieren und „Throes of perdition“ vom 2008er Album Shogun anstimmte, kam man der Aufforderung nur allzu gerne nach. Knapp über eine Dreiviertel-Stunde konnten TRIVIUM durchweg begeistern und die Oberhausener so richtig für den folgenden Headliner IN FLAMES aufwärmen.

Setlist TRIVIUM
In waves
Drowned and torn asunder
A gunshot to the head of trepidation
Built to fall
Dusk dismantled
Black
Dying in your arms
Pull harder on the strings of your martyr
Down from the sky
Throes of perdition

IN FLAMES

Als hätten die sympathischen Schweden von IN FLAMES das etwa nötig gehabt. Der Jubel bei TRIVIUM war groß, bei IN FLAMES wurde er allein beim Betreten der Bühne noch einmal gesteigert. Groß war der Zweifel bei der Veröffentlichung der neuen CD „Sounds of a playground fading“, da Jesper Strömblad als letztes Gründungsmitglied die Band verlassen hatte und durch Niclas Engelin ersetzt werden musste. Dass IN FLAMES aber auch ohne Strömblad können (sein Weggang war und ist ein großer Verlust, das steht außer Frage) bewiesen sie eindrucksvoll zunächst durch die CD und nun auch live und hauten gleich die drei ersten Songs des neuen Albums in genau gleicher Reihenfolge ins Schweden-Death-Metal hungrige Publikum. Doch wer nun Angst hatte, die Band würde sich auf die neuen Songs beschränken, bekam direkt die passende Antwort. Gleich drei absolute Hits wurden hinterher geschoben und bei „Trigger“, „Alias“ und vor allen Dingen „Colony“ drehten die Oberhausener zusammen mit ihren Göttern komplett durch. Kaum einer der über 30jährigen im Raum dürfte die Band weniger als 5 mal gesehen haben, waren sie doch gerade Ende der 90er, Anfang der 00er Jahre omnipräsent und gern gesehener Dauergast nicht nur auf dem Wacken Open Air. Doch alle dürften übereinstimmen, dass eine Live-Show der Schweden niemals schlecht oder langweilig war. Dabei waren die Shows dennoch nie gleich (was ja zur Langeweile geführt hätte). Es gab eine Zeit, da haben IN FLAMES verstärkt auf Flammen und Pyrotechnik gesetzt, darauf verzichtete man heute zunächst völlig. Doch allein die Bühnenpräsenz, das sympathische Auftreten, die Ansagen von Anders Friden und natürlich allen voran die genialen Songs, bei denen man sich fragt, wie viele geile Riffs es überhaupt gibt, und wie viele IN FLAMES davon, nutzen sorgten auch in der Turbinenhalle wieder für ein perfektes Konzerterlebnis. Dann verließ Friden plötzlich still und heimlich die Bühne, tauchte aber kurze Zeit später plötzlich auf einer Seitenempore wieder auf, um Fotos von seiner eigenen Band zu schießen und den folgenden Song „Fear is the weakness“ anzusagen und um einen Circle Pit zu bitten. Natürlich kamen die Fans der Bitte nach und der Anblick von der Empore muss durchaus beeindruckend gewesen sein.

Das Publikum fraß ihm aus der Hand und das nutzte Friden in der Folge bei „Ropes“ schamlos aus, indem er zunächst der Security für ihre gute Arbeit dankte und dafür, dass sie die Crowdsurfer so nett auffingen. Dann allerdings machte er den netten Herren so richtig Arbeit, in dem er das Publikum aufforderte, allesamt nach vorne zu diven. Dutzende Körper wurden beim nächsten Song über die Köpfe des Publikums gen Bühne getragen und die Security konnte diese im Sekundentakt auffangen und hatte so richtig viel zu tun. Hart verdientes Brot an diesem Abend. Eine kleine Überraschung stellte für mich der ebenfalls neuen Song „Liberation“ dar bzw. dass IN FLAMES diesen live zum Besten gaben, da dieser fast schon massenradiotauglich poppig ausgefallen ist (wenn auch nicht schlecht) aber dennoch beim Publikum erstaunlich gut ankam und alle Fans zum Mitklatschen bewegte.

Zum Abschluss des nicht ganz 2stündigen Konzertes machten IN FLAMES dann aber bei „Take this life“ noch einmal ihrem Namen alle Ehre und ließen echte Flammen über die Bühne schießen. Ein insgesamt wieder einmal sehr grandioser Auftritt der Schweden-Death-Pioniere, wenn sich auch der ein oder andere Fan sicherlich mehr Hits aus alten Tagen und ein paar weniger neue Songs gewünscht haben dürfte.

Setlist IN FLAMES
Sounds of a playground fading
Deliver us
All for me
Trigger
Alias
Colony
Swim
The hive
The quiet place
Where the dead ships dwell
Fear is the weakness
Come clarity
Ropes
Darker times
Liberation
Only for the weak
Delight and angers
Cloud connected
The mirror´s truth
Take this life

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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