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JENNIFER ROSTOCK – HEISSKALT – AUFBAU WEST

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Ort: Hamburg - Große Freiheit

Datum: 25.01.2013

Noch schnell eine Karte für das JENNIFER ROSTOCK-Konzert kaufen? Fehlanzeige, beide Gigs in Hamburg sind/ waren ausverkauft! Glücklich all jene, die noch eine Karte für die „*_*“-Tour der Band ergattern konnten, so strömten die Jugendlichen zeitig in die Große Freiheit. Sex & Alkohol, selbst Miri hat schnell gelernt und griff sich an die kleinen Titten und wackelte mit ihrem Arsch. Darauf doch einen Schnaps, gebracht von Geilland oder Gayland… Zicke Zacke , Zicke Zacke, hoi hoi hoi. Entsetzt über die ersten Zeilen? Verwirrt als Leser, was bei dem Konzert abging?

Nicht nur, dass Jennifer Weist mit ihrer Gesangsleistung beeindruckte, so legte sie ein fast komödiantisches Talent an den Tag, mit dem sie das Publikum mächtig unterhielt. Sich auf Kosten Anderen lustig machen, da lacht es sich am besten und dementsprechend gut war die Stimmung. So erfuhr man, dass Alex nicht nur unter den Armen beharrt ist und Jennifer auf rasierte und gepiercte Typen steht und ihr bereits beim Song „ Mein Mikrophon“ das Arschwasser herunterlief. Eine Steigerung bei Jennifer ist möglich, wie z.B. ihr feuchter Griff in den Schritt als Einsatzzeichen für das Publikum den Refrain zu „Mein Mikrophon“ anzustimmen. Wollte sich jemand eine Verbalattacke von Frau Weist einfangen, so musste man nur auf ein Bier bzw. auf eine Banane oder zum Mitsingen rauf auf die Bühne. Selbst eine harmlose, dem Jugendschutz entsprechende Banane verliert an diesem Abend ihre Obstbedeutung bei einem15 jährigem Gierschlund.

Wen wundert es, dass die Band laut Aussage von Jennifer in einigen bayerischen Städten Spielverbot hat. Die Sängerin versteht es zu polarisieren, sie unterhält, sie ist geschaffen für die Bühne und zelebriert den Spaßfaktor Saufen und Sex mit Berliner Schnauze gepaart mit Kindersprache… nicht wahr ihr Mäuse mit eurer Schlumpfine? Die Beteuerungen von Christoph, dass sie nun erwachsen wären und nicht mehr wegen Sex, Alkohol und Titten auf der Bühne stehen, sondern wegen der Musik, helfen da wenig. Über all dem Gesagten an diesem Abend vergesse ich fast über die Musik zu schreiben, was sehr schade wäre, denn JENNIFER ROSTOCK überzeugten mit ihrer musikalischen Leistung. So kamen sicherlich die meisten Besucher für die Musik und das „Phänomen“ Jennifer Weist. Der Rest vermutlich wegen Titten und Schnaps. Welcher männliche Frontman schafft es, Frauen aus dem Publikum dazu zu bewegen, ihr T-Shirt zu heben? Wer sich das traute, dessen Oberweite wurde kommentiert. So wurde der Busen der einen gelobt, bei der nächsten über die Größe spekuliert und die andere musste sich die Frage gefallen lassen, ob sie ins Solarium geht. Die Berliner Schnauze sprudelte nur so vor sich hin. Ach, ich schweife wieder ab, nun rückt die Musik schon wieder in den Hintergrund, dabei wurde ein ausgewähltes Set aus alten Songs und neuerem Datums geboten. Apropos Neu: die Band bringt dieses Jahr ein selbiges Album auf den Markt. Nach dieser Ankündigung gab es wieder Jubelstürme im Publikum. Joe und Jennifer verstehen es mit ihren Texten ihren vorwiegenden weiblichen Fans aus der Seele zu sprechen, wie in den Songs „ Es tut wieder weh“ und „Mach mich nicht verliebt“.

Ernster wurde es kurz, als Joe und Jennifer ihre musikalischen Grüße von der Bühne aus nach Russland schickten. Dabei gaben sie ein Intermezzo aus MARIANNE ROSENBERGs „Er gehört zu mir“ und LADY GAGAs „Born this way“ zum Besten, um die dort angeprangerte Homosexualität zu verteidigen… Erstaunlich, dass das junge Publikum gesangssicher „Er gehört zu mir“ mitsingen konnte.

Jennifer gab sich publikumsnah, und lud vier Fans auf die Bühne ein, um dort den unplugged Versionen von „Himalaya“, „3 Millionen Schatten“ und „ Ich kann nicht mehr“ zu lauschen. Lesben waren da auch herzlich willkommen, wenn sie nicht immer noch mehr wollten. Im Anschluss rief Frau Weist bei „Kopf oder Zahl“ zu einem Gesangswettstreit zwischen Miri und Wiebke auf. Ruckzuck, schnell schnell, Zeit ist knapp, hier noch Backstage Pässe an die Mäuse verteilt und weiter ging es mit „Insekten im Eis“, wobei Mathias und Philipp von HEISSKALT mit am Start waren.

JENNIFER ROSTOCK erwiesen sich als Förderer ihrer Support Acts HEISSKALT und insbesondere der Band AUFBAU WEST. So gab es bei dem Auftritt von Letztgenannten das Duett „ Die sicher schlimmste Wahl“ mit Floh und Jennifer (den Song gibt es noch für eine kurze Zeit als Gratisdownload auf der Facebook Seite von AUFBAU WEST). Im Gegenzug gab Floh eine Passage aus „Kopf oder Zahl“ als A capella-Zugabe und rief damit Begeisterung im Publikum hervor. Von der Interaktion mit dem Publikum können sich einige Combos eine Scheibe von AUFBAU WEST abschneiden. Nett auch die Paderborner Form einer Wall of death: genannt Nasi-Nasi. HEISSKALT legten mehr Wert auf Rock`n Roll Attitüde und gaben u.a. die Songs „Der Mond“, „Schatz“ und „Bewegungsdrang“ zum Besten. Dieser Gig war für die Stuttgarter eine Art Premiere, denn sie spielten am heutigen Abend zum ersten Mal in Hamburg. Am 30.03.2013 sind sie dann wieder in Hamburg, diesmal auf ihrer eigenen „Mit Liebe Gebraut“-Tour.

Bei der zweiten Zugabe „Feuer“ von JENNIFER ROSTOCK fanden sich noch einmal alle Bands gemeinsam auf der Bühne ein. Zu „War nicht alles schlecht“ wurde Nico aka DJ AMOKKOMA aka WAR FROM A HARLOTS MOUTH auf die Bühne geholt. Zwischen den Umbaupausen unterhielt er das Publikum als DJ und nun brachte er gesanglich noch ein bisschen Hardcore-Feeling auf die Stage und ins Publikum. An diesem Abend rieselten nicht nur Jennifers Anekdoten über das Publikum hinweg, sondern zum Ende hin auch silberne Schnipsel. Mit lautstarke Pfeifchöre und nicht enden wollender Applaus zeigten die Fans, dass es ein gelungener Abend war.

Setlist JENNIFER ROSTOCK
Fuchsteufelswild
Kapitän
Es tut wieder weh
Wäsche
Zwischen Laken und Lügen
Mein Mikrophon
Der Gärtner
Himalaya (unplugged)
3 Millionen Schatten (unplugged)
Ich kann nicht mehr (unplugged)
Meine bessere Hälfte
Insekten im Eis
Kopf oder Zahl
Mach mich nicht verliebt
Blut gelegt

Wo willst Du hin
Feuer
War nicht alles schlecht

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

P.S.: Kleine Anmerkung des Korrekturlesers am Rande. JENNIFER ROSTOCK waren anscheinend nicht erbaut über ONKELZ-Shirts im Publikum und verbaten sich das Tragen dieser Oberbekleidung (ebenso von FREI.WILD) via Facebook, was neben Zustimmung auch einen wahren Shitstorm entfachte. Wenn sie wüsste, dass ich in meiner Jugend auch mal ein BO-Konzert besucht habe…

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