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JENNIFER ROSTOCK – ICH KANN FLIEGEN

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Ort: Dresden – Alter Schlachthof

Datum: 04.11.2011

Na super! Erst geht man ein ganzes Jahr auf kein einziges Konzert und dann direkt zwei Wochen hintereinander. Am vergangenen Freitag „verirrte“ sich JENNIFER ROSTOCK nach Dresden, genauer in den „Alten Schlachthof“. Da mir vor etlichen Jahren verwehrt wurde, die Band auf dem Stemweder Open Air Live zu sehen, musste dieses mehr oder weniger traumatische Erlebnis also aufgearbeitet werden. Nach mal wieder reibungsloser Einlasskontrolle und der von mir bejahten Frage, ob ich denn bei der Vorband auch schon Fotos machen wolle, zog ich los in Richtung Fotograben. Die Möglichkeit, ordentlich zu knipsen, auch schon beim Support war also in trockenen Tüchern.

Um 20:15 Uhr (oder wie man hier sagt viertel Neun) begaben sich ICH KANN FLIEGEN auf die Bühne, die für mich bis dahin total unbekannt waren. Mit Indie im Stil von MADSEN versuchte man zu punkten und ganz ehrlich? Es gelang recht gut. Das Publikum feierte, sang gelegentlich mit und vereinzelt wurden auch IKF Shirts, Pullover oder EPs verkauft. Wo wir einmal beim Merch sind, gehört es heutzutage scheinbar wirklich zum guten Ton, Shirts für 20.- und Hoodies für mindestens das doppelte, also meiner Meinung nach viel zu teuer, zu verkloppen. Aber zurück zum wesentlichen: Live gefielen mir die vier Jungs recht gut (auf Platte dann leider nicht mehr, wie ich zuhause feststellen musste) und man ließ sich einfach feiern. Nach guten 30 Minuten verließ man die Bühne und begann fleißig ab und umzubauen.

Nach geschätzten 20 Minuten wurde es wieder dunkel im Saal und Jennifer Weist samt Band betrat die Bühne. Die Frontfrau, die auf dem Merch der Band ein wenig aufs Korn genommen wird („Mit weniger Metall in der Fresse sähe die Alte ganz OK aus“) zeigte sich relativ sparsam bekleidet, dafür aber mit drei Lampen an jeder Hand um den Abend mit „Meine bessere Hälfte“ zu eröffnen. Zum zweiten Track wurde es dann etwas heller und die Funzeln an den Fingern verschwanden, dafür aber auch noch ein Kleidungsstück, das bis dahin den Kopf von Frau Weist bedeckte.
Die Songauswahl fand ich persönlich sehr gelungen. Man spielte alles von „Himalaya“ über „Du willst mir an die Wäsche“ und „Es tut wieder Weh“ bis hin zu „Mein Mikrofon“. Sehr positiv überraschte mich die kleine akustische Session, die man eingeschoben hatte und das mit einer Handvoll Fans AUF der Bühne. Nach eben jenem Sit-in wurde ein Mädchen, dass sich selbst als „Anschellik“ vorstellte, auf der Bühne behalten, nur um in einem riesigen Gummireifen zu den Klängen von „Der Kapitän“ durchs Publikum gehoben zu werden. Wenig später fragte Frau Weist dann, wer den kompletten Text zu „Feuer“ singen könnte. Ein weiterer weiblicher Fan wurde auf die Bühne gehievt und sollte nun mit einem Mikro bewaffnet das Stück vortragen. Blöd nur, dass die Technik versagte und man mehr oder weniger ein Instrumentalstück geboten bekam. Als erste Zugabe wählte man „Feuer“ in einer zuerst Jazz-angehauchten, dann aber High-Speed Version. Der wirklich letzte Track war dann „Es war nicht alles schlecht“ (mein persönlicher Liebling auf dem neuen Album) das auf Platte von Nico, der bei WAR FROM A HARLOTS MOUTH shoutet gefeatured wird. Leider verzichtete man darauf, jemanden live shouten zu lassen und ließ die Parts von Nico vom Band ertönen.

Noch vor dem letzten Ton stürmte bereits alles Richtung Ausgang. Ich hab es bisher noch nie erlebt, dass sich ein Konzertsaal so schnell leert. Trotzdem war es ein gelungener Abend und ich denke, ein JENNIFER ROSTOCK-Konzert ist keine schlechte Abendbeschäftigung.

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