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JOE BONAMASSA

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Ort: Dortmund - Westfalenhalle 2

Datum: 14.03.2013

JOE BONAMASSA kann man wohl problemlos als ein Phänomen bezeichnen. Wenn heutzutage noch jemand mit Blues und Bluesrock eine so große Location wie die Westfalenhalle in Dortmund lange vor dem eigentlichen Tag des Ereignisses ausverkauft und dabei nicht zu den wenigen verbliebenen ganz Großen der Szene (ich denke da an B.B. King und Co.) gehört, aber fast in der gleichen Preisklasse liegt, dann ist das schon beachtenswert. Wenn dieser Kerl dann unglaubliche 35 Jahre alt ist (wir reden hier nicht von einem Mitglied einer Boygroup) und auf so beachtliche Erfolge wie JOE BONAMASSA, sei es solo als auch mit seiner Supergroup BLACK COUNTRY COMMUNION, zurückblicken kann, dann ist dies wirklich phänomenal. Das Publikum, das an diesem Abend in die Westfalenhalle strömte, war bunt gemischt. Dass auch Medien wie der Rock Hard regelmäßig über JOE BONAMASSA berichten und sogar dieses Konzert präsentierten, sorgte wohl nicht zuletzt dazu, dass auch viele langhaarige Kuttenträger den Weg zum Konzert fanden. Der überwiegende Teil des Publikums bewegte sich dann aber doch eher im fortgeschrittenen Alter zwischen 50 und 60 Jahren, vielleicht nicht zuletzt auch wegen der nicht ganz günstigen Eintrittspreise die je nach Kategorie zwischen 55 und 80 Euro lagen.

Passend dazu gab es an diesem Abend auch eine bestuhlte Halle und nummerierte Sitzplätze. Zunächst tummelte sich eine beachtliche Horde von Musikfreaks vor der Bühne und vertiefte sich in Fachgespräche über das Equipment, Verstärker usw. des Meisters. Diese wurden dann aber kurz vor Beginn der Show von den Ordnern zurück auf ihre Plätze verwiesen. Pünktlich um 20 Uhr begann die Show und zunächst gab es noch etwas Unruhe, da zu spät eintrudelnde Fans noch auf ihre Plätze geleitet werden mussten. Dies fiel insbesondere deshalb auf, da JOE BONAMASSA sein Set akustisch begann und die ersten 5 Songs unverstärkt spielte. Er begann dabei mit 2 Coverversionen von BAD COMPANY („Seagull“) und CHARLES MINGUS („Jelly Road“). Begleitet wurde er von seinem Schlagzeuger, der die Percussions bediente. Verstärkt wurde diese Besetzung nur noch beim dritten Song „Richmond“ durch ein Akkordeon und beim darauffolgenden „Jockey Full of Bourbon“ mit einem Klavier. Eine erste größere Kostprobe seiner Fähigkeiten gab JOE BONAMASSA dann beim letzten Song des Akustiksets „Athens to Athens“ zum besten, doch auch die Geschwindigkeit an den Percussion-Instrumenten wurde beim sich immer schneller steigernden Song mehr als beachtlich.

Nach nicht ganz 30 Minuten wurde dann aber die Gitarre elektrisch und die Band kam auf die Bühne. Der Sound war zunächst ein wenig schwach und undifferenziert, da sollte sich aber innerhalb kurzer Zeit immer weiter bessern. In der nun folgenden Stunde spielte sich JOE BONAMASSA durch eine Auswahl seiner größten Hits und gerne auch einmal bei seinen ausufernden Gitarrensoli in Ekstase. Unter großem Jubel wurde „Driving Towards the Daylight“ empfangen. Hier passte das eh großartige Konzept der Lightshow sich wunderbar dem Song an und im fahlen bläulichen Licht mit Nebel von hinten wurde der Hit performt. Auch im verzerrten Teil seines Auftrittes verzichtete JOE BONAMASSA nicht auf Cover und spielte das überragende „Who´s Been Talking“ von HOWLIN´WOLF und das ganz ruhige Bluesstück „Blues Deluxe“ von JEFF BECK, das von mehreren begeisterten Rufen aus dem Publikum begleitet wurde. An dieser Stelle hätte man sich allerdings passend zum Song eher in die Intimität einer kleinen verrauchten Kneipe gewünscht, denn nur schwerlich schaffte es JOE BONAMASSA die Intensität des Songs gegen die zahlreichen und etwas störenden Hintergrundgeräusche des großen Publikums zu übertragen. So ausufernd und intensiv sein Gitarrenspiel bis hierher war, so zurückhaltend und schüchtern waren seine Ansagen und beschränkten sich meist auf ein kurzes „Thank you“. Seine erste längere Ansage war dann tatsächlich die zu „Lonesome Road Blues“ bei der er seinem Publikum für sein Kommen und die Unterstützung dankte. Bei diesem Song zeigte auch sein Drummer bei einem langen Solo sein gesamtes Können. Das reguläre Set endete mit „Django/ Mountain Time“ dann nach ziemlich genau 90 Minuten und das Publikum hielt es hier bereits kaum noch auf den Stühlen.

Es war natürlich klar, dass dies noch nicht alles gewesen sein konnte und mit lautstarken Zugaberufen wurde Joe zurück auf die Bühne geholt. Er erklärte, dass er beim folgenden Song „Asking Around for You“ fett gewesen sei, als er diesen geschrieben habe. Doch auch mit normaler Statur schaffte er es dieses Lied überzeugend zu präsentieren. Unter riesigem Jubel begann er dann sein letztes Stück „Ballad of John Henry“ und nun hielt es wirklich niemanden mehr auf den Sitzen (3/4 der Zuschauer vor Begeisterung und der Rest, weil er nun nichts mehr sehen konnte). Die beiden Songs der Zugabe, gerade der psychedelisch ausufernde letzte Titel, nahmen dann noch einmal mehr als 30 Minuten in Anspruch, so dass nach knapp über 2 Stunden die Fans zufrieden in den Dortmunder Abend entlassen werden konnten.

Setlist
Seagull
Jelly Roll
Richmond
Jockey Full of Bourbon
Athens to Athens
Dust Bowl
You Better Watch Yourself
Song of Yesterday
Dislocated Boy
Driving Towards the Daylight
Who´s Been Talking
Blues Deluxe
Lonesome Road Blues
Django / Mountain Time

Asking Around for You
Ballad of John Henry

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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