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K.D.A.

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Ort: Berlin - K17

Datum: 24.12.2004

Wie verbringt der fromme und brave Terrorverleger den Heiligabend in Berlin? Er knallt sich die Ohren mit Electropunk zu! Vergessen die familiäre Seligkeit mit Weihnachtsbaum und Chorälen – stattdessen harsche Sounds und stampfende Rhythmen. Alle Jahre wieder spielt das Projekt um Norri und Wim (CORVUS CORAX, TANZWUT) zum 24.12. das obligatorische Konzert, während man den Rest des Jahres seine Zeit eher mit den Hauptprojekten verbringt. Ort der abgedrehten Bescherung war wieder einmal das K17 in Berlin Friedrichshain, wohin der ausgehfleißige Weihnachtsverweigerer auch ohne leuchtenden Stern zu finden wusste.

Da die kleineren Floors des Hauses mit diversen schwarzen Parties belegt waren, hatten K.D.A. die große Halle zur freien Verfügung. Obwohl es ganz offensichtlich noch andere Berliner Schwarzkittel aus der Plätzchenstube trieb – unter anderem entdeckte das geschulte Auge im Publikum auch den schönen ARDOR VOM VENUSHÜGEL – konnte die Räumlichkeit nur etwa zu einem Drittel gefüllt werden, was der Motivation der Formation augenscheinlich keinen Abbruch tat. Eine dunkle Bühne, UV-aktive Farbe allerorten, Markierungen mit ebensolchem Tape, eine nachtleuchtende Wirbelsäule als Mikrofondeko. Und das Quartett Norri, Wim, Patrick und Hatz (die letzten Beiden sind ja ihrerseits auch bei den zwei Mittelalterformationen zugange) war
ebenfalls optisch auffallend dekoriert. Mit einer Mischung aus Splatter- und Cyberelementen (hervorzuheben sei da Wims Maulkorb und Schürze mit Ausblick auf einen fast nackten Hintern) – und ebenfalls viel UV-Farbe – kostümiert, bot man im Schwarzlicht ein gar abstruses Bild. In Kombination mit teils sparsamster Beleuchtung, teils anhaltenden Stroboblitzen und dem typisch krachenden K.D.A-Industrialrock pusteten die Berliner wohl so manches Weihnachtsenglein von seiner Wolke.

Inhaltlich war anscheinend wenig auf bewährtes Material zurückgegriffen worden, kaum ein Song der beiden offiziellen Alben „Jesusatan“ und „Gift“ wurde präsentiert. Der Titeltrack letzterer Scheibe bildete eine Ausnahme, ansonsten gab es offensichtlich viel unbekanntes, neues Material zu hören, welches 2005 regulär veröffentlicht werden soll. Norri sang und krächzte zum Soundgewitter, welches da aus den Boxen entgegendröhnte. An diesem Abend ging es nicht wirklich um Inhalt oder schöne Klänge – schocken war angesagt. Das gelang auch durchaus, und die absolute Überraschung bildete ein Gast am Schluss des Sets. Strahli, Ex-CORVUS CORAX-Mitglied, kam mit roten Dreads und Blumen an den Knien auf die Bühne und verhalf „The Light“ zu einem etwas hippiesken Flair. Nach diesem Knaller verließen K.D.A. die Bühne, die Musik lief über mehrere Minuten weiter, fadete irgendwann aus und verlor sich im Nichts. Zurück kehrte niemand, kompromisslos bis zum Letzten. Ein frohes Electropunk-Fest wurde uns da beschert: Süßer die Gitarren nie krachten!

Setlist K.D.A.
Intro
Live
Me Myself
Walk
Divemaster
PTM
KSF
Allein
Traumdieb
Ewigkeit
Overdose
Nothing
Gift
Geld ist sexy
You
Wollt ihr
Left Right
The Light

Copyright Fotos: Antje Wagler

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