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KILLSWITCH ENGAGE – SYLOSIS – HEARTIST

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Ort: München - Theaterfabrik

Datum: 23.04.2013

Was für eine bekloppte Idee, am Tag des Champions League Fussi-Knallers München – Barcelona zu beschließen, auf ein Konzert in den Austragungsort München zu fahren. Eine gefühlte Ewigkeit von 2 Stunden und Hunderte zu 98% wildgewordenes Testosteron befördernde Autos später steht dem musikalischen Knaller-Event dieses Abends dann endlich nichts mehr im Wege. Und so haben anscheinend noch mehr Freunde des Metalcore geplant. Denn der Parkplatz vor der Theaterfabrik ist gut schon gut gefüllt, obwohl in Folge der Verkehrssituation um die Stadt der Weisswürste noch einige Nachzügler zu erwarten wären.

Los geht es Punkt 20:00 Uhr dann auch mit HEARTIST aus Südkalifornien. Der neuesten Entdeckung des Roadrunner-Labels und damit Kollegen des Headliners bleibt genau eine halbe Stunde Zeit, um das Publikum zum Kauf Ihrer unlängst erschienen EP “Nothing you didn’t deserve” zu bewegen. Dass lassen sich die jungen Südkalifornier rund um Fronter Bryce Beckley nicht zweimal sagen und starten mit ebenjenem Titeltrack den Angriff auf die Gehörgänge der bis dato anwesenden Freaks. Egal ob beim folgendem “Rhinestone” oder auch “Where did I go wrong”, reiner Metalcore hört sich anders an. Die HEARTIST’sche Hexenküche verpasst dem eisernen Kern mit Hilfe des guten Klargesangs und ansprechender Melodien einen ordentlichen Schuss Pop-Rock. Doch fehlen leider ebenjene Hooklines, die aus einem guten Song einen echten Überhit machen. Das kann auch die Zugabe “Disconnected”, einer der stärksten Songs der EP, nicht herbeizaubern. Schade, da gibt’s noch Luft nach oben.

Nach einem nur 10-minütigen Quick & Dirty Soundcheck huschen SYLOSIS im Dunkel auf die Bühne und der sich füllende Zuschauerraum verrät: Endlich haben es fast alle trotz Fussball-Gross-Events geschafft … oder sind sie wegen der britischen Melodic-Death-Metaler gekommen? Schnell ist klar, man hat auf jeden Fall richtig was auf die Ohren verpasst, sollte man sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht in mittelbarer Nähe der Bühne befinden. Mit “Fear of the world” vom 2012 erschienenen Meisterwerk “Monolith” hauen die vier Briten der Mischung aus (Teenie-) Metalcore Fans und Old-School Kuttenträgern eine volltönende Soundwand um die Ohren. Songs der letzten drei Alben, beispielsweise “Stained humanity”, “Teras” oder “All is not well”, verdeutlichen eindrucksvoll die musikalische Entwicklung der Band. SYLOSIS glänzen durch mächtig abgefahrene Soli, ausgefeilte Riffs, tightes Drumming und allem voran Josh Middleton’s Growls und cleanen Gesangspassagen. Dazu eine eine Runde Moshpit und die von Josh geforderte Mini-Wall of death (liegt nur am Platzmangel vor der Bühne!) – das reicht dem Publikum zum Selig-Sein. Bomben-Sound gepaart mit viel Herzblut und Leidenschaft endet nach gut 30 Minuten im einzigartigen “Empyreal” der “Edge of the earth” LP aus 2011. Zurück bleibt eine ungefähre Ahnung, dass es besser eigentlich nicht mehr kommen kann.

Aber da war ja noch was, richtig, der Headliner, KILLSWITCH ENGAGE ziehen Fans egal welchen Metalgenres an, wie Bayern München an diesem Abend die Tore. Und tatsächlich trifft man auf Band-Shirts der Marke HELLOWEEN, SAINT VITUS, IRON MAIDEN über ACCEPT, GRAVE DIGGER, VOLBEAT, RAGE, AGNOSTIC FRONT, HYPOCRISY bis hin zu HEAVEN SHALL BURN, IN FLAMES, oder STICK TO YOUR GUNS mitsamt ihrer mehr oder weniger skurrilen Besitzer. Kein Wunder, denn KILLSWITCH ENGAGE vereinen wie kaum eine andere Metalcore Band Härte und Melodie in einem Sound. Vor Energie und Spielfreude nur so strotzende Live-Shows tun ihr übriges, um Anhänger aus allen eisernen Reihen zu rekrutieren. Und die sympathischen US-Amerikaner haben neben dem am 29.03. veröffentlichten sechsten Studio-Album “Disarm the descent” auch Jesse Leach, ihre alte neue Frontsau eingepackt. Neugier und Vorfreude sind dementsprechend groß, wie der Andrang vor der Bühne bestätigt. Full House für KILLSWITCH!

Richtig schön melodiös geballert geht’s dann gegen 21:45 auch los mit dem Opener des neuen Scheibe “The hell in me”. Im Folgenden konzentriert sich die Setlist auf Songs der Alben “The end of heartache” und “Alive or just breathing”. Die Menge jubelt und feiert ordentlichst. Dabei erweist sich der gemeine KILLSWITCH-Anhänger als extrem textsicher: Nicht nur altbekanntes wie “Fixation of the darkness” oder “Rose of sharyn” werden euphorisch stimmlich untermalt, auch bei der neuesten Single “No end in sight” gibt’s fantechnisch keine Texthänger. Darauf erst mal ein Bier auf ex – Prost! Das lässt sich auch Leadgitarrist und Rampensau Adam Dutkiewicz nicht entgehen, schließlich ist man in München! Weiter peitschen Jesse und co. die Menge, Teil zwei hat es nicht minder in sich: Mit “The arms of sorrow” und “My curse” schummeln sich sogar noch zwei Songs der “As daylight dies” Scheibe in die Gehörgänge des Publikums. Auch hier überzeugt Jesse auf ganzer Linie. Einziger Wehrmutstropfen: “Killswitch engage” kommt in dieser Setlist nicht vor, für echte Die-Hard Fan ein Mini-Mini-Kritikpunkt. Im Gegenzug nutzen die sympathischen Amis jede Minute, sich immer wieder beim Publikum, aber auch bei der Crew, zu bedanken, was die Fans mit “KILLSWITCH”-Rufen quittieren. Nach eineinhalb Stunden und dem Killersong “My last serenade” ist dann Schluss mit verzückendem Geballer. Das war wieder einmal Party pur. KILLSWITCH haben abgeliefert, punktgenau professionell und mit dem Herz am rechten Fleck.

Setlist KILLSWITCH ENGAGE
The Hell in Me *
A Bid Farewell
Fixation on the Darkness
The New Awakening *
Life to Lifeless
Take This Oath
The Arms of Sorrow
This Is Absolution
No End in Sight *
Rose of Sharyn
Numbered Days
Self Revolution
In Due Time *
My Curse
The End of Heartache

My Last Serenade

Sound: 1 mit Sternchen
Publikum: Es scheint, die Metal-UN haben KILLSWITCH-Konzerte zu ihrem Stammtisch ernannt.
Vom Konzert gelernt: Egal, was du trägst, KILLSWITCH geht immer!

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