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KILLSWITCH ENGAGE – THE HAUNTED – BRING ME THE HORIZON

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Ort: Herford - Club X

Datum: 19.01.2007

Vielseitig beginnt das Metal-Jahr 2007. Nach der Thrash-Keule ONE MAN ARMY und dem Death-Gewitter KATAKLYSM standen an diesem milden Januar-Abend eher moderne Metal-Klänge auf der Ohrenschmaus-Speisekarte. Diesen Abend eröffnen sollten eigentlich BURY YOUR DEAD, doch da Sänger Mat Bruso zum Jahreswechsel das Weite suchte, konnten die Amis nicht antreten und wurden durch die Briten BRING ME THE HORIZON ersetzt.

Äußerlich präsentierten sich die jungen Banger genau so, wie man sich den typischen Emo/ Screamo/ Metalcorer vorstellt. Blasse Babyface-Hungerhaken mit eigenem „Stil“, was Kleidung betrifft, Arme mit Tattoos zugeknallt und Frisuren… ok, lassen wir das. Hauptsache, die Musik knallt. Die knallt bei BRING ME THE HORIZON mächtig… mächtig langweilig. Vor allem der Unterschied von Platte zur Live Darbietung wurde mehr als deutlich. So keift und growlt dort der schüchtern wirkende Front-Scheitel Oliver Sykes verdammt amtlich, doch live verkommt der Gesang zu unidentifizierbarem Gegrummel und Gekrächze. Die Musik an sich war recht ok, aber absolut nix besonders. Thrash-Gebrate wechselt sich mit wuchtigen Breaks ab. Riffs, welche man auch in dieser Zusammenstellung schon x-mal zu Hören bekommen hat, werden von tighten aber wenig flexiblen Drummings angetrieben. Genauso wie das Stage-Acting bei diesen Jungs auch schon vorher einstudiert schien. Die vorhersehbar gesetzten Beat-Downs brachten einige Bewegungswilligen immerhin schon mal zu einigen Turnübungen und Rumfuchteleien, was bei den meist jüngeren Fans merklich nicht so gewünscht war. Wohlwollender Applaus und einige Zurufe anwesender und natürlich schon gut vorgeglühter Landsleute sorgten dann am Ende dafür, dass sich BRING ME THE HORIZON nicht völlig fehl am Platz vorkamen. Schnell Getränke-Nachschub organisieren, was an diesem Abend an den leicht überfordert wirkenden Theken gar nicht so leicht war, und wieder ab nach vorne… Denn nun sollten die Schweden-Thrasher THE HAUNTED ordentlich Schwung in die Sache bringen.

Und das versuchten sie auch gleich erfolgreich mit „The Flood“ und „The Medication“ vom neuen Album „the Dead Eye“. Und auch wenn das Mikro erst nicht so wirklich wollte, bewiesen die Nordmänner sogleich, dass sie nicht umsonst zu der Speerspitze des europäischen Thrashs gehören. Denn hier ist nicht nur Durchbrettern angesagt, sondern auch ein gehöriger Anteil Tiefgang hat Album für Album den Weg in die Songs von THE HAUNTED gefunden. Zu einem Großteil geht diese Tatsache sicher auch auf die Kappe von Ausnahme-Sänger und Front-Psycho Pete Dolving. Der Typ besitzt nicht nur eine vielseitig krasse Stimme, sondern auch noch eine Mimik und Körpersprache, welche die mal wütenden („99“) mal düsteren Songs („Absymal“) nicht nur ideal unterstreicht, sondern keinen Zweifel daran lässt, dass der Typ nicht alle aufm Dampfer hat. Egal, wenn dabei solch geile Songs entstehen. Diese wurden von den Björler-Brüdern (Gitarre, Bass) sowie Jensen und Jensen (Gitarre, Drums) gewohnt tight, exakt und extrem fett dargeboten. Auch wenn die Reaktionen der schon mächtig vollen Halle recht ordentlich ausfielen, war der Band schon spürbar klar, dass die meisten anwesenden Fans auf die Party mit dem Headliner warteten. So zockten THE HAUNTED ihr Set (leider ohne „DOA“ und „Hate Song“) routiniert runter und gaben mehr als nur eine gute Visitenkarte ab.

Nach einer weiteren recht zügigen Umbaupause (nach der Show war noch Disco angesetzt) war es nun Zeit für die Rückkehr der Metalcore-Pioniere KILLSWITCH ENGAGE. Besonderes Augenmerk war da natürlich auf Ersatz-Gitarrist Pete Wichers (ex-SOILWORK) zu legen, der den schwer am Rücken verletzten Weirdo Adam D. ersetzte und nur knapp 2 Tage Zeit hatte, sich das Set drauf zu packen. Doch erst mal hieß es feiern. Denn als „A Bid Farewell“ angestimmt wurde, ging ein Mega-Ruck durch die Halle. Plötzlich schienen alle in den Innenraum und nach vorne zu wollen, so dass es für viele, vor allem junge weibliche, Fans sehr eng wurde. Doch davon ließen sich diese wie auch die restlichen über 1500 Leute nicht aufhalten und so wurden KSE nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Ob die altbekannten Hits „Breathe Life“, „When Darkness falls“, „Life to Lifeless“ oder der Hit „Rose of Sharyn“, hier wurde während der massiven Mosh-Parts abgegangen wie Hölle und bei den Refrains sang die ganze Halle lauthals mit. Gänsehaut-Faktor hoch drölf, welcher sich auch bei den neuen Krachern „My Curse“, dem Album-Titel „As Daylight Dies“ und „This is Absolution“ fortsetzte. Absolute Highlights einer jeden KSE-Show sind und werden sicherlich für immer und ewig „My last Serenade“ und „The End of Heartache“ bleiben. Einfach Killer für die Ewigkeit! Und dementsprechend feierte die Menge mit der Band auch ab!

Erfreulicherweise war von Howards gesundheitlichen Problemen nix mehr zu merken, so dass sowohl die Shouts als auch der Gesang ohne Probleme kamen. Auch so hatte der schwarze Front-Hüne dieses Mal auf der Bühne nichts zu befürchten. Musste die Band (wie auch das Theken-Personal) doch sonst dauernd aufpassen, nicht von ihrem Lead-Gitarristen über den Haufen gerannt zu werden, hatte man diesmal etwas mehr Bewegungs-Freiraum. So beteiligte sich Ersatz-Mann Pete Wichers zwar auch mal an den Spielereien zwischen Band und den wieder mal recht aktiven Roadie-Clowns, besann sich aber sonst auf sein Spiel und dies saß auf den Punkt! So konnten sich also die anderen drei ordentlich austoben, was natürlich vor allem Power-Mosher Mike D. (Bass) nutzte, der eigentlich permanent unterwegs war, für Action sorgte und dabei die Fans anfeuerte. Gitarrist Joel ließ derweil ordentlich seine Fussel-Flut kreisen und flachste im Hintergrund immer mal wieder mit Pete rum, welcher auch nach fast jedem Song von seinen Kollegen beglückwünscht und angefeuert wurde. Schade natürlich, dass Derwisch Adam D. nicht dabei sein konnte, aber auch so bestätigen KILLSWITCH ENGAGE nach dem starken Album auch wieder live ihre Spitzenposition der neuen Metal-Generation! Aber eine etwas längere Setlist darf es beim nächsten Halt in Deutschland allerdings schon sein…

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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