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KIM WILDE – KELLNER

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Ort: Dortmund - Westfalenhalle 3a

Datum: 03.03.2011

Letzten Herbst ist sie 50 Jahre alt geworden: KIM WILDE, platinblonde 80er Ikone und somit seit 30 Jahren im Musikgeschäft. Doch von Altermüdigkeit keine Spur. Ihr aktuelles Album „Come out and play“ strotzt vor schwungvollem Pop und konnte in Deutschland eine Platzierung in den Top Ten Album-Charts erreichen. Grund genug, ihr bei der laufenden Tournee unsere Aufwartung zu machen. Unsere Wahl fiel auf Dortmund und somit Westfalenhalle 3A – einem Zweckbau mit 70er Jahre-Charme, der an diesem Abend besonders durch die samtrote Bestuhlung einer mobilen Tribüne verstärkt wurde. Insgesamt hatten etwa 800 Fans eine Alternative zum Karneval gewählt, von denen sich 250 für einen Sitzplatz entschieden hatten, so dass der Rest keinerlei Platzarmut zu beklagen hatte. Schon jetzt war der Blick frei auf einen Bühnenaufbau mit einer großen Showtreppe und zwei seitlichen Aufgängen.

Doch zunächst wurde der Abend gegen 19.45 Uhr am Bühnenrand von KELLNER eröffnet. Dahinter verbergen sich Singer-/ Songwriter Matthias Kellner und seine Mitstreiter aus Regensburg, die mit soul- und blueslastigem Rock die Menge aufzutauen versuchte. Das gelang mit „Rich man“ und „Disappear“ auch direkt ganz gut. Matthias, ein Pfundskerl, mit einer Stimme nahe an NICKELBACKs Chad Kroeger wusste zu unterhalten, besonders der Wechsel zwischen englischem Gesang und mundsprachlichen Ansagen gab dem Ganzen eine sehr sympathische bodenständige Note. Mit „Road Session“ erscheint Ende des Monats das dritte Album von KELLNER, von dem es nun schon mal „The Glow“ zu hören gab. Während es auf der Sitztribüne noch so manche Konfusion bezüglich linker Seite/ rechter Seite zu beheben gab, folgte unterstützt durch einen Elektro-Kontrabass „Isong“ vom Vorgänger „Hey Dude“, ehe KELLNER mit der „Ballad of poor man“ und „Oh way“ langsamere und nachdenklichere Töne anschlugen, inklusive einem kleinen Ausflug zu HOUSEMARTINS’ „Caravan of love“ und ersten Aufforderungen zum Mitsingen. Das Publikum ließ sich mitnehmen, zollte ordentlichen Applaus und so bedankte Matthias sich nach einer halben Stunde artig, dass auch heute zum Glück wieder keine Tomaten geflogen seien und KELLNER verabschiedeten sich mit „The last cannibal“. Ein handwerklich solider Gig, der besonders durch sauberen Harmoniegesang gefiel und in einem rockigeren Kontext sicherlich noch besser aufgehoben gewesen wäre. Aber, wie uns Herr Kellner anschließend noch versicherte, war man auf Wunsch von Frau Wilde persönlich als Support ausgewählt worden.

Setlist KELLNER
Rich man
Disappear
The Glow
Isong
Ballad of poor man
Oh why
The last cannibal

Nach einer zügigen Umbaupause erklangen dann gegen 20.40 Uhr die ersten Töne von “King of the World”, auch Opener des aktuellen Albums, und passend für ihren Einsatz erschien KIM WILDE im schwarzen Hosenanzug oben auf der Treppe. Ihre 6-köpfige Begleitband ist ja ein kleines Familientreffen, Bruder Ricky ist an der Gitarre dabei und Nichte Scarlett (ebenfalls komplett in schwarz mit schwindelerregendem Ausschnitt) unterstützt gesanglich. Mit von der Partie außerdem u.a. Nick Beggs von KAJAGOOGOO am Bass. Mit „Chequered love“ ging es dann gleich 30 Jahre zurück zu einer der ersten Singles aus dem Jahre 1981. Am Bühnenrand sorgte ein Ventilator für wehendes Haupthaar der Protagonistin, sowie im Hintergrund der Einsatz eines Umhängekeyboards für perfektes 80-Feeling, fehlte eigentlich nur noch die Nebelmaschine. Für das aktuelle „Hey!You!” wurde die Bühne in blutrotes Licht getaucht, danach erinnerte Kim dann mit “Anyplace, anywhere, anytime” an ihre Freundschaft zu “your lovely NENA”. Es folgte mit „Words fell down“ ein mir nicht so geläufiger Titel, zu finden auf dem zweiten Album „Select“ aus 1982. Dem anschließen sollte sich nun ein Dreierblock von Titeln aus dem aktuellen Werk, darunter die aktuelle Single „Lights down low“. Kim bedankte sich für die Unterstützung ihrer Fans und den Charterfolg des Albums, ehe mit „Cambodia“ erneut ein Klassiker folgte. Die Euphorie-Skala reichte im Publikum von offenbar zur Begleitung gezwungenen Männern, die der Darbietung ohne jede Regung folgten, bis zu einem dauerhopsenden 2-Mann-Fanclub in der ersten Reihe. Das Gros der Leute ging auf jeden Fall gut mit, ließ sich auf Mitsingspielchen ein und feierte nun weitere alte Hits wie „Never trust a stranger“ und „View from a bridge“. Danach stellte Kim Wilde ihre neu erworbenen Klavierspielkünste unter Beweis mit „Jessica“, einem putzigen Liedchen, das sie ihrem Hund gewidmet hat. Nachdem Frau Wilde bislang die Möglichkeiten ihrer Bühne voll ausgenutzt hatte und sich mittlerweile ihres Jacketts entledigt hat, wurde es nun Zeit für eine kleine Verschnaufpause in Form eines Acoustic-Sets bestehend aus „Love blond“, „Thought it was goodbye“ und dem TASMIN-ARCHER-Cover „Sleeping satellite“. Doch mit „Together we belong“ wurde es wieder lauter und schneller. Für das Finale schmiss sich Kim in eine Lederjacke, um mit „My wish is you command“ einen weiteren Titel ihres aktuellen Albums vorzustellen, es folgte mein Favorit „Second time“ mit puckerndem Bass-Solo, „This Paranoia“ mit weiteren Mitsingaufforderungen, ehe das reguläre Set mit „You came“ endete.

Doch den Zugabenwünschen wurde schnell entsprochen, zunächst mit dem recht intim vorgetragenen ALPHAVILLE-Cover „Forever young“ (hier hatte dann auch der mitgereiste Fotograf seinen Gesangseinsatz), dann nochmals energetisch mit der neuen Single „Get out“ und dem Mega-Hit „Keep me hanging on“. Erneut verschwanden KIM WILDE und ihre Mitstreiter hinter der Bühne, doch sollte auch dieser Abend nicht ohne einen weiteren Riesenhit enden und so setzte „Kids in America“ ein I-Tüpfelchen auf einen schönen Ausflug in die 80er mit jeder Menge Deja-Vus. Für uns und sicherlich viele andere im Saal eine dankbare Alternative zum Karnevalstrubel.

Setlist KIM WILDE
King of the world
Chequered love
Hey you
Anyplace, anywhere, anytime (NENA-Cover)
Words fell down
Lights down low
Real life
Suicide
Cambodia
Never trust a stranger
View from a bridge
Jessica
Love blonde (Acoustic)
Thought it was goodbye (Acoustic)
Sleeping satellite (Acoustic – TASMIN ARCHER – Cover)
Together we belong
My wish is your command
The second time
This Paranoia
You came

Forever young (ALPHAVILLE-Cover)
Get out
Keep me hanging on

Kids in America

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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