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KRACH AM BACH 2005

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Ort: Beelen

Datum: 05.08.2005 - 06.08.2005

Was macht ein Festival zu einem guten Festival? Wenn die Leute trotz Sauwetter richtig feiern. War es im letzten Jahr so heiß, dass man sich nur im Schatten aufhalten konnte und vor der Bühne eine Staublunge bekam, regnete es dieses Jahr fast in einem durch. Zu meiner Verwunderung war der Zeltplatz dieses Jahr größer und voller. Konnte man letztes Jahr mit 4LYN und den ALTERNATIVE ALLSTARS zwei Top Acts auf dem Festival begrüßen, war das Line Up dieses Jahr weniger bekannt, qualitativ aber genauso gut besetzt. Der Dauerregen zwang die Festivalleitung zu schnellem, wohlüberlegtem Handeln. So wurden Zeltdächer für das Publikum vor der Bühne aufgestellt und Rindenmulch gegen die Schlammpfützen auf dem Gelände verteilt. Sehr angenehm, trotz Regen nicht nass und schlammig zu werden!

Erste Band des Freitagabend war NO MORE LUND, Gewinner des eigens vom Veranstalter initiierten Nachwuchswettbewerb. Eine musikalische Mischung aus Crossover und Alternative Rock. Leider war der Sänger völlig überfordert oder besser untalentiert. Was auch das Publikum, außer den Leuten, die die Formation kannten, mit dem Abwandern auf den Zeltplatz quittierte.

Nach kurzer Umbaupause kam dann der erste Höhepunkt des Tages auf die Bühne: EAT THE GUN aus Münster. Die vier Westfalen konnten mit ihrem Hardrock, im Stile der L.A. GUNS, SKID ROW oder auch POISON das Publikum zum rocken bringen. Allerdings muss hier erwähnt werden, dass der Gesang bei weitem nicht so hoch ist, sondern eher an die BACKYARD BABIES erinnert. Der Sänger animierte das Publikum zum Mitsingen und Tanzen, was die bestgelaunten Leutchens der Band mit extrem viel Applaus zurückgaben.

Mit einem so gut eingeheizten Publikum konnten DEATH BEFORE DISCO von Anfang an punkten. Die fünf Belgier, die ihre letzte Scheibe bei Goodlife Records herausgebracht haben, wussten das Publikum mit kurzen Ansagen und einer rasanten Show zu begeistern. Musikalisch boten DEATH BEFORE DISCO soliden Emo Core, der durch den richtig guten Sound abgerundet wurde.

Hier muss mal zwischendurch die Riege der Mischer anerkennend erwähnt werden. Bis auf NO MORE LUND hatten alle Bands einen für ein Festival unglaublich guten Sound. Die Leute an den Reglern waren gerade dieses Jahr besonders gut und haben zu dem guten Gesamteindruck des „Krach am Bach“-Festivals entscheidend beigetragen.

Nach DEATH BEFORE DISCO kam es am Freitagabend zu einem weiteren großen Höhepunkt des Events. Fast pünktlich zu BLACKMAIL hörte es auf zu regnen, und die Zelte vor der Bühne konnten beiseite getragen werden. Die Jungs hatten an diesem Abend die eindeutig größte Publikumsresonanz und das beste Wetter. BLACKMAIL brachten mit ihrem „Gitarren Emo Pop“ auch die betrunkensten Festivalbesucher zum tanzen. BLACKMAIL hatten ihre Setlist so gesetzt, dass alte und neue, bekannte und unbekanntere Sachen sich gut abwechselten und das Publikum eigentlich nicht zur Ruhe kam.

Leider waren unsere Schuhe so durchnässt, dass wir kurz vor Ende des Sets das Festival verlassen mussten, um nicht morgen aufzuwachen und krank zu sein. Auf dem Parkplatz erwartete uns eine nicht wirklich schöne Überraschung. Der ganze Acker war total schlammig, und die Fahrt zur Straße hat einige Nerven und einen sauberen Wagen gekostet. Schlamm ist rutschiger als Eis, das konnten wir an diesem Abend feststellen. Sollte es so weiterregnen, würde es morgen eine große Überraschung für die geben, die noch auf dem Parkplatz standen.

Und Samstag regnete es natürlich. BITUNE war für mich die erste Band des Tages. Auf der der zweiten Bühne rockten die vier Jungs aus Eschwege mit einer Mischung aus EmoCore und Alternative Rock richtig los. Leider war durch den andauernden Regen die Publikumsresonanz mit leider nur vierzig Leuten sehr bescheiden, obwohl die Jungs wirklich gut waren (wie jüngst schon im Vorprogramm von 4LYN). Vielleicht hätte man BITUNE direkt am ersten Tag auf der großen Bühne als Opener spielen lassen sollen. Verdient hätten sie es allemal.

Durch den Wechsel zwischen zwei Bühnen war die Wartezeit auf INDIAN TEA COMPANY sehr sehr kurz. Die drei Hanseaten hatten auch von Anfang an mehr Publikum, obwohl die Musik bei weitem nicht so eingängig war wie bei ihren direkten Vorgängern. INDIAN TEA COMPANY kann man musikalisch durchaus mit KULA SHAKER vergleichen. Mit einer ungewöhnlichen Instrumentalisierung – Sarod, Keyboard und Schlagzeug – boten die drei Hamburger indisch angelehnten “Gitarrensound”. Im Gegensatz zur Sitar ist der Sarod bundlos, was es nicht mehr möglich macht, definierte Töne abzugreifen, andererseits kann man zwischen den verschiedensten Tonarten gleiten. Die Sarod lässt sich von ihrer Spielart mit der einer Geige vergleichen.

Im Anschluss kam die junge Band ELIKAN DEW. Schöner emotionaler Alternative Rock aus Berlin. Die 4 Jungs verstanden es trotz schlechtem Wetter die Menge schnell in ihren Bann zu ziehen und ein tolles Set zu spielen. Leider hatte mich der Regen auch schnell durchnässt, so dass ich wieder zum Zelt ging, um mich für meinen Favoriten REVOLVERHELD auszuruhen.

Dann war es soweit, die „REVOLVERHELDen“ betraten die Bühne, eine neue deutsche Rockband aus Hamburg. Mit der Single „Generation Rock“ überzeugten sie schon im deutschen Musikfernsehen und auch ihre neue, etwas ruhigere Single „Die Welt steht still“ steht momentan auf Platz 4 der MTV TRL Charts (wenn das nichts heißt). Live überzeugten die 5 Musiker durch die Bank, und es entstanden erstmals an diesem Tag kleine „Mosh-Pits“ vor der Bühne. Ihre Songs gefielen mir ausnehmend gut, und mit ihren deutschen Lyrics machen sie klar, was sie wollen – ROCK. Die Band spielt übrigens am 3.12.2005 in Gütersloh in der Weberei und ist einen Konzertbesuch wert.

Im Anschluss folgten UNION YOUTH, die schon mit ihrem ersten Album 2002 überzeugen konnten. Nun haben sie ihr neues Werk „The Boring Years“ veröffentlicht und bescheren uns wieder viele Live-Konzerte. Musikalisch würde ich die Band in die Alternative-Emocore Schublade stecken. Die 4 Jungs überzeugten das Publikum live mit ein paar alten und vielen neuen Songs. Die Stimmung war auf einem weiteren Höhepunkt angelangt. Maze (Gesang/ Gitarre) verzauberte die Zuhörer mit seiner tollen Stimme und seiner netten Art.

Anschließend gönnte ich mir eine kleine Regenpause am Zelt, bevor es wieder zur Bühne zum Auftritt von STONE THE CROW ging. Die ersten Songs hatten schon begonnen, und mich erwartete eine Mischung aus New-Metal/ New Rock. Wilde Mosh-Pits und völlig wilde Kids standen vor der Bühne. Der Sänger Marc (Ein Dero-Lookalike) forderte die Zuschauer immer wieder auf, sich voll der Musik hinzugeben und abzugehen. Harte aber auch ruhige Momente, die sie zu einer tollen Mixtur mischten, waren im Set von STONE THE CROW zu finden. Eine Tolle Live-Band – doch leider nicht ganz mein Geschmack.

Danach folgte meine persönliche Lieblingsband an diesem Abend, THE JESSICA FLETCHERS aus Norwegen. Schöner Retro Rock ’n’ Roll zum Tanzen. Den Sound könnte man mit Bands wie THE INTERNATIONAL NOISE CONSPIRACY oder MANDO DIAO vergleichen. Live gab es einfach nur Spaß und gute Musik von den 5 Jungs. Sie verstanden es schnell die Leute in ihren Bann zu ziehen und sie für sich zu begeistern. THE JESSICA FLETCHERS war eine sehr schöne Abschlussband für dieses Festival, und ich ging nach dem Konzert gut gelaunt zum Zelt zurück, um den Abend ausklingen zu lassen.

„Krach am Bach“ war auch 2005, trotz des wirklich schlechten Wetters, ein absolut lohnendes Festival mit tollen Bands, netten Besuchern aber auch stark durchnässten Schuhen… Bis zum nächsten mal… in 2006

Copyright Fotos: Stefan Wolharn

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