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LAITH AL-DEEN – MARK FORSTER

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Ort: Bielefeld – Ringlokschuppen

Datum: 29.01.2012

Wie könnte man ein eiskaltes Januar-Wochenende besser beschließen als mit einem heimeligen Konzert in gepflegter Atmosphäre? LAITH AL-DEEN hat zwar in den Augen der Öffentlichkeit eher den Ruf eines Kuschel-Barden, doch bereits in der Vergangenheit durfte der Terrorverlag feststellen: Der Mann rockt und das auch noch sehr sympathisch. Doch der Reihe nach. Gegen 19 45 Uhr betraten wir den Ringlokschuppen, der diesmal die Tore zur kleineren Konzerthalle geöffnet hatte. Dort aber sorgten die annähernd 800 Besucher (überwiegend Pärchen) von Anfang an für gute Stimmung, von der bereits der Opener profitierte.

Der hörte auf den Namen MARK FORSTER (nicht zu verwechseln mit dem fast gleichnamigen Regisseur), ein 28-jähriger Berliner und Pianist des deutlich bekannteren KURT KRÖMER. Viel mehr Biographisches gibt es eigentlich nicht zu sagen, dass Debütalbum namens „Karton“ (?!) ist im selbigen und wartet auf die Veröffentlichung. Auf der Bühne neben ihm Hanni und Nanni alias Christopher Noodt am Keyboard links sowie Alexander Grube (Bass/ Gitarre) zur Rechten, das alles in entspannter Bar-Heimeligkeit. Wohlgelaunter und nicht zu peinlicher „Befindlichkeits-Pop“ mit guter Stimme und guter Laune vorgetragen, allerdings auch nicht gerade revolutionär. Die Zuschauer quittierten die „schonungslose Gefühls-Ehrlichkeit“ des Hauptstädters bereits jetzt mit rhythmischem Klatschen. Ein netter Einstieg in den Abend.

Setlist MARK FORSTER
Auf dem Weg
Die kleinen Dinge
Karton
Bergab
Wo ist dein Feuer
Allein
Du und ich

Kurz nach 20 30 Uhr war es dann soweit für den Deutsch-Iraker, seine Fans zu begrüßen. Die Tour zum wiederum recht erfolgreichen Album „Der letzte deiner Art“ (Media Control Charts Platz 5) führte ihn nach 4.5 Jahren wieder in die ostwestfälische Metropole. Interessant der Bühnenaufbau: Schlagzeug und Keys (Dave Mette & Tobi Reis) hinter einer Art „Wagenburg“, die wie auch der Backdrop für Projektionen genutzt wurde, somit waren die beiden Herren teils richtiggehend eingerahmt von Farbspielen und Animationen. Eine sehr nette Idee. Das Intro klang sehr elektronisch und hätte auch problemlos zu einem Synthie Pop-Act gepasst. Doch schnell übernahmen rockige Klänge die Szenerie – wie schon eingangs erwähnt, wird aus dem radiofreundlichen Deutsch Pop live problemlos treibender, handgemachter Rock. Dafür stehen auch die Namen Ole Rausch (Gitarre) und Frieder Gottwald (Bass), die sich mächtig ins Zeug legten. Über allem thront natürlich die Stimme vom „lieben“ Laith, der mit seinen sympathischen Ansagen für ebenso gute Laune wie auch mal nachdenkliche Momente sorgte. Schließlich ist der Herr Pate für das World Vision-Kinderhilfswerk, das sich am Merchandise Stand präsentierten durfte und mit dem „Lied für die Welt“ geehrt wurde. Aber keine Angst, Betroffenheit kam erst gar keine auf, dafür sorgten schon treibende Gitarren-Soli und gar prog-rockige Parts wie bei „Sterne“. „Alles an dir“ wurde kurzerhand zur Ode an alle anwesenden Singles (5 meldeten sich, der Running Gag des Abends) umfunktioniert und es gab auch Tipps für einsame Abende auf dem Bärenfell. Dazwischen Altes und Neues in perfektem Einklang, gekrönt von einer markanten Stimme, die immer noch zum Besten im Lande gehört. Nach dem aktuellen Titeltrack machten es sich die 5 Kollegen vorne am Bühnenrand gemütlich und präsentierten 4 Songs in der Unplugged-Variante, dazu gab es wieder allerhand Scherze und interessante Projektionen. Teils wurden auch Live-Bilder von der Bühne direkt wieder auf die Leinwände gebracht, garniert mit Farbspielereien und Effekten, ein recht beeindruckendes visuelles Erlebnis ohne allzu viel Aufwand bzw. Ablenkung vom Wesentlichen. Mit den beiden wohl bekanntesten LAD-Hits „Dein Lied“/ „Bilder von dir“ endete der Hauptteil in großem Jubel, ausufernde Mitsing-Spielchen (bei denen das anwesende Weibsvolk weit überlegen war) führten die Stimmung noch einmal auf ihren Höhepunkt, und zu guter Letzt nahm auch der Sänger noch einmal ein Bad in der Menge. Berührungsängste gab es an diesem Abend auf beiden Seiten keine.

Noch bevor die geplante dreiteilige Zugabe ihren Lauf nahm, verließen wir – von einem anstrengenden Wochenende gezeichnet – den Ort des Geschehens, in dem Wissen, dass LAITH AL-DEEN auch weiterhin eine wichtige Konstante im deutschen Pop/ Rock-Universum bleiben wird. Jemand, der Bodenständigkeit und handwerkliches Können perfekt mit einer sympathischen Ausstrahlung kombiniert, ohne dafür in die lyrische Klischeekiste greifen zu müssen. Und schon war es draußen nicht mehr gar so kalt…

Setlist LAITH AL-DEEN
Intro
Gib dich frei
Leb den Tag
Lied für die Welt
Nie mehr
Sicher sein
Diesmal
Alles an dir
Sterne
Nur einen Meister
Der letzte deiner Art
Wieder tun (unplugged)
Sag mir, dass du es bist (unplugged)
Dreh dich nicht um (unplugged)
Keine wie du (unplugged)
Interlude Instrumental
Dein Lied
Bilder von dir

Ich will nur wissen
Jetzt, hier, für immer
Jedesmal

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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