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LEBANON HANOVER – ASH CODE

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Ort: Bielefeld - Movie

Datum: 07.03.2015

Das Bielefelder Movie entwickelt sich seit geraumer Zeit zu einer Konzertstätte für Darkwave/ EBM/ Synthipop und auch Punk, wie es das in der ostwestfälischen „Metropole“ schon seit langer Zeit nicht mehr gegeben hat. Dort spielen Bands, die weit weg vom Mainstream sind, auch innerhalb der sogenannten Gothicszene. Für diesen Abend hatte sich das Duo LEBANON HANOVER angesagt und der Vorverkauf für diese Veranstaltung lief sehr gut an, es wurden fast 200 Karten abgesetzt. Erstaunlich für eine Band, von der ich persönlich bis dato noch nichts gehört hatte. Aber da ich ja immer für Neues offen bin, wollte ich mir dieses Event nicht entgehen lassen. Kaum zu glauben aber wahr, das ehemalige Kino war schon bei der Vorband richtig gut gefüllt, das hatte ich so nicht erwartet. Erfahrungsgemäß kann es durchaus passieren, dass der Support ignoriert wird, das war hier überhaupt nicht der Fall. Da hatte der Veranstalter ein glückliches Händchen bewiesen und mit ASH CODE genau die richtige Band verpflichtet.

ASH CODE aus Italien werden von einigen Musikmagazinen schon als die elektronischen JOY DIVISION betitelt. Das ist zwar etwas weit hergeholt, aber es scheint etwas dran zu sein an dem Sound der Ende 2013 gegründeten Band. Mit etwas Verspätung eröffneten Claudia (synth, voc), Alessandro (voc, programming) und Adriano (baß) mit „Self Distruction” ihr Set. Vom Publikum gab es mehr als nur den Anstandsapplaus und das Trio auf der Bühne, das anfangs etwas schüchtern agierte, spielte sich durch ihr bislang einzig veröffentlichtes Album „Oblivion“, wobei der Titeltrack noch am bekanntesten war. Kein Wunder also, dass einige Fans textsicher mitsangen. Um die Setlist ein wenig aufzulockern gab es mit „I Can’t Escape Myself“ eine sehr interessante Coverversion von der englischen Post Punk Band THE SOUND. Prominentestes Mitglied dieser Combo war der begnadete Songschreiber und Sänger Adrian Borland (RIP). Bei „Drama“ verließ Claudia ihren Synthie und übernahm das Micro von Alessandro und performte diesen Song größtenteils mit geschlossenen Augen. Mit der Single „Dry Your Eyes“ beendeten die drei nach ca. 45 min. ihren umjubelten Auftritt.

Setlist ASH CODE (ohne Gewähr)
Self Distruction
Crucified
Waves With No Shores
Empty Room
Unnecessary Songs
Oblivion
I Can’t Escape Myself (THE SOUND Cover)
North Bahnhof
Drama
Want
Dry Your Eyes

Nach einer kurzen Umbaupause betraten die mittlerweile von Berlin nach London umgesiedelten LEBANON HANOVER die Bühne, um ihr gerade veröffentlichten Longplayer „Besides The Abyss“ dem Publikum näher zu bringen. Leider gab es von Anfang an Probleme mit der Technik, die eigentlich nur die Musiker zu stören schien. Trotzdem spielte sich das Duo durch das aktuelle sowie die anderen drei hoch gelobten Alben „Tomb For Two“, „Why Not Just Be Solo“ und „The World Is Getting Colder“. „Hollow Sky“, „A Very Good Life“, „Dark Hill“ und natürlich „Gallowdance“ sind nur einige der Songs, die das Publikum in der Instrumentierung Baß, Gitarre und Drumcomputer serviert bekamen, wobei gerade letzterer Song von vielen Fans mitgesungen wurde, zumindest der deutsche Part. Einzuordnen ist der Sound von Larissa Iceglass (voc, baß) und William Maybelline (voc, git) zwischen Dark, Cold und Minimal Wave. Minimal war auch die Interaktion mit dem Publikum, „Thank You“ und „Danke“, mehr war nicht drin. Nach einer guten Stunde war das reguläre Set der beiden beendet und das Publikum konnte das Duo nur noch für einen Song auf die Bühne holen. Danach erklärte der Veranstalter den Gig für beendet.

Das war dann doch etwas abrupt, damit haben die wenigsten gerechnet, passt aber irgendwie zum reservierten und zurückhaltenden Image von LEBANON HANOVER. Evt. waren auch die schon oben angesprochenen technischen Probleme schuld an dem etwas merkwürdigen Auftritt der beiden. Ihre kleine „Besides The Abyss“-Tour führt sie neben fünf deutschen Städten noch nach Paris und Athen und im Sommer werden sie auf dem Amphi Festival in Köln auf der Bühne stehen, vor größerem Publikum spielen und ihren Bekanntheitsgrad sicher noch weiter steigern.

Da hat es sich auch ausgezahlt, dass die Dark Wave-Veranstaltungen vom Freitag auf den Samstag gelegt wurden, denn so haben viel mehr Leute die Möglichkeit, diese auch zu besuchen. Das tut auch den dort auftretenden Bands gut, denn wer spielt schon gern in einer leeren Halle. Aus Gesprächen mit einigen Besuchern nach dem Konzert kristallisierte sich heraus, dass ASH CODE viel besser angekommen sind als der Hauptact selbst, Respekt. Wer die Italiener noch einmal live erleben möchte, muss sich nur noch ein halbes Jahr gedulden, denn zusammen mit SHE PAST AWAY und den GOLDEN APES werden sie wieder an selber Stelle auf der Bühne stehen. Was für ein grandioses Line Up!

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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