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LORDI – TRI STATE CORNER – REVERSE GRIP

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Ort: Hamburg - Markthalle

Datum: 03.04.2013

Das Warten auf LORDI hatte 2013 endlich ein Ende, am 3.4 starteten die Finnen in Hamburg ihre „To Beast Or Not To Beast“-Tour. Bereits im Vorfeld verkündete die Band in der Presse, dass die Show noch krasser werden solle, noch blutiger, noch härter. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an den heutigen Abend, der jedoch eher lau mit der aus Toronto stammenden Band REVERSE GRIP zeitig begann. Die drei Brüder boten 08/15 Hardrock der 80 er Jahre, angereichter mit seichten Texten. Optisch glich der Sänger mit seiner Sonnenbrille und dem Kopftuch Axl Rose, wodurch der Eindruck verstärkt wurde, dass der Band ein eigenes musikalisches Profil fehlt. Der Funke sprang weder bei „Sold My Soul“ noch bei „Nasty Reputation“ über und so erbarmten sich die Hamburger nur zu einem Anstandsapplaus. Der einzige Headbanger bei diesem Gig war der bandeigene Drummer.

Musikalisch interessanter wurde es bei TRI STATE CORNER. Die aus dem Kölner Raum stammende Band kombinierte gekonnt Metalgitarren mit der klassischen Bouzouki und der Sänger kann u.a. mit seinem Charme punkten. So gab es aus den Reihen des Publikums den „Ich-will-ein-Kind-von-Dir“-Zuruf, der jedoch von einem männlichen Besucher stammte! Der metallastige Rock kam gut bei den Hamburgern an und so ließen sie sich sogar zu diversen Mitmachaktionen hinreißen: wie das Ausbrechen von Jubelstürmen bei der Erwähnung des neuen Albums. Unter der Anleitung von Vassilios klappte sogar das Mitsingen und der Wechsel von Männer- und Frauengesang. Die Band verstand es musikalisch zu überzeugen und sie ließ Raum für Gitarren- und Bouzouki-Soli, nebst griechischen Gesangparts.

Während des Auftritts von TRI STATE CORNER hatte sich die Markthalle gut gefüllt und es gab im Publikum hin – und wieder etwas zum Staunen und Schmunzeln: wie etwa Tigger von Winnie Puuh als Metalfan verkleidet oder der Rotschopf, der aus dem Mund leuchtet oder der Fan, der einen schwarz angemalten Hals hatte. Zudem gab es diverse Schilder mit Miau-Schriftzug, eine Scream-Maske und überall Nieten an der Kleidung. Nicht nur ein buntes Publikum hatte sich eingefunden, sondern auch auf der Bühne hatte sich eine Heerschar von Stagehands eingefunden, die bemüht waren, den Umbau so schnell wie möglich zu gestalten. Selbst die Musiker der Vorbands mühten sich mit dem Abbau des Podests ab. Molton wurde entfernt und enthüllte das Wheel of Torture, diverse Banner der Bandmitglieder und die mit Knochen und Totenschädel verzierten Instrumente von Mana und Hella. Selbst als die Bühne in Dunkelheit getaucht war, huschten ständig Stagehands von einer Seite zur anderen.

Mana-, Lordi- und Pussy- Rufe ertönten aus dem Publikum, bis endlich das Glockenläuten einsetzte und die Monster die Bühne betraten. Riesig wirkte Mr. Lordi himself auf seinen Plateauschuhen und donnernd ging es mit „ We’re Not Bad for The Kids (We’re Worse)“ los. Zu „Bringing Back The Balls To Rock“ vertrieb die Faust LORDIs einen maskierten Spaßvogel von der Bühne, damit die Kirmes-Geisterbahnfahrt ungestört fortgesetzt werden konnte. Zu „Who´s Your Daddy“ zückte Tomi eine große Pistole und beschoss die ersten zehn Reihen zum Glück nur mit Stickstoff-Nebelschwaden. Nach dieser Aktion stellte er trocken fest, dass der Grund, warum ihm so heiß wäre, die sehr südliche Lage Hamburgs sei. Der Abend war geprägt von humorvollen Ansagen und Aktionen der Monsterband. Dem Publikum wurde dann zu dem Highlight „Girls Go Chopping“ richtig heiß, da die ersten Reihen ohne Unterlass hüpften. Während der gesamten Show fühlte man sich wie in einer Geisterbahn, so köpfte OX zu dem Stück „Blood Red Sandman“ einen Statisten. Das Highlight unter den Special Effects war der bis unter die Decke schwebende Drummer Mana zu „Supermonstars“. Während des Stücks schwenkte Mr. Lordi dann noch die Kreissäge und einen Eimer mit Gliedmaßen. Der Unterschied zu einer Geisterbahnfahrt ist gering, und besteht darin, dass man aussteigen könnte und es hier Hardrock auf die Ohren gab. Ausgestiegen ist aber niemand, sondern erst mal richtig in Fahrt gekommen. Das Publikum ging von der ersten bis zur letzten Minute mit. Mal wurden Fäuste in die Luft gerissen, dann wieder Unmengen an Pommesgabeln gezeigt. Vereinzelt gab es LORDI-Sprechchöre und es wurde fleißig in den ersten Reihen gehüpft und sogar etwas gepogt.. Mitsingfreundlich zeigten sich die Fans u.a. zu „This is Heavy Metal“.

Die LORDI Show muss man mit Ironie betrachten. Ironie ist auch das richtige Stichwort für die Performance zu „ I’m The Best“. Erst wird Mr. Lordi gekrönt und mit einer Schärpe behangen, um dann am Ende des Songs seinen Blumenstrauß ins Publikum zu werfen. Nach der Krönung wuchsen dem Sänger zu „Devil Is A Lose“ dann Flügel. Die erste Zugabe „Hulking Dynamo“ war auch für die Band eine Premiere, da sie dieses Stück noch nie zuvor live gespielt hatte. Bei dem Zugabenset durfte natürlich „Hard Rock Hallelujah“, der Song mit dem sie den Eurovision Contest 2006 gewonnen hatten, nicht fehlen. Nicht nur das Zugabenset war umfangreich, auch die Bühnenrequisiten, die Special Effects, selbst die Spielzeit der Vorbands war umfangreich, so dass dieser Abend erst spät endete. Blieb zu hoffen, dass die kurze Nacht monsterfreie Träume bescherte…

Setlist LORDI
We’re Not Bad for The Kids ( We’re Worse)
Bringing Back The Balls To Rock
The Riff
Who´s Your Daddy
Girls Go Chopping
Blood Red Sandman
Schizo Doll
ZombieRawkMachine + This Is Heavy Metal
Something Wicked This Way Comes
It Snows In Hell
Supermonstars
I´m The Best
Bring It On + Happy New Fear
They Only Come Out At Night
I Luv Ugly…Monster Oma mit Knüppel in Security Graben
Devil Is A Loser.

Hulking Dynamo

Hard Rock Hallelujah
Sincerely With Love
Would You Love A Monsterman

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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