Terrorverlag > Blog > AMONG SAVAGES, EYES SHUT TIGHT, LOVE AMONGST RUIN > LOVE AMONGST RUIN – EYES SHUT TIGHT – AMONG SAVAGES

Konzert Filter

LOVE AMONGST RUIN – EYES SHUT TIGHT – AMONG SAVAGES

151126-Love-Amongst-Ruin-0

Ort: Hamburg - The Rock Café

Datum: 26.11.2015

Nach fünf Jahren haben LOVE AMONGST RUIN ihr zweites Album „Lose Your Way“ herausgebracht und tingeln nun durch einige kleine Clubs in Deutschland. Hinter der Band stecken Steve Hewitt (ehemaliger Drummer von PLACEBO) und Perry Bamonte (THE CURE). Die Kombination hört sich vielversprechend an und dementsprechend große Erwartungen werden mit den beiden Namen verknüpft.

An diesem Abend sah man im Publikum etliche Anhänger der schwarzen Szene und gleich zu Beginn konnte der Kontrast vor und auf der Bühne nicht größer sein, denn mit AMONG SAVAGES betrat der Singer/ Songwriter Peter Barbee die kleine Bühne, und musikalisch gab es Alternativ- Gitarrenrock aus Nashville (Barbee lebt mittlerweile in LA). Mit „Start At The Beginning“ legte das Duo los und es folgte neben „Getting Older Quicker“ der brandneue Song „Strange Struggle On A Hard Journey“. Im Anschluss freute sich die Band auf ein gemeinsames Bier und Gespräche mit dem Publikum und tatsächlich mischten sich die beiden Musiker nach ihrem Gig unter die Besucher.

Nach einer kurzen Umbaupause passte bei dem Auftritt von EYES SHUT TIGHT nun alles zusammen. Sänger Dirk erinnerte optisch etwas an MARILYN MANSON und performte mit großen Gesten. Spätestens als ein Großteil der Anwesenden bei dem Song „Wait“ die Lollis zückten um im Takt zu Lutschen war klar, dass die meisten heute wegen EYES SHUT TIGHT da waren. Die Hamburger Band absolvierte heute ihren letzten Auftritt in diesem Jahr, und es herrschte vor und auf der Bühne eine ausgelassene Stimmung. Gekonnt animierte Dirk die Fans, mal sang er kniend, dann stütze er sich auf sein Mirko um wild ins Headbangen überzugehen. Mit Rain-Ruf – Aufforderungen an ihre Fans wurde der gleichnamige Song eingeläutet. Vorab gab es noch ein Getränk an den Drummer. Ein lautes „Oh“ von Seiten der Fans ertönte, als mit „You Live Through Me“ der letzte Song angekündigt wurde.

Setlist EYES SHUT TIGHT
Intensity Of Pain
When I Beat You
Wait
All My Sins
Rain
Banished From Paradise
Open Mind
You Live Through Me

Mit Ende des Auftritts von EYES SHUT TIGHT wurde die Bühne für LOVE AMONGST RUIN umgebaut. Vier Gitarren wurde auf die Bühne getragen. Nein wartet, es folgte Nummer Fünf, Sechs, Sieben und dann noch das achte Saiteninstrument!! Allesamt wurden kreisförmig auf der kleinen Bühne platziert und kurzerhand gesellten sich noch diverse Setlists und Texthilfen dazu und eh man sich versah war die Bühne mit elf Zetteln bepflastert und einen Zwölften gab es dann noch für den Drummer, der nach seinem Soundcheck bereits auf den Beginn der Show hinter seinen Instrument noch etwas ausharren musste. Zuvor sah man Perry noch mit Fans ein Gruppenfoto schießen, wofür er kurzerhand eine Frau aus dem Publikum holte, ihr sein Handy in die Hand drückte und sie auf die Bühne stellte. Nach einem kurzen Klönschnack und der letzten Kontrolle der Saiteninstrumente ging der Auftritt von LOVE AMONGST RUIN mit „So Sad“ und waberndem Gitarrenrock los.

Trotz der kleinen Location nutze die Band leider nicht die Möglichkeit, eine persönliche Atmosphäre zu schaffen. Nur zu Beginn machte Steve Hewitt eine kurze Ansage, dass er sein erstes Konzert 1988 im Kaiserkeller gegeben hätte, was mit Gelächter und Applaus beantwortet wurde. Danach gab zwischen den Songs einfach nur noch Leerlauf. Instrumente wurden dann gewechselt, während das Publikum zuschaute. Kurz schien zu „Truth“ der Sound der Band klanglich durchzudringen, bis alles im Gitarrensound erschlagen wurde. Leider schluckten Rückkopplungen und matschiger, breiiger Sound die Songstrukturen. Die traurig/ düstere, teils hypnotisierende Grundstimmung mit wabernden Gitarren, die auf der CD sehr gut funktioniert, war für das Rock Café nicht geeignet. Die Band spielte einen Titel nach dem anderen runter, und je mehr der Abend fortschritt, desto mehr leerte sich der Raum. Steve widmete „Modern War Song“ den Opfern von Paris und bei dem ohrwurmlastigen „Lose Your Way“ sah man doch vereinzelt Leute mitwippen.

Irgendwie war es traurig zu sehen, wie gestandene Musiker, die Stadien gefüllt und Festivals angeführt haben, nun in einer kleinen verrauchten Bude auf St. Pauli vor einer Handvoll Leute auftraten. Für mich waren an diesem Abend eindeutig EYES SHUT TIGHT und ihre Fans die musikalischen Gewinner…

Setlist LOVE AMONGST RUIN
So Sad
Watch Myself
Paper Tigers
Alone
Truth
Modern War Song
Away From Me
Menace Ballad
Lose Your Way
Swan Killer
Home

So Close

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu AMONG SAVAGES auf terrorverlag.com

Mehr zu EYES SHUT TIGHT auf terrorverlag.com

Mehr zu LOVE AMONGST RUIN auf terrorverlag.com