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MARIEMARIE

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Ort: Bielefeld - Bunker Ulmenwall

Datum: 21.02.2014

Normalerweise halte ich mich bedeckt, wenn es um irgendwelche Hotshit-Prognosen geht, eins kann man aber jetzt schon sagen: 2014 wird DAS Jahr für MARIEMARIE. Maria Scheiblhuber, so ihr bürgerlicher Name, tritt gleich mit zwei unverwechselbaren Merkmalen an: Ihrer kupferroten Haarpracht und ihrer Harfe. Ihr Harfenspiel kombiniert sie mit kühlen Elektrobeats und poppigen Melodien und nennt das Ergebnis „Folktronic Pop“.

Schon der Start ins neue Jahr fiel mit einem Auftritt auf der großen (live im TV übertragenen) Silvester-Sause am Brandenburger Tor nicht gerade bescheiden aus. Anfang Februar erschien nun das Debüt „Dream machine“ mit dem sie zurzeit auf Clubtour unterwegs ist. Leider musste die 30-jährige einige Gigs krankheitsbedingt abgesagen, wir hatten jedoch Glück, passend zum Auftritt im Bunker Ulmenwall präsentierte sich Mariemarie wieder (fast) genesen. Die Location war klug gewählt, denn die etwa 150 interessierten Zuhörer sorgten für den passenden Rahmen einer (derzeit noch) intimen Performance.

Mit Juri am Cello, Maximilian an den Keys/ Gitarre und Johannes am Schlagzeug hatte sich MARIEMARIE versierte Verstärkung mitgebracht und pünktlich um 20.30 Uhr ging es mit „Wild bees honey“ los. Noch ein bisschen schüchtern begrüßte sie die Anwesenden und zeigte sich von den Katakomben Bielefelds recht angetan. Nach dem dynamischen „Candy jar“ traf bei „Ode to a dream“ verzerrter Gesang auf die organische Instrumentalisierung, ein wunderbares Kleinod, das Maria ebenso charismatisch zelebrierte wie den Titel „Open your eyes“, den sie inspiriert durch einen Sonnenaufgang nach durchgemachter Nacht geschrieben hat. Die Performance traf auf ein sehr aufmerksames Publikum, das erst den letzten Ton verklingen ließ, ehe es mit begeistertem Applaus reagierte. So auch beim sehr reduziert und emphatisch vorgetragenen CHRIS ISAAK-Cover „Wicked game“, das auf der Bonus CD „The engine“ zu finden ist. Frau Scheiblhuber blieb während ihrer Ansagen auf charmante Art recht aufgeregt. Voller Herzblut erzählte sie über die Entstehung einzelner Songs, ihrem kalten Videodreh im Wattenmeer und präsentierte mit reichlich Stolz den Titelsong ihres Albums „Dream Machine“. Nicht zu unrecht, gehört er denn auch zu meinen Favoriten. Anschließend wechselte Juri vom Cello an eine Trommel, das Set nahm nun mit dem clubtauglichen „Grey“ zunehmend mehr Fahrt auf, was in meiner direkten Nachbarschaft zu putzigen Tanzeinlagen führte und bei „Magnolia“ in (noch recht verhaltenes) Mitsingen mündete. Selbst etwas sperrigere Titel wie „Hideaway“ wurden begeistert vom Publikum aufgenommen, ehe mit „Under the neon sky“ und „Cotton candy hurricane“ die eingängigsten Stücke mit dem größten Pop-Appeal den Schluss eines sehr vielseitigen Sets markierten. Mit letzterem Titel wird MARIEMARIE auch am Vorentscheid zum diesjährigen ESC teilnehmen und den Kampf u.a. mit dem Grafen von UNHEILIG und einer Meute Shantysänger aufnehmen.

Das Publikum war sich einig, alles andere als eine schnöde Albumpräsentation erlebt zu haben und forderte lautstark nach einer Zugabe. Die gab es in Form des sehr reduziert vorgetragenen „Unparadised“, woraufhin Maria und ihre Mitstreiter nochmals mit „Bravo“-Rufen und frenetischem Applaus bedacht wurde. Unbestritten hat MARIEMARIE an diesem Abend ihre Fanbase deutlich ausbauen können, wie die anschließende Schlange am Merch-Stand und die zahlreichen Autogrammwünsche bezeugten. In einigen Wochen, wenn hoffentlich auch das Formatradio MARIEMAIRE entdeckt hat oder vielleicht nach dem ESC-Vorentscheid, wird ihr Name in aller Munde sein. Dann werden sich nicht wenige Besucher des Abends an ein bewegendes Konzert erinnern, dass sie in so intimen Rahmen mit MARIEMARIE vielleicht nicht noch einmal erleben werden. A new star is born!

Setlist
Wild bees honey
Candy jar
Ode to a dream
Open your eyes
Wide
20 steps
Wicked game (CHRIS ISAAK – Cover)
Dream machine
Grey
Magnolia
Hideaway
Your desire
Neon sky
Cotton candy hurricane

Unparadised

Copyright Fotos: Karsten Thurau

2 Kommentare

  1. Christian sagt:

    Das beste Konzert, das ich je gesehen habe!

    Wenn eine CD eingespielt wird, werden natürlich nur die besten Takes zusammengeschnitten. Dass eine Band ein Album live 1:1 fehlerfrei aufführen kann, ist alles andere als selbstverständlich! Erst recht, wenn es sich um ein ausgereiftes Album handelt, wo man als Anspieltip eigentlich alle 12 Stücke nennen müßte!

    Aber MarieMarie Live toppen die Studio-CD nochmal um Längen!
    Vorsicht: Suchtpotential! …mich hats schon erwischt:
    ich hab mich mittags spontan ins auto gesetzt und bin mal eben die 550km
    zum vorläufigen Tour-Abschluß Konzert nach Dresden gefahren!
    ..und das hat sich sowass von gelohnt! ;-) ))
    Die Band hat alle Songs noch weiterentwickelt und kann sie in ganz unterschiedlichen Versionen aufführen! Auf den wirksamen Kern reduziert, wie auf der Bonus-CD “The Engine” oder schlagzeug-getrieben, rockig und extrem tanzbar wie live zu erleben! – echt genial!

    Wenn man bedenkt, dass laut Einstein Genie zu 99% aus Schweiß besteht, kann man vielleicht erahnen, wieviel Arbeit dahinter steckt, sich dieses Live-Können zu erarbeiten! *Respekt*

    MarieMarie brennt für ihre Musik und das sieht man auch! Ich bin sicher, dass ein internationales Publikum das auch gutieren wird! Wäre toll, wenn sie Deutschland mit ihrer tollen Musik beim ESC in Koppenhagen vertreten dürfte!

    I vote for you, Marie! :)

    • frank sagt:

      jungs, das sind zwei wertvolle, weil gute und detaillierte kommentare – danke! ich konnte nicht zum bunker und nun ärgere ich mich ;-)

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