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MARILYN MANSON – COBRA KILLER

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Ort: Dortmund - Westfalenhalle

Datum: 26.06.2007

Nach seinen Festivalauftritten beim Woodstage, Hurricane/ Southside und dem Zita Rock in Berlin stand nun endlich auch ein “Club-Konzert” des Schock-Rockers Manson an, wobei der Begriff “Club” die Westfalenhalle 1 zu Dortmund natürlich nur sehr unzureichend charakterisiert. Allerdings waren wir bei unserer Ankunft schon ein wenig überrascht über die doch relativ kurze Warteschlange vor dem Eingang. Und das gleiche Bild später im Innenraum: Dieser war zunächst durch das Vorziehen der Bühne um einiges verkleinert worden und selbst danach bot sich noch ein relativ löchriges Bild auf den Rängen und im eigentlichen Kessel. 3000 vielleicht 4000 Fans werden es gewesen sein, die sich auf die Live-Umsetzung des neuen Albums plus natürlich die alten Klassiker freuten, doch vorher galt es noch eine Mutprobe zu überstehen…

Die hörte auf den Namen COBRA KILLER und dabei handelte es sich um ein wackeres Damen-Duo aus Berlin, das auf welch verschlungenen Wegen auch immer an den Support Job gelangt war. Da ich schon das Live Vergnügen mit Gina V. D’Orio und Annika Line Trost hatte, war ich gespannt, wie insbesondere die eher jugendlichen, sehr auf den Meister fixierten Fans mit der exzentrischen Darbietung der wilden Furien zurecht kommen würden. Die Hauptstädterinnen treten nur mit ihrer DAT-Maschine auf, sind von daher billig in der Unterhaltung, mal abgesehen vom Rotwein, der anscheinend die Muse der Grazien beflügelt. Jedenfalls schockierten sie mit ihrem trashigen Electroclash und Songs wie “Ledercouch”, “Skibrille” oder “Mund auf, Augen zu” Teile der Belegschaft so heftig, dass diese wie im Wahn immer wieder “Manson Manson” skandierte und sich zwischen den Stücken mit heftigsten Buh-Rufen bemerkbar machte. Einige (ältere) Herrschaften konnten sich aber ein gepflegtes Grinsen ob der Provo-Show nicht verkneifen, die sich einen Dreck um Erwartungen kümmerte. In den 25 Minuten, die den Schlangenbeschwörerinnen zur Verfügung standen, kamen auch wieder die bekannten Show-Elemente zum Einsatz. Ein Hula-Hoop Reifen und besagte Weinflaschen, die mal eben zur roten Dusche umfunktioniert wurden. Ein schön schmieriges Schlamassel. Die völlig enthemmten Ladies verkündeten ihrer Gegnerschaft dann auch ungerührt, dass “Herr Manson schon noch kommen werde, man habe gerade hinter der Bühne mit ihm gesprochen”. Das dürfte einige Teenie-Seelen beruhigt haben und so fand schließlich auch dieser ausgesprochen schräg-orgiastische Auftritt ein schmerzloses Ende.

Nach einer doch recht langen Umbaupause, in der hinter einem großen schwarzen Vorhang mächtig gewirbelt wurde und die Spannung im Publikum stetig wuchs, offenbarte sich dann zu den Klängen von „If I was your vampire“ endlich die anfangs komplett in Nebel eingehüllte Bühne mit MARILYN MANSON samt Gefolge. Das dem betriebenen Aufwand wenig entsprechende, da spartanische Bühnenbild bestand lediglich aus einigen Erhebungen für Schlagzeug und Keyboard, die auch auf Knopfdruck einsetzbaren Kerzenanhäufungen Platz boten, plus Videoscreen und in der Mitte viel Platz für den Meister persönlich. Dieser hantierte zunächst mit einem Mikrofon in Dolchform und konnte ein gut sortiertes Best Of Programm einschließlich sechs Stücken vom neuen Album „Eat me, drink me“ vorweisen, in das für meinen Geschmack einzig „The nobodies“ sowie „This is the new shit“ vom kaum berücksichtigten letzten Werk „The golden age of grotesque“ noch zwingend aufzunehmen gewesen wären. Mr. Warner war nach einem Ruhetag körperlich in guter Verfassung, zeigte sich aber in den Pausen zwischen den Songs sehr wortkarg und wechselte für meinen Geschmack etwas zu häufig die Kleidung. Zu „mOBSCENE“ durften es beispielsweise Sakko und Hut sein, was aber natürlich auch nicht von seinen darauf folgenden und nicht besonders provokanten Spielchen mit der Hand in der Hose ablenken konnte. Unter den neuen Stücken stach besonders die vermeintlich nächste Single „Putting holes in happiness“ positiv hervor, während man sich bei der derzeitigen Auskopplung „Heart-shaped glasses“ aufgrund der plötzlich weitaus lineareren Gesangsleistung des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass hier möglicherweise etwas nachgeholfen wurde. So nahm das Set schnell seinen Verlauf und nach einem erfolgreichen Stimmungstest schloss sich mit „The fight song“ auch schon das vorerst letzte Lied an. Da die anwesenden Fans aber weiterhin gute Laune verbreiteten, konnten sie sich noch zwei Zugaben „erarbeiten“. „The beautiful people“ hatte nach „Rock is dead“ dabei bereits zum zweiten Mal Konfettiregen im Angebot, bevor MANSON zu „Are you the rabbit?“ auf einem überdimensionalen Stuhl noch letzte Leibesübungen absolvierte. Nach 80 Minuten war der Spuk schließlich vorbei und die MM-Sommertour 2007 zumindest in Deutschland Geschichte.

Setlist MARILYN MANSON
If I was your vampire
Disposable teens
You and me and the devil makes 3
Irresponsible hate anthem
mOBSCENE
Sweet dreams (are made of this)
Putting holes in happiness
Just a car crash away
Rock is dead
Heart-shaped glasses
Tainted love
The dope show
Great big white world
The fight song

The beautiful people

Are you the rabbit?

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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