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MASTERPLAN – CIRCLE II CIRCLE – ROB ROCK

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Ort: Osnabrück - Hyde Park

Datum: 25.03.2005

Ein geiles Melodic-Package und das auf Karfreitag! Weshalb auch immer Konzerte statt finden dürfen, Discos aber geschlossen sind bis 12…?! Am Tag darauf wurde der Gig z.B. abgesagt wg. Ostersamstag! Sachen gibt’s…

PURE INC. verpassten wir leider, daher ging’s los mit Altmeister ROB ROCK und seinen Mannen. Und der rockte frisch von der Leber weg, wie David Coverdale auf Metal! Gestik, schickes Outfit, Mucke… hier roch alles nach „im 80er US-Metal“ stehen geblieben. Und das ist gut so! Rob, der so ziemlich alle Alben von Flitzefinger IMPELLITTERI, sowie u.a. das legendäre ´86er M.A.R.S.-PROJEKT, AVANTASIA, AXEL RUDI PELL´s „Nasty Reputation“ und weitere Alben mit seiner Ausnahmestimme veredelte, sang wie ewig jung geblieben und genoss sichtlich den tosenden Applaus der im Schnitt doch etwas älteren Menge. Leider standen nur gut 35 Minuten zur Verfügung. Diese wurden genutzt, um Dampfhämmer wie „Judgement Day“ vom geilen 2000er Solo-Debüt „Rage of Creation“ in die Meute zu pumpen. Von der 2003er-Scheibe „Eyes of Eternity“ gab es ebenso was auf die Ohren, wie von der bald erscheinenden „Holy Hell“. Die neuen Songs lassen ein brettiges Power Metal-Feuerwerk erahnen. Die ganze Band rockte solide durch das Kurzprogramm und nicht nur ich hätte wohl gerne noch mehr gesehen…

Danach kam der nächste Ausnahme-Vocalakrobat in Form des Ex-SAVATAGE-Sängers Zak Stevens mit seiner neuen Combo CIRCLE II CIRCLE. Und der sollte in den nächsten gut 50 Minuten nach allen Regeln der Kunst alles abräumen, was man nur abräumen kann. Absolut perfekte Darbietung und nicht nur für den Verfasser der eigentliche Headliner der Tour! Die etwa 600 Melodic-Freaks im gut gefüllten Hyde-Park waren vollzählig versammelt vor der Bühne, um sich Perlen wie die Single „All that Remains“ vom neuen Album „The Middle of Nowhere“ durch die Lauscher pusten zu lassen. Da wird nicht wild gebangt oder gar gepogt, da wird mitgewippt/ -geklatscht/ -gesungen… Hallo, man ist ja nicht mehr ganz so jung! Frenetischer Jubel brandete nach jedem Song auf, was nicht nur an dem großartigen Material der Band liegt, sondern auch an der erfrischenden Performance der ganzen Combo. Erinnerte mehr als nur einmal an glorreiche 80er US-Stadionrockbands wie MÖTLEY CRÜE oder GUNS ´N´ ROSES in ihren besten Zeiten. Der Mann an der linken Klampfe bangte permanent wie ein Irrer, der Rechte sah aus wie Nikky Six in gesunden Zeiten, poste wie eben jener in besten Zeiten und ließ diverse Male die Axt um den Kopf rotieren. Den Vogel schoss allerdings der Bassist ab, trat er doch in weißen 3/4-Shorts,Wide Shirt und weißem Stirnband auf, poste wie Oskar, schnitt Grimassen und pumpte wie Rob Trujillo über die Bühne! Göttlich. Die gesamte Band war permanent in Bewegung, ließ ordentlich die Matten fliegen und spielte dabei noch tight-as-fuck. Der Spaß auf der Bühne übertrug sich aufs Publikum: Bei dem finalen SAVATAGE-Übertrack „Edge of Thorns“ gab es kein Halten mehr und Zak brauchte Teile der Vocals gar nicht mehr selber zu übernehmen. Die Magie von Sava (wie z.B. vor Jahren an gleicher Stelle) konnte man natürlich nicht erreichen. Dafür musiziert man kerniger und rockiger. Unverständlich, weshalb dann keine Zugabe mehr kommen durfte, obwohl lauthals von Hunderten gefordert… Hut ab vor diesem Riesengig! Kleines Schmankerl am Rande: Bei einem zusammen verfassten Track durfte Bernd Auffermann (Guitar bei ANGEL DUST/ RUNNING WILD) die Klampfe übernehmen!

MASTERPLAN konnten diesen Level nicht halten, obwohl auch die Jungs um die Ex-HELLOWEENies Grapow/ Kusch beileibe keinen schlechten Gig hinlegten. Geht auch gar nicht, bei 2 derart starken Alben, die beide zur absoluten Speerspitze im Melodic-Bereich gehören! Trotzdem war der Sound nun viel zu laut, die Band versteifte sich aufs Posen (da fragt man sich, wozu manche Metaller noch Matte tragen…),anstatt zu den geilen Tracks abzugehen und Sänger Jorn hatte seine Stimme wohl nicht ganz beisammen, versteifte er sich doch immer häufiger auf pures Geschreie statt zu singen. Was dann mit Dauer des Sets doch etwas nervig wurde. Zudem lag jede Menge Hall/ Delay auf den Vocals, weshalb auch immer, denn nötig hat er das eigentlich absolut nicht. Es war auch nicht ganz so voll vor der Bühne, wie bei CIIC. Kleine Wermutstropfen also. Instrumental ist die Band mit ihren Vollblutmusikern natürlich über jede Kritik erhaben und so stieg man schwer fett mit dem geilen Opener „Crimson Rider“ von der aktuellen Platte „Aeronautics“ ein. Die Menge feierte die Band von Beginn an ab. Erstaunlich, dass man sich mit nur 2 Alben in kürzester Zeit schon einen derart großen Status erarbeitet hat. Qualität setzt sich eben manchmal doch durch. Weiter ging’s gleich mit der neuen Hitsingle „Back for my Life“, welches natürlich frenetisch gefeiert wurde. Grapow ließ sich den Spaß nicht nehmen, sich immer wieder am vordersten Bühnenrand in Pose zu werfen und ein ums andere Mal brillant zu solieren. Sollte die gesamten 90 Minuten über noch häufiger passieren. Weiteres Highlight war der mit einem Weltklassechorus gesegnete Überhit der 1.Scheibe „Enlighten Me“! Famos! Ansonsten bot man einen Querschnitt durch die beiden Alben. Nach knapp 80 Minuten war dann erst mal Schicht. Mit den beiden Zugaben „Heroes“ und dem heftigen „Crawling from Hell“ setzte man dann den Schlusspunkt unter diesen geilen Abend, der erneut zeigte, dass gerade auch Melodic Metal noch lange lange nicht tot ist. Und wenn NIGHTWISH 10.000 Leute in die HMS-Halle in Stuttgart ziehen, dann bestimmt nicht wegen seichter Mucke oder der schicken Tarja… METAL ! Weshalb allerdings MASTERPLAN den vielleicht geilsten Track von der neuen Scheibe nicht Live brachten („Into the Arena“), ist mir Slayerhaft.

Setlist MASTERPLAN
Crimson Rider
Back for my Life
Kind Hearted Light
Crystal Night
Enlighten Me
I´m not Afraid
Love is a Rock
Spirit never Die
Soulburn
Falling Sparrow
When Love comes Close
Wounds
Black in the Burn
Bleeding Eyes

Heroes
Crawling from Hell

Copyright Fotos: Mike Tüllmann

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