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MASTERPLAN – SEBASTIEN – SIREN’S CRY

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Ort: Nürnberg – Hirsch

Datum: 21.10.2013

Auch andernorts hat die aktuelle Tour von MASTERPLAN bisher nicht gerade Metalhorden angelockt, aber das Bild, was sich heute hier im Hirschen zu Nürnberg bietet, ist mehr als ein Trauerspiel. Um Punkt 19 Uhr sollte die erste Vorband SIREN’S CRY den Fans einheizen, doch zum Rocken und Hotten haben sich bis dato ganze drei Gestalten vor die Bühne verirrt. Traurig! Da ist die Langhaar-Dichte auf der Bühne ja höher! Das haben sich wohl auch die Veranstalter gedacht und lassen die Show erst später beginnen. Wer weiß? Vielleicht kommen die ja gleich alle gesammelt? Die standen bestimmt alle im Stau… oder planen einen Flash Mob pünktlich zu MASTERPLAN … das heißt also warten … und Kaffee trinken … und warten … aber da tut sich nix … also gut … mit einem Möchtegern-Publikum von 15 Anwesenden im hinteren Teil des Hirsch startet um 19:31 dann endlich das Spektakel auf der Bühne.

Mutig stürzen sich SIREN’S CRY auf die spärlich vorhandene Meute und versuchen sich in progressiv symphonischem Metal. Das klappt mal mehr mal weniger gut. Mehr – das sind Gitarrist, Oberposer und Gründungsmitglied Phillip sowie Basser Sören. Tastenvirtuose Michael und allen voran Dummer Frederic. Weniger, das ist leider Sängerin Katie. Die hübsche Trällerfee bemüht sich zwar euphorisch und unter ausufernden Armeinsatz, die Menge zum Mitmachen zu bewegen. Leider aber schlägt sich Quantität nicht immer in Qualität um und so preschen Timing und Intonation immer wieder an den restlichen Musikern vorbei oder im Gegenteil ziehen sich wie Kaugummi. “Nürnberg, wie geht’s Euch?”… Mhm… Wann sind die 35 Minuten Spielzeit vorbei? Das klappt beim nächsten Mal auch aufgrund einer besseren Tonmonsters an den Knöpfen hoffentlich besser. Daumen drücken für die sympathischen Wiener.

20:19 zeigt der Uhrzeiger, als SEBASTIEN ihren Versuch wagen, die Handvoll interessierter Gestalten vor der Bühne auf Betriebstemperatur zu spielen. Der Plan der Tschechen: Man nehme symphonisch aufbereiteten Power Metal angereichert mit ein bisschen Prog und wiege das Publikum im Discofox-Rhythmus in Stimmung. Und ja! Das funzt! Songs der ersten Platte “Tears Of White Roses” wie auch der für Frühjahr 2014 angekündigten neuen Scheibe “Crucifixion Of The Heart” präsentieren sich in eingängigem und wirklich ansprechendem Klanggewand. Kein Wunder, steckt hinter der Produktion niemand geringerer als Robert Grapow himself. So spielen sich SEBASTIEN vorm allem dank auffällig tänzelndem Bassisten Petri und Möchtegern-THRESHOLDigem Keyboarder Pavel unter der Regie des charismatischen und offenen Fronters George Rain leichtfüßig in die Herzen der anwesenden MASTERPLAN Fangemeinde. Einziger Wehrmutstropfen: Neu-Drummer Lucas unterliegt der Virtuosität seiner Musiker-Kollgen und hängt hier und da im Rhythmus hinterher. Das tut dem Spaß Faktor des SEBASTIENschen Gigs allerdings keinen Abbruch. Im Gegensatz zu Gastsängerin Katie von SIREN’S CRY, die nach kurzweiligen 45 Minuten den letzten Song der Tschechen stimmlich begleiten darf. Jungs, das hättet ihr euch sparen können.

Endlich! Jetzt sollte es auch der allerletzte fränkische MASTERPLANer vor die Bühne geschafft haben. Etwas mehr als 50 Kuttenträger zählt die Menge, als um 21:30 die langjährigen Anwärter auf den hart umkämpften Metal-Thron in die Saiten greifen. Zum ersten Mal nach 5 Jahren Abwesenheit rocken die Power-Metaller rund um Ausnahme-Gitarrist und Songwriter Roland Grapow sowie mittlerweile zum Band-Inventar gewordenen Key-Klimperer Axel Mackenrodt mit einem abwechslungsreichen Programm aus inzwischen bereits 10 Jahren Bandgeschichte wieder europäische Bühnen. Das MASTERPLANsche Debut gleichen Namens war damals eine kleine metall-melodiöse Sensation – leider gefolgt von fortdauernden Line-Up-Problemen und schwachen Releases. Passend zur neuen Platte “Novum Initium” verspricht das gepimpte Ensemble aus Frontmann Rick Altzi (AT VANCE), Bassist Jari Kainulainen (STRATOVARIUS) und Drummer Martin “Marthus” Skaroupka (CRADLE OF FILTH) die Rückkehr zu alten Tugenden mitsamt intensiver und variantenreicher Ohrwurm-Qualität. Eine furiose Kombination aus musikalischer Virtuosität und Spielfreude nimmt mit Hits wie “Enlighten Me” oder “Spirit Never Die” einen auch soundtechnisch ansprechenden Anfang. Schnell wird klar: Rick Altzi macht da oben einen Bomben-Job! Der seit den ersten MASTERPLAN Gigs im Sommer (u.a. beim Bang Your Head) sichtbar im Wohlfühlmodus agierende Schwede stellt gleich von Beginn an klar: Seine kraftvolle und emotionsgeladene Stimme kann es ohne weiteres mit Jorn Lande aufnehmen und unterscheidet sich dank seines Variantenreichtums doch klar von seinem Vorgänger. Deshalb begeistern im Verlauf des Gigs sämtliche Hits wie das obligatorische “Heroes”, die Debut-Hitsingle “Kind Hearted Light”, “Chrystal Night” oder auch “Soulburn” die anwesenden Die-Hard Fans. Auffällig ist, dass sich “Novum Initium” mit nur 4 Songs in die Setlist mischt. Die einprägsame Single „Keep Your Dream Alive“ und das an „Kind Hearted Light“ erinnernde Progster „Black Night Of Magic“ lassen das Grapowsche Komponisten-Talent einmal mehr aufblitzen, bilden doch Texte ohne typische Metal-Klischees in der heute von SABATONEN und POWERWÖLFen dominierten Melodic-Metal-Welt eine leider aussterbende Randerscheinung. Mit “Crawling From Hell” beenden MASTERPLAN nach fast 80 Minuten Spielzeit einen höchst kurzweiligen, extrem gut klingenden Set, das auch den letzten Nörgler verstummen lässt.

Fazit: Ein Gig mit allem, was das Die-Hard’sche Fan-Herz höher schlagen lässt und einer Band, die sich trotz Publikumsausfall den Hintern abspielt! Dabei setzen MASTERPLAN lieber auf altbewährte Gassenhauer ihres melodiös-metallischen Könnens und beweisen mit den Songs des neuen Albums doch hörenswertes Hitpotential.

Sound: Ein wahrer MASTERPLAN!
Publikum: Wo? Leider nix gesehen, war wohl zu dunkel und zu nebelig.
Vom Konzert gelernt: NIGHTWISH bleibt NIGHTWISH und ist nichts für Power-Kuttenträger!

Setlist MASTERPLAN
Enlighten Me
Spirit Never Die
Lost and Gone
Betrayal
Black Night of Magic
Crimson Rider
Far From the End of the World
Back for My Life
Time to Be King
Keep Your Dream Alive
Crystal Night
Soulburn
Heroes
Kind Hearted Light
Crawling From Hell

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