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MAXIM – HELEN KAISER

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Ort: Gütersloh – Weberei

Datum: 10.11.2014

Wer schon am Wochenanfang Lust hatte, sich mal gepflegt runter ziehen zu lassen, der war an diesem Montag in der Weberei bestens aufgehoben. MAXIM hatte sich zu einer weiteren Runde von Clubkonzerten seiner schon länger andauernden „Staub“-Tour aufgeschwungen, die an diesem Abend in Gütersloh ihren Auftakt haben sollte. Aufgemacht, ihm zu lauschen hatten sich neben der halben weiblichen Oberstufe OWLs noch einige versprengte ältere Pärchen, so dass die große Halle mit rund 350 Zuhörern anständig gefüllt war.

Wie bereits bei früheren Tourterminen war auch diesmal HELEN KAISER als Support-Act am Start, Verbindungen zu MAXIM gibt es wohl über die gemeinsamen Produzenten TEKA und SYMBIZ. Die zierliche Blondine promotet ihr im Frühjahr erschienenes Minialbum „Green lake peace“,mit dessen Titelsong sie den Abend eröffnete. Electropop auf der Höhe der Zeit, dazu Helens klare Stimme, das kam beim Publikum gut an. Auch die weiteren Songs präsentierten sich eingängig, intelligent arrangiert und mit einer Stimmung von traumverloren bis tanzbar. Noch ein wenig unsicher in den Ansagen zeigte sich Frau Kaiser in der Darbietung gänzlich in ihrem Element und scheute sich auch nicht vor Experimenten. Beim erstmals vor Publikum vorgetragenen „Trees“ verzichtete sie auf ihre Band und baute den Song mit Live-Loops langsam auf. Entgegen aller Klischees konnte sie das ostwestfälische Publikum problemlos auftauen und wurde mit warmherzigem Applaus bedacht.

Setlist HELEN KAISER
Green lake peace
Corner of the earth
Soapbubble
Cobwebs in the sun
Jump into the wild
Light
Trees

Kurz vor 21 Uhr enterte dann begleitet von einem dramatischen Intro MAXIM mit seiner Band die Stage, die sein beleuchteter Name im goldenen Bilderrahmen zierte. Los ging es mit einem Totentänzchen auf seine Generation „1980 – 2010“ und mit Vollgas weiter mit „Schaufenster“. Das Publikum ging sofort begeistert mit und nach „Wut“ war auf der Bühne schon die Betriebstemperatur erreicht und Maxim zog seine Lederjacke aus. Es folgten „Rückspiegel“ und der Titelsong seines Depri-Opus „Staub“, den er mit einem Dankeschön an die Fans verband, die ihm jetzt schon 2 schöne Jahre auf Tour bescherten. Mit spürbarer Spielfreude stürzte er sich auf die nächsten Songs. Wurde bei „Pfennig ohne Glück“ noch eifrig geklatscht, zelebrierte MAXIM danach ganz ruhig – ohne Band nur mit Gitarre – „Vielleicht in einem anderen Leben“, ein brustspaltender Gänsehautmoment. Es folgten, nun wieder mit Band, weitere Geschichten über die unperfekten Momente des Lebens, wobei sich der Herr in seinen Ansagen um Kopf und Kragen quatschte über Frauen, Seitensprünge, den Morgen danach und falsche Worte. Musikalisch fand das anschließend Umsetzung in seinem BUVISCO – Beitrag „Alles versucht“ und „Meine Worte“. Nach soviel Befindlichkeits-Gesumse durfte natürlich auch die Sozialkritik nicht zu kurz kommen. Mit „Immer einen Kopf“ wurde nochmal ordentlich Alarm gemacht, und auch „Lieber bluten als frieren“ als letzter Song des regulären Sets wurde von der Crowd lautstark abgefeiert, darunter auch textsicher Rietbergs Exportschlager Anna Maria Zimmermann.

Die großen Knaller hatte sich Herr Richarz für die Zugaben aufgespart, die nun lautstark gefordert wurden. So ging es mit „Einsam sind wir alle“ und „Haus aus Schrott“ in den Endspurt, ehe sein großer Radiohit „Soldaten“ getragen vom Chor seiner Fans einen schönen Schlusspunkt unter ein gelungenes Konzert setzte. Die Zuhörer hatten nach ca. 90 min. das komplette „Staub“-Album, sowie weitere starke Songs aus dem Vorgänger „Asphalt“ gehört, womit der Künstler die Erwartungen seiner Anhänger erfüllt haben sollte. Bei manchen als Frauenversteher und verschatteter Jaulaffe verschrien, konnte MAXIM bei den Anwesenden seinen Ruf als großer Melancholiker festigen.

Setlist MAXIM
1980 – 2010
Schaufenster
Wut
Rückspiegel
Übermensch
Staub
Hier
Pfennig ohne Glück
Vielleicht in einem anderen Leben
Alles versucht
Meine Worte
Immer einen Kopf
Einen Winter noch
Lieber bluten als frieren

Einsam sind wir alle
Haus aus Schrott
Meine Soldaten

Copyright Fotos: Christiane Stuckemeier

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