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MC FITTI

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Ort: Bielefeld - Stereo

Datum: 26.02.2015

Der bärtige Wahlberliner MC FITTI steht wie kaum ein anderer im deutschen Musikbusiness für Party, gute Laune und buntes Treiben auf der der Bühne – und überall dort, wo er auftritt. So konnten wohl die meisten Besucher eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen, als sie erfuhren, dass die Spaßkanone verletzt war und somit nur mit angezogener Handbremse auftreten könne. MC FITTI aber wäre nicht MC FITTI, wenn er nicht auch aus diesem Umstand etwas Positives machen würde. So rollte er mit einem aufwendig dekorierten Rollstuhl auf die Bühne, welche an sich bereits aufgrund ihrer individuellen Dekoration ein Schauspiel für sich war. Wie in einer Theaterkulisse waren hier Türen, Fenster und ein kleiner Vorgarten mit Blumen zu sehen. Die gute Laune ließ MC FITTI sich also auch in dem blinkenden Rollstuhl nicht nehmen und transportierte sie vom ersten Song direkt auf das Publikum. Präsentiert wurde natürlich sein zweites und aktuelles Studioalbum „Peace“. Während der Rapper auf seinem ersten Werk „#Geilon“ fast ausschließlich Kulthits hatte, deren Bekanntheit zum Teil weit über die Grenzen seiner eigenen Fanschar hinaus geht, tun sich einige Lieder seines zweiten Albums noch etwas schwer, den gewünschten Anklag zu finden. So war deutlich im Publikum zu merken, dass die Stimmung vor allem dann besonders gut war, wenn die älteren Hits performed wurden. Ganz besonders natürlich bei den bekannten Tracks „30 Grad“ und „Whatsapper“. Die eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten von MC FITTI wurden oft wettgemacht durch die beiden Co-Rapper sowie die „bunt inszenierten“ Nebendarsteller. So sprang beim neuen Song „Einhorn fang“ plötzlich ein Typ mit einem Horn auf dem Kopf in bester Stage-Diving Manier ins Publikum, ein Bär tanzte im Publikum und ein rosa Elefant animierte die Leute zum Abriss. Was durfte nicht fehlen? Natürlich – Konfetti! Einige Ladungen schossen immer mal wieder aus den Kanonen und erhöhten die Stimmung schlagartig. Als „Rausschmeißer“ wurden schließlich noch Säcke voll Konfetti im Publikum verteilt, welche dort mit Genuss aufgerissen und in die Lüfte geworfen wurden.

Alles in allem hat MC FITTI an diesem Abend wieder einmal bewiesen, dass er als Partykanone stets abliefern kann. Und das auch, wenn er gesundheitlich einmal angeschlagen ist. Dennoch war natürlich trotzdem zu merken, dass die Handbremse etwas angezogen war und für diese Tour aus der Not eine Tugend gemacht wurde. Auch wenn alles nach Party, Abriss und „Hirn ausschalten“ schreit und die meisten seiner Texte kaum Tiefgang besitzen, ist es gesellschaftlich gesehen, spannend zu beobachten, dass die Werbefigur MC FITTI (er macht inzwischen Fernsehwerbung für „Fritt“) einen Zeitgeist einer jungen Generation prägt, die sich schneller verändert als wohl jede andere zuvor. Vom Stil her erinnert man sich schnell an DIE ATZEN, welche ja inzwischen ausschließlich die „Mallorca-Schiene“ bedienen und wird schon alleine aufgrund seines Internethits „Whatsapper“ zu der noch jüngeren Generation geführt, welche eben mit Social Media und „WhatsApp“ aufgewachsen ist. In dieser Generation ist MC FITTI sicherlich in einer kleinen Nische eine kleine Stilikone. Für die älteren wohl immerhin Kult. Durch sein markantes Äußeres und das ständige Bedienen der Spaßgesellschaft wird die Kunstfigur MC FITTI gefüttert und bleibt auch neben der Musik irgendwo immer ein bisschen präsent. Es wird weiter spannend sein zu beobachten, ob das reicht für eine dauerhaft auch kommerziell erfolgreiche Musikerkarriere oder ob die sich stetig verändernde Generation mehr Tiefgang wünscht. Eines steht jedenfalls fest: Für einen reinen Party-Abend ist ein Live-Konzert von MC FITTI immer eine gute Wahl. Und das gilt Generationen-übergreifend, wie man an diesem Abend auch im Stereo feststellen konnte.

Copyright Fotos: Sascha Uding

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