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MELECHESH – KEEP OF KALESSIN – TRIBULATION – EMBRYO

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Ort: Druckerei - Bad Oeynhausen

Datum: 08.05.2015

Ein weiteres Mal hat es die Druckerei im beschaulichen Bad Oeynhausen geschafft, ein ordentliches Metal-Package an Land zu ziehen. Neben den routinierten Headlinern MELECHESH und den norwegischen Veteranen KEEP OF KALESSIN sind zudem TRIBULATION aus Schweden mit am Start, die ja gerade mit ihrem neuem Album “Children of the Night” für Aufsehen im Extrem-Metal sorgen!

Den Anfang allerdings markierten die Italiener EMBRYO, die mir bisher allenfalls vom Namen her ein Begriff waren. Dies ging wohl noch einigen anderen so, denn leider waren noch nicht so viele Leutchen in der Location, als die Deather los legten. Dennoch gaben die Jungs um Fronter Robero Pasolino ordentlich Gas. Eingängiger Death Metal mit Growls und Screams steht hier an der Front. Dabei gab es keine großen Neuerungen auf die Ohren, sondern grundsolide Riffwände, treibende Drums und einige elektronische Facetten aus dem Keyboard. Sei es wegen der fehlenden Haarpracht oder den nicht so motivierenden Voraussetzungen, so wirkten Gitarrist Eugenio und Bassist Nicola etwas unmotiviert und steif in ihren Bewegungen, während Shouter Roberto immerhin mit einigen Posen und energischen Vocals versuchte, etwas Schwung in die Sache zu bringen. Unter anderen Umständen wäre da sicher mehr drin gewesen, schade!

Beschaut man sich den Wirbel um die Schweden TRIBULATION und wie die Schweden derzeit zu Recht abgefeiert werden, wundert es einen doch schon, dass die Deather bereits als zweite Band auf die Bühne gingen. Dafür wurde das Interesse der bisher anwesenden Fans spürbar größer. Auch wenn die Druckerei sicherlich keine typische Konzertlocation ist, kann man mit diese mit dem passenden Licht, etwas Deko und einigen Räucherstäbchen doch für ein düsteres Ritual herrichten, und so konnte das Quartett angemessen mit “Strange Gateways Beckon” starten. Und sofort zog einen diese Band in ihren Bann. Düster-brutale, hypnotische Riffwände, treibende Basslines, drückende Drumsalven und garstige Vocals kreieren Songs, die live genauso, wenn nicht mehr, auch durch eine gewisse Rock N’Roll-Attitüde mitreißen wie auf Platte. Dazu scheinen auch die Musiker total in ihren Liedern zu versinken, so wie die beiden Gitarristen Adam Zaars und Jonathan Hulten über die Bühne wirbelten, tanzen und zusammen mit Basser/ Sänger Johannes Andersson posten. Starker Auftritt, starke Songs – von diesen Herren wird man in Bälde noch viel hören!

Die Norweger KEEP OF KALESSIN waren zwar seit ihrer Gründung 1994 immer im Dunstkreis der legendären Black Metal-Szene aktiv (Chef Obsidian C. war einige Jahre als Live-Gitarrist mit SATYRICON unterwegs), boten musikalisch allerdings einen sehr eigenen Mix aus Black- und Power Metal. Ihr Engagement im Eurovision-Vorentscheid mit dem Song “Dragontower” kam bei den Fans nicht so gut an, aber Alben wie “Armada” und “Kolossus” wissen noch heute zu gefallen. Die mittlerweile als Trio agierende Band hat nun mit “Epistemology” ein neues Werk am Start. Von diesem und vom Vorgänger “Reptilian” stammten auf die meisten Songs an diesem Abend, und Titel wie “Universal Core” oder “The Awakening” passen live auch wirklich gut zusammen. Alleine “Ascendant” zum Finale bot, da von “Kolossus”, eine Ausnahme und rundete einen sehr routinierten und soliden Gig ab. Und auch wenn die Reaktionen recht ordentlich daher kamen, wurde man das Gefühl nicht los, dass das wirkliche Live-Feuer bei den Norwegern heute fehlte.

Die Räucherstäbchen wurden aufgefrischt, die orientalische Hintergrundmusik gestartet und neben Mainman Ashmedi (Gitarre, Vocals) betraten zwei vermummte “Nomadic Souls” (wie der Bandleader von MELECHESH sein Live-Gefolge nennt) die Bühne. Mit “Enki” haben die Exoten des extremen Metals ein wahres Brett am Start, aber auch der Backcatalogue bietet genug Stoff für Live-Action. So rockte das Quartett neben aktuellen Krachern wie “Multiple Truths” und “The Pendulum Speaks” natürlich auch “Grand Bathas of Baal Sin”, “Genies, Sorcerers and Mesopotamian Nights” und abschließend “Rebirth of Nemesis: Enuma Elish Rewritten”. Dabei lies der packende Mix aus brutalen Black Metal-Tunes und treibenden Death Metal-Grooves die nun recht gut gefüllte Druckerei gut mitgehen, und besonders die „Nomadic Soul“ an der Lead-Gitarre wusste durch sein variables Spiel zu überzeugen! Die Räucherstäbchen, die Nebelfontänen und die zwischen den Songs eingespielten orientalischen Interludes rundeten die Show von MELECHESH sehr gut ab. Allerdings war das Ende ohne richtige Zugabe etwas ungewöhnlich, was der Klasse der Band aber nicht abträglich war.

So wussten an diesem Abend allerdings besonders TRIBULATION zu überzeugen. Denn trotz guter Songs und solider Performance hatte man immer den Eindruck, dass die anderen Bands eher den langen Weg nach London im Hinterkopf hatten und diesen Abend routiniert, aber durchaus solide über die Bühne bringen wollten. Das richtige Feuer fehlte abgesehen von den Schweden allerdings merklich. Dennoch starke Combos mit starken Songs, und man kann nur hoffen, dass solche Packages weiter in die Druckerei kommen!

Copyright Fotos: Michael Werneke

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