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MELT! 2011 – TAG 1

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Ort: Gräfenheinichen - Ferropolis

Datum: 15.07.2011

Der Himmel hat sich über der Stadt aus Eisen bedrohlich zugezogen, als wir dort eintrafen. Aber erstaunlicherweise blieb das die ganze Nacht ohne Konsequenzen. Als das Zelt stand, Magen und Leber versorgt waren, ging es mit dem Shuttle-Bus zum Festivalgelände.

Den Anfang machen THE NAKED AND FAMOUS. Die neuseeländische Elektro-Pop-Band um Sängerin und Keyboarderin Alisa Xayalith sowie Gitarrist Thom Powers ist spätestens seit ihrem Hit „Young Blood“ aus der VIVA-Werbung mehr als nur ein Geheimtipp. Auch auf der Bühne verstanden sie voll zu überzeugen, und präsentierten den mehreren Tausend Zuschauern einen gelungenen Auftritt als strahlender Popstern bei der einsetzenden Dämmerung. Eingängiger Pop mit Synthie und Gitarre, wobei sich die Songs teilweise sehr ähnlich anhören, und der Besucher immer „Young Blood“ erwartete, das schließlich auch als finaler Titel lief.

Weiter ging es ins Intro-Zelt zu NOAH AND THE WHALE. Noch bevor ein Musiker die Bühne betrat, ertönte „Bohemian Rhapsody“ von QUEEN als Instrumentalversion. Die wild gelockten Herren, die gerade ihr drittes Album mit dem Titel „Last night on Earth“ veröffentlicht haben, eröffneten ihren Gig mit „Give a little love“. Von Melancholie ist hier und heute eher wenig zu spüren. Mit Violine, Gitarre und Drums bewaffnet werden poppige Folk-Balladen kreiert, die immer ein wenig an TOM PETTY AND THE HEARTBREAKERS erinnern. Das Konzert wurde mit dem neuen Stück „L.I.F.E.G.O.E.S.O.N.“ beendet und der Erkenntnis, dass ein deutsches Publikum diesen Titel unmöglich in diesem Tempo buchstabieren kann.

Und nun geht es zurück zur Hauptbühne. Energiebündel ROBYN gibt sich wieder einmal die Ehre auf dem Melt! Nachdem sie im vergangenen Jahr gleich drei Alben („Bodytalk I – III“) auf ihrem eigenen Label herausgebracht und damit ihre Unabhängigkeit bewahrt hat, tourte sie durch die ganze Welt. Jetzt ist sie wieder zurück und präsentierte sich mit modischem Topfschnitt, schwarzer Bomberjacke und kunterbunten Leggins. Tja, die Frau hat Geschmack (Vorsicht: Ironie!). Zumindest musikalisch hat sie es aber voll drauf und verwandelte mit Tanzflächenkrachern wie „Dancing on my own“ oder „Hang with me“ die Menge vor der Bühne in einen tanzenden Hexenkessel. Gleich zwei Drummer gaben dazu den Beat an. Und ROBYN entledigte sich zumindest ihrer Bomberjacke.

Es bleibt noch etwas Zeit für einen Besuch auf der Big Wheel Stage. Dort spielt sich MISS KITTIN ihr eigenes Geburtstagsständchen. Wie kann sie auch fehlen, gehört sie doch schon zum Inventar des Melt! Bereits beim 2. Festival 1998 stand sie schon mit THE HACKER an den Mixern und blieb auch die ganzen Jahre den Baggern treu. Die Geburtstagssause war gut besucht und die Grand Dame des Elektro und Minimal zeigte sich als vorzügliche Gastgeberin.

Rockte er vor Jahren noch die „beschauliche“ Big Wheel Stage auf dem Melt!, würden heute wohl die Bagger vor lauter Andrang umkippen. PAUL KALKBRENNER bleibt der Veranstaltung treu, jetzt allerdings auf der Mainstage. Ebenfalls vom Melt!-Geheimtipp avancierte er wohl zum derzeit angesagtesten Technomusiker. Entsprechend voll war die Mainstage und Paule verstand es, ganz alleine mit seinem Mischpult die Bühne zu rocken.

Technoid geht es auch weiter auf der Mainstage mit Alex Ridha. Besser bekannt unter dem Namen BOYS NOIZE versteht der DJ und Produzent den schmalen Grat zwischen abgehackten Beats und verqueren Synthies mit Massentauglichkeit abzustimmen. Das verschaffte ihm schon Kollaborationen mit KELIS, den BLACK EYED PEAS, DEPECHE MODE, BLOC PARTY oder MARILYN MANSON. Auch hier eine Ein-Mann-Show an einer übergroßen DJ-Kanzel. Die Musik allein weiß zu überzeugen und druckvolle Nebelwerfer ließen selbst den Musiker teilweise in Rauch aufgehen.

Eine Pause gibt es auf dem Melt! ja nicht. Irgendwann wird es mal dunkel und dann kommt mal die Sonne raus. Wir sind dann bei prallem Sonnenschein dann erstmal kurz im Zelt verschwunden.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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