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MESH – EMPATHY TEST – LOEWENHERTZ

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Ort: Bielefeld – Ringlokschuppen

Datum: 29.04.2017

OWLs Synthie-Pop-Anhängerschaft konnte in diesem Jahr bereits am 29. April in den Mai tanzen, denn MESH aus Bristol/ UK hatten sich im Ringlokschuppen angesagt, um vor allem ihren 2016er Longplayer „Looking Skyward“ live zu performen. Mit ihrem achten Studioalbum gelangten Mark Hockings (Gesang & Gitarre) und Richard Silverthorn (Keys) bis auf Position 12 der deutschen Charts und konnten damit ihren bisher größten kommerziellen Erfolg feiern. Von der Live-Tauglichkeit des Materials wollten sich natürlich auch in Bielefeld zahlreiche Fans überzeugen, so dass sich die kleine Halle des alten Industriegemäuers am Ende locker gefüllt präsentierte.

An diesem Samstagabend war frühes Erscheinen angesagt, da erstens im Anschluss an das Konzert noch Abzappeln zur Konservenkost auf dem Programm stand und zweitens MESH nicht allein in die Leineweberstadt gekommen waren. So eröffneten zunächst einmal LOEWENHERTZ aus Augsburg den noch jungen Abend. Wer ob des Namens mit irgendetwas aus dem mittelalterlichen Umfeld gerechnet hat, wurde von den Herren Andy und Alex alsbald eines Besseren belehrt, denn das Duo setzte ebenso wie die die zweite Band EMPATHY TEST und natürlich auch der Headliner MESH auf düster-elektronische Pop-Klänge. Gesungen wurden die Texte in englischer und deutscher Sprache, unlängst erschien die zweite Langrille „Echtzeit“, von der u.a. auch der Opener „Winter Falls“ stammte. Daneben gab’s auch drei Songs vom 2014er Vorgänger „Irgendwo in Deutschland“, die auf den Namen „Fly With Me“, Gemeinsame Zeiten“ und „Endlose Räume“ hörten, ehe die beiden Singles „Irgendwann“ und „Unsichtbar“ vom aktuellen Silberling für einen tanzbaren Ausklang der ersten halben Stunde sorgten. Am Lichtpult saß in dieser Zeit übrigens niemand geringeres als Lorenz Macke, seines Zeichens ehemaliger Manager von DE/VISION und MESH (er war’s auch, der sie seinerzeit in Germany etabliert hat) und jetziger Förderer von LOEWENHERTZ.

Setlist LOEWENHERTZ
Winter Falls
Wer sind wir
Thunder
Fly With Me
Gemeinsame Zeiten
Endlose Räume
Irgendwann
Unsichtbar

Nach einer nur zehnminütigen Umbaupause (ein Hoch auf das fixe Umstöpseln der Elektronik!) waren EMPATHY TEST an der Reihe. Das Trio stammt aus London und war zum ersten Mal in Bielefeld. Erwartungsgemäß hatten sie von der Arminia-Hochburg noch nie gehört, versprachen jedoch, nie das ausgiebige Klatschen ihrer neuen Fans zu vergessen. Die beiden Kumpels aus Kindertagen, Isaac Howlett (Vocals) und Adam Relf (Produktion), haben ihr Electronic-Pop-Projekt Anfang 2013 aus der Taufe gehoben und für den perfekten Live-Sound waren zudem noch Chrisy Lopez (Drums) mit von der Partie. Allerdings ließ sich Mr. Relf in Bielefeld von einem mir unbekannten Herrn an den Keyboards vertreten, offensichtlich scheint er die Band verlassen zu haben. Im vergangenen Jahr war die Kapelle bereits mit MESH auf Konzertreise und das hat so gut geklappt, dass Mark und Richard die Truppe gleich wieder in den Tourbus geladen haben. Bislang konnte man den an die großen Eighties-Synthie-Zeiten erinnernden EMPATHY-TEST-Sound auf mehreren EPs probehören; für die erste Full Length, die als Doppel-Album rauskommen soll, wurde gerade eben die erforderliche Summe erfolgreich vermittels Pledge-Music-Crowdfunding gesammelt. Dass EMPATHY TEST die Kohle sinnvoll einsetzen können, bewiesen sie mit ihren neun Songs, die beim Publikum bestens ankamen und vollends dafür sorgten, dass die Anwesenden die nötige Betriebstemperatur für MESH erreicht hatten.

Setlist EMPATHY TEST (ohne Gewähr)
Kirrilee
Last Night On Earth
Seeing Stars
Holding On
Vampire Town
Bare My Soul
Losing Touch
Demons
Here Is The Place

Um 20.30 Uhr waren dann Mr. Hockings (Gesang & Gitarre) und Mr. Silverthorn (Keyboards) sowie ihre Live-Unterstützung Drummer Sean Suleman und Keyboarder Richard Broadhead an der Reihe. Mit einem Intro stimmten sie das gespannte Auditorium auf die folgenden zwei Stunden ein und mit „Kill Your Darlings“ gab’s auch gleich einmal einen Song vom aktuellen Longplayer auf die Ohren. Gleiches galt für das nachfolgende „My Protector“ und spätestens mit dem gefühlvollen „Circles“ hatten die Briten die Bielefelder fest im Griff. Vom 1996er Debüt „In This Place Forever“ stammte der absolut tanzbare Smasher „You Didn’t Want Me“. Dass die 1991 gegründeten MESH aber auch nach einem Vierteljahrhundert nichts an Wumms und Eingängigkeit verloren haben, bewiesen die sich anschließenden Tracks, die perfekt mit Klassikern wie „I Fall Over“ (1999 auf „The Point At Which It Falls Apart“ erschienen) oder auch „Little Missile“ und „Leave You Nothing“ (beide 2002 auf „Who Watches Over Me?“ veröffentlicht) korrespondierten. Wer jetzt noch nicht im Tanzmodus war, hatte sich ganz offensichtlich in der Location geirrt. Für alle anderen ging’s mit nicht minder Dancefloor-kompatiblen neuen („The Last One Standing“) und alten („Confined“) Melodien weiter. Nachdem „The Traps We Made“ ein wenig Dramatik ins Geschehen gebracht hatte, war es mit „Just Leave Us Alone“ an der Zeit, gemeinsam eine Hymne des 2013er „Automation Baby“-Albums abzufeiern. Vom gleichen Silberling stammte auch „Taken For Granted“, mit dem das reguläre Set unter dem lautstarken Gesang des Publikums und mit Richard Silverthorn am Sechssaiter beendet wurde.

Natürlich gab’s in der Puddingstadt auch noch einen Nachschlag, der mit dem gefühlvollen „There Must Be A Way“ eingeläutet wurde. Dafür hatte der wie üblich bemützte Mark Hockings seinen Arbeitsplatz auf der Stage verlassen und sich in die Mitte seiner begeisterten Fans begeben. „Before This Word Ends“ bewies mit sehnsüchtigen Tonfolgen abermals Ohrwurm-Qualitäten, bevor das knackige „Born To Lie“ ein letztes Mal zum Tanzen animierte.

Setlist MESH (ohne Gewähr)
Intro
Kill Your Darlings
My Protector
Circles
You Didn’t Want Me
Tactile
Once Surrounded
The Fixer
Two+1
Too Little Too Late
Runway
I Fall Over
Little Missile
Leave You Nothing
The Last One Standing
Confined
The Traps We Made
Just Leave Us Alone
Taken For Granted

There Must Be A Way
Before This World Ends
Born To Lie

Und dann war das Live-Vergnügen auch schon wieder vorbei. So schnell können dreieinhalb Stunden vergehen, wenn sie mit so viel guter Musik angereichert sind. Leider war’s das hierzulande erst einmal mit MESH-Konzerten, aber zur Festivalsaison können wir die Electro-Zauberer auf der Festung Königstein und beim M’era Luna in Hildesheim erneut live und in Farbe erleben. Ich freu’ mich schon!

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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