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MESH – IRIS – CONETIK

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Ort: Rostock - Mau-Club

Datum: 08.12.2006

Was war das für ein Schock, als im September dieses Jahres MESH-Keybaorder Neil Taylor die Band verließ. Umso gespannter war ich auf den zweiten Teil der “We Collide”-Tour, auf dem die Electrogröße aus dem englischen Bristol einen Zwischenstopp im Rostocker Mau-Club machen sollten. Dass man dem offiziellen Einlass/ Beginn-Zeiten nicht trauen kann, wurde mir ein weiteres Mal vor Augen geführt, als ich das für 21.00 Uhr angekündigte norwegische Elektro-Pop-Duo CONETIK schon beim Eingang spielen hörte. Dabei war ich bereits gespannt auf den neuen Geheimtipp des Labels Infacted Recordings und das viel gepriesene Album der Jungs namens „Kube Musik“. Drei Songs lang des halbstündigen Gigs konnte ich mich davon überzeugen, dass hier durchaus schöner Electro-Pop geboten wurde, der zwar nicht neu, aber dennoch einfallsreich und überzeugend klang. Mit „Toxic“ präsentierten Sänger Stain und Andreas an den Keys, beide in weiß gekleidet, einen tanzbaren und eingängigen Song, der das Rostocker Publikum zum Mitwippen anregte. Noch einen drauf setzten die beiden mit dem Ohrwurm „Suzanne“ ebenfalls vom aktuellen Album. Beim letzten Titel „Cold Star (Dead Eyes)“ wurde es dann etwas düsterer. Mit tiefer Stimme, Einsatz eines Megafons und melancholischer Lyrik präsentierte sich das Duo modern, tanzbar und als eine gute Wahl für den Anheizerjob.

Keine Unbekannten betraten nach kurzer Umbaupause die Bühne, denn bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr beehrten die Texaner IRIS den Mau-Club. Anders als beim letzten Mal hatte sich Sänger Reagan kleidungstechnisch angepasst und erschien in Lederhose und schwarzem Shirt. Hatte ich damals noch die fehlende Bewegung bemängelt, so gab es dieses Mal wirklich nichts auszusetzen. Reagan wirbelte und tänzelte auf der Bühne umher und präsentierte energetisch die Songs, so dass der Spaß sofort übersprang. Im Publikum kannte man größtenteils die Texte und forderte lauthals den Hit „Lands of Fire“. Doch auch Songs wie „Sentimental Scar“ oder „It Generates“ wurden abgefeiert und IRIS bedankten sich artig und auch etwas überrascht für die Euphorie. Gitarrist Brian und Keyboarder Andrew bearbeiteten emsig ihre Instrumente und beobachteten die ausgelassene Menge beim Tanzen und Singen. Reagans softe aber kraftvolle Stimme, die eingängigen Melodien und die rockigen Passagen machten einfach Spaß und Lust auf mehr. Das fand auch das Publikum und forderte nach dem Kracher „Sorrow Expert“ eine Zugabe. Schnell kamen die Jungs zurück auf die Bühne um mit „Island“ vom Erfolgsalbum „Awakening“ ein letztes Mal zu begeistern, was ihnen auf jeden Fall gelang. Da wünscht man sich doch, die sympathischen Texaner das nächste Mal als Hauptact wieder zu sehen!

Es war bereits nach 23.00 Uhr, als die Pausenmusik ausging und die zahlreich Erschienenen gespannt auf ihre Electro-Lieblinge warteten. Spannung und Freude lag in der Luft, als Livedrummer Gary Howe, Neil-Nachfolger/ Keyboarder Geoff Pinckney (THE NINE) und die bekannten MESH-Gesichter Richard Silverthorn sowie Sänger Mark Hockings (wie immer mit Mütze( die Bühne enterten. Mit „Rest in Pieces“ folgte gleich ein Song des Albums „We Collide“ passend zum Tournamen und auch im weiteren Verlauf des Abends wurden alle Tracks dieses Longplayers live präsentiert. Ob alte oder neue Titel, das Publikum war blendend gelaunt, feierwütig und textsicher. Das machte sich auch bei der aktuellen Single „Petrified“ bemerkbar, welche bebildert durch eine Videoprojektion und entsprechende Textzeilen auf einer großen Leinwand wiedergegeben wurde. Dem wunderschönen und melancholischem „No place like home“ folgte mit „Leave you nothing“ ein MESH-Klassiker, der die Stimmung nochmals steigern konnte und das hieß viel, denn unter mir vibrierte die Platte der Absperrung so heftig, dass ich nur verwackelte Fotos zustande brachte. Immer wieder konnten wir bewundern, wie Rich sein Tasteninstrument verließ und zur Gitarre griff, um den neuen Songs ihr rockiges Gewand zu verleihen. Nach „Open up the Ground“ folgte mit “To be Alive” ein Stück aus dem Jahre 2002, der auf dieser Tour neu in die Setlist aufgenommen wurde. Aus dem umfangreichen Hit-Repertoire durfte natürlich „Little Missile“ nicht fehlen und für „Friends like these“ hatte man sich etwas ganz Spezielles einfallen lassen. Beim Einlass wurden Fotos von einzelnen Gesichtern der Gäste gemacht, die während des Songs auf der Leinwand gezeigt wurden und sich ein Großteil des Publikums so wieder erkannte. Eine schöne Aktion, die super ankam, auch wenn in diesem Moment niemand mehr Augen für die Band hatte. Rockig ging es mit „What are you scared of?“ und einem gemeinsamen Gitarrenspiel von Rich und Mark weiter. Unter großem Jubel erklang „Fragile“ mit interessanten Bildern auf der Leinwand und viel Bewegung vor der Bühne. Geoff machte immer wieder mit ganz viel Action hinter seinem Keyboard auf sich aufmerksam. Er animierte das Publikum zum Mitklatschen und unterstützte beim Gesang, so als ob er schon immer dabei gewesen wäre. Die Halle kochte auch weiterhin bei „Step by Step“ und „The Purest People“ aus dem Jahre 1998.

Spielfreudig und mit netten Kommentaren von Mark ging es weiter im Programm mit „This is what you wanted“ und „Not prepared“ und obwohl es kaum besser werden konnte, rappelte sich das Publikum bei „It scares me“ nochmals auf uns sang lauthals den Refrain mit. Genial waren auch die Lichteffekte, die die Bühne abwechselnd in rotes und blaues Licht tauchten, während der Nebel die Band einhüllte, was ein sehr schönes Bild abgab. Die aktuelle Single „My hands are tied“ wurde von dem Vorgänger „Crash“ abgelöst und holte alles aus der tanzenden Masse heraus. Damit war das reguläre Set beendet und unter riesigem Beifall verließen die Vier die Bühne. Natürlich wurden sie sofort durch laute Zugabe-Rufe zurückgeholt. Das schnelle „Firefly“ wurde vom ruhigen und wunderschönen „Can you mend hearts?“ und Marks bestechend klarem Gesang abgelöst. Wieder verschwand die Band, um kurze Zeit später ein letztes Mal zurückzukehren und das unter die Haut gehende „Room with a view“ und ein unglaublich energiegeladenes und extralanges „From this Height“ zu spielen, welches mit einem langem Instrumentalteil von Rich und Geoff endete. Unter Schreien, Gejohle und Beifall endete ein großartiges Konzert und hinterließ ein begeistertes Publikum. Trotz des Fehlens einiger Klassiker wie zum Beispiel „Trust you“ wurde eine perfekte Setlist mit überwiegend schnellen Stücken präsentiert, die kaum Wünsche offen ließ!

Setlist IRIS
No One Left To Lose
Sentimental scar
Waves crash in
Vacant
Hell’s Coming With Me
Imposter
It Generates
Lands Of Fire
Appetite
Sorrow expert

Island

Setlist MESH
Rest in Pieces
Petrified
No place like home
Leave you nothing
Open up the ground
To be alive
Little Missile
Friends like these
What are you scared of
Fragile
Step by Step
The Purest People
This is what you wanted
Not Prepared
It scares me
My Hands are tied
Crash

Firefly
Can you mend hearts?

Room with a view
From this height

Copyright Fotos: Cath Niemann

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