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METALLSPÜRHUNDE – SOUL IN SADNESS – SELFLESS

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Ort: Berlin - K17

Datum: 21.01.2005

Ein Danse Macabre-Labelabend versprach es zu werden, der Freitag im K17. Zum einen sind alle drei Bands, die spielen sollten – ursprünglich waren noch SEELENZORN eingeplant – bei Bruno Kramm unter Vertrag. Zum anderen bemühte sich der Chef höchstpersönlich mit in die Hauptstadt, um sich dort am späteren Abend als DJ die Ehre zu geben. Zuerst entdeckte man ihn allerdings in der Merchandisingecke der Konzerthalle, in angeregte Gespräche verwickelt. Ein Getränk später postierte man sich zusammen mit den anderen 70-100 Besuchern vor der Bühne, Platz war noch ausreichend vorhanden.

Die Ouvertüre kam mit SELFLESS. Sehr cybermäßig bekleidet betraten die Amerikaner die Bühne und brachten stampfenden Electro-Industrial mit verzerrten Vocals unters Volk. Besetzungsmäßig war ich mir allerdings etwas im Unklaren, sollte SELFLESS doch ein Herrenduo sein. An den Keys befand sich allerdings augenscheinlich ein weibliches Wesen, die Vocals schien Damian Plague allein zu bestreiten. Musikalisch bot sich allerdings nur wenig Abwechslung, Beat und Distortion schienen nicht nur die elementaren, sondern auch fast die einzig charakteristischen Merkmale der Darbietungen vom neuen Album „Conjunction“ zu sein. Zur allgemeinen Überraschung übernahm beim vorletzten Song der omnipräsente Bruno Kramm den Platz hinter den Synthesizern, während sich die Cyberfee in begleitendem Tanz versuchte. Mit „Shattered Past“ endete das relativ kurze Set, ich persönlich war darüber nicht allzu betrübt.

Was sich anschließend vollzog, war ein radikaler Stilwechsel: Kerzenleuchter wurden am Bühnenrand aufgestellt und angezündet, es kündigte sich ein traditionelleres Instrumentarium an. Die Darkwaver SOUL IN SADNESS waren die nächsten Künstler. Das Quintett aus Regensburg, welches bisher schon zwei Alben veröffentlicht hat und eine gewisse Lokalberühmtheit genießt, ist nach Beendigung der Zusammenarbeit mit Martin Sprissler ebenfalls bei Danse Macabre untergekommen. Live boten SiS und seine Kollegen melancholisch-pathetischen Wave in englischer und deutscher Sprache, einen Querschnitt durch das bisher Geschaffene. Ob nun „The Bright Side Of Darkness“ vom Debüt „Sehnsucht nach dem Licht“, oder „Lieblos“ bzw. das langsame „Juliet“ vom Nachfolger, passenderweise „Auf Sehnsucht folgt Ernüchterung“ betitelt: Da bot sich eine solide Leistung. Natürlich ist der leichte Kitschanstrich nicht jedermanns Sache, andererseits gab es handwerklich nichts zu bemängeln und das Publikum schien offensichtlich auch recht zufrieden zu sein. Ein bisher unveröffentlichtes Lied, sieht man einmal von der Präsenz auf dem Danse Macabre-Sampler ab, konnten SiS & Co. zum Schluss ebenfalls auffahren, hier handelte es sich zu meinem großen Erstaunen um eine melodisch modifizierte Version des Ralph-Siegel-Schlagers „Lass die Sonne in dein Herz“, mit welchem die Gruppe WIND 1987 beim Grand Prix den 2. Platz gewann! Etwas ungewohnt, Grufties von der Sonne singen zu hören, aber auch das Original hatte ja schon Hitqualitäten bewiesen, warum also nicht. Zugaben, die von einigen Gästen eingefordert wurden, gab es allerdings nicht.

Um die Internationalität des Abends perfekt zu machen, trat zu guter Letzt die Schweiz auf den Plan, mit ihren Abgesandten, den METALLSPÜRHUNDEN. Das Quartett, welches ihr nunmehr drittes Album „Blut & Spiele“ unter der Flagge des Bayreuther Kultlabels erneut veröffentlicht hat, bietet Industrialrock mit 80er-Einflüssen vom Feinsten. Marion (keys), Patrick (git) und Thomas (keys) und Sänger Michel konnten auch live ordentlich etwas auf die Beine stellen, allerdings verblassten die drei Erstgenannten fast ein wenig gegen die Energie des charismatischen Fronters, dessen Performance sowie Stimme ein wenig an Stefan Ackermann von DAS ICH erinnerte. Den Anfang der Show, „Maschinenstaat“ absolvierte er in einer schwarzen Zwangsjacke verschnürt, welche Patrick nach einer Weile lösen durfte. Ab dann verausgabte er sich auf der Bühne total, fegte über die Bühne, wälzte sich auf dem Boden, schlug sich mit der Faust vor die Stirn und gab auch gesanglich alles. Der Titeltrack mit dem medienprovokanten Inhalt war live ein Smasher sondergleichen und ließ so manches Tanzbein jucken. Doch auch die anderen Songs des neuen Albums bezeugten, dass Schweizer neben gutem Käse und guter Schokolade auch überaus gute Musik fabrizieren können! So ging die Post ab, die Gäste hatten ebenfalls ihren Spaß und viel zu schnell schien alles vorbei, als die MSH mit „Ganz allein“ zum letzten Stück des Abends kamen. Nun gut, zum vorletzten, denn zu einer Zugabe ließen sie sich noch einmal herausklatschen und präsentierten mit „Der Weg zu Zweit“ einen perfekten Rausschmeißer, der bisher ebenfalls nur auf dem Labelsampler Veröffentlichung fand.

Der Konzertteil war damit vorüber, wer immer noch nicht genug hatte, konnte sich noch auf den Dancefloors austoben, wo unter anderem Bruno Kramm und Damian Plague die Musikauswahl bestimmten und die ansonsten eisig kalte Nacht somit passend ausklingen ließen.

Setlist METALLSPÜRHUNDE:
Maschinenstaat
2003
Blut & Spiele
Rattenfänger
Heute Nacht
Fragmente
Lass mich Los
Ganz allein

Der Weg zu Zweit

Copyright Fotos: Antje Wagler

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