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NAPALM DEATH – DEBAUCHERY

Napalm_Flyer.jpg

Ort: Münster - Triptychon

Datum: 29.11.2003

So ein Ärger: Kaum wohnt man nicht mehr in seiner langjährigen Heimatstadt, schlägt dort doch tatsächlich ein Death Metal-Package auf. Die Rede ist von Münster wohlgemerkt, der erzkonservativen Zentrale im unheilschwangeren Dreigestirn Ruhrgebiet-Osnabrück-Holland. Zwar ein hervorragendes Pflaster, um sein Studium respektive das Drumherum nett zu gestalten, Glanzpunkte in Sachen harter Stahl waren allerdings schon immer mehr als rar gesät. Und dann machen gleich Napalm Death ihre Aufwartung. Was soll ich also davon halten? Na ja, wenigstens ein Grund mehr, den Kollegen einen Besuch abzustatten.

Ort des Geschehens war das Triptychon am Hawerkamp, einer Brutstätte des alternativen Lebens. Da erlangt die für den Abend anvisierte Zielstellung doch gleich doppelte Bedeutung: Let the napalm rain…
250-350 Leute bevölkerten bzw. übervölkerten zu meiner großen Überraschung die Räumlichkeiten in der ersten Etage über der Sputnikhalle. Sollte es doch etwas bewirkt haben, dass abends zuvor sogar in Duisburg auf dem vom Sonic Seducer präsentierten Electro-Festival Birthquake III auf Plakaten für eine parallel zu Napalm Death ebenfalls am Kamp stattfindende Industrial/Dark Wave-Veranstaltung dezente Hinweise auf das Konzert gesichtet werden konnten? Nun ja, solche schwarze Seelen waren wahrlich zu dieser Zeit – Achtung: Klischee – noch nicht aus ihren Särgen empor gekrochen. Der Andrang ist wohl eher auf den Umstand zurückzuführen, dass es Wochenende war, und zeigt natürlich auch, welchen Kultstatus die Briten immer noch innehaben. Schnell noch eine Portion Fritten beim anliegenden Space Grill und ab dafür…

Seit meiner ersten livehaftigen Begegnung mit Shane Embury, Mitch Harris und Co., 1992 zusammen mit Obituary und Dismember, hat sich viel verändert, und dennoch, manche Dinge ändern sich nie. So trägt Barney Greenway sein Haar zwar mittlerweile kürzer, zappelt aber immer noch sportlich gekleidet mit sagen wir mal leicht gestörten Bewegungsabläufen über die Bühne. Und auch auf die Klassiker der Grindcore-Grundschule müssen die Fans heutzutage glücklicherweise nicht verzichten. So wird die Phase von “Scum” bis zu “Utopia Banished” noch immer ordentlich bedacht, wenngleich das Programm daneben naturgemäß ebenfalls viele Songs der jüngeren Alben mit etwas groovigerem Einschlag aufwies. Letztlich blieben irgendwelche Scharmützel aber aus und es ging bis zum Delirium und dem obligatorischen Dead Kennedys Cover “Nazi punks fuck off” immer in die Vollen.

Der Crowd hat es sichtlich gefallen. Auch wenn man sich zwischen den Songs einen Scheiß für irgendwelche mit Birmingham-Akzent vorgetragene Ansagen oder Parolen gegen Bush etc., sondern ausschließlich dafür interessierte, wie man bei der Fülle an Metalheads schnell an sein nächstes Pils kam, wurde dafür während den Extrem-Eruptionen ordentlich gepogt und gedivt. Sogar der Sound war für die örtlichen Verhältnisse in Ordnung, wobei zu berücksichtigen ist, dass man ohne den verhinderten Saitenquäler Jesse Pintado als tödliches Quartett mit nur einer Gitarre unterwegs war.

Vorbands gab es übrigens auch: Den “local support” Now Denial habe ich mir geschenkt und Debauchery – Nachwuchsmetzger aus dem Schwäbischen und unterwegs auf den Blutspuren von Six Feet Under – waren mächtig wütend aber noch etwas monoton. Hier gilt es zumindest mal zur Unterstützung der Eigengewächse die Debut-CD “Kill maim burn” anzutesten. Viel Spaß dabei.

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