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NIK PAGE – NCOR – LEICHENWETTER

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Ort: Hagen - Kultopia

Datum: 04.03.2005

Selten in letzter Zeit spielte ein so interessantes Package auf, und da auch das Wetter zwar saukalt aber trocken ausfiel, machte ich mich auf den Weg ins Ruhgebiet. Das Kultopia in Hagen kannte ich bis dato nur vom Hörensagen, es war aber relativ leicht zu finden: Eine Art alternatives Kulturzentrum, mit Kneipe, Kursen und Konzertraum. Der war geräumig und bot den gut 100 Zuschauern ausreichend Platz. Somit war schon mal klar, dass das Mini-Auditorium vom Bochumer Zwischenfall (ebenfalls NIK PAGE & NCOR) deutlich übertroffen werden konnte. Dabei fiel ein gehöriger Frauenüberschuss auf, an dem es überhaupt nichts zu kritisieren gab. Zu allen drei Acts pflege ich mittlerweile persönliche Kontakte, so dass ich mich besonders auf das Wiedersehen (und -hören) freute. LEICHENWETTER hatten wir ja im Spätherbst 2004 als Opener des ersten Terrorverlag Festivals gebucht, wo sie sehr gut ankamen. NCOR aus Bielefeld durften sich unlängst noch über unseren Studiobericht freuen und seit wir mit der liebreizenden Dara Pain ein Fotoshooting gemacht haben, möchte ich auch diesen Kontakt nicht mehr missen. Also rein ins Vergnügen.

Da die „Leichen“ aus dem benachbarten Iserlohn stammen, war schon mal klar, dass sie heuer einen richtigen Fanclub mitbringen würden, und so war es dann auch. Sogar Kleinkinder in LEICHENWETTER-Shirts wurden gesichtet. Um ca. 20 45 betraten die 5 Herren die Bühne, 4 Maskenmänner und Shouter Numen im Pelzhemd. Das Eröffnungsritual blieb dasselbe wie vor Monatsfrist in Bielefeld. Nach einem Sample herrschte stille Insichgekehrtheit zu sakralen Klängen, bevor langsam der Gitarrenorkan über die Anwesenden hereinbrach. Natürlich wurden auch wieder Fackeln entzündet. Als der gewichtige Sänger dann loslegen wollte, streikte erst mal das Mikro, aber Numen ergriff fast trotzig ein anderes der drei vorhandenen und ließ sich keineswegs aus dem Konzept bringen. Seine Stimme zwischen aggressivem Shouting und Opernhaften Klängen überzeugte wieder einmal vollends, während er die Texte deutscher Dichter und Denker von sich gab. Mittlerweile hat man ja einen Plattenvertrag bei Metal Axe Records, wo man das reguläre Debüt „Letzte Worte“ zu Jahresbeginn veröffentlichen konnte. Natürlich wurde der Titeltrack neben einigen anderen Songs gespielt, die zum Teil auch schon von der Eigenproduktion „Urworte“ bekannt sind. Aufgrund des nicht so engen Zeitplanes durften die Sauerländer ihr Set ausdehnen (wieder im Vergleich zum TV-Konzert) und auch so einen Gassenhauer wie die „Schlesischen Weber“ präsentieren, der übermäßig fett abgefeiert wurde. Aber auch alle anderen Lieder wurden immer ausgelassener bejubelt, obschon von fast allen ein ordentlicher Sicherheitsabstand zur Bühne gehalten wurde. Sogar eine Zugabe war geplant und wurde auch gegeben: „Dort und hier“ beendete einen (erwartet) starken Auftritt, wonach sich die Musiker unters Volk mischten.

Danach waren die Bielefelder NCOR an der Reihe, über welche ich in Bochum noch ein wenig abgelästert hatte. Hier und heute hatten sie zuschauermäßig mehr Glück, zwar wanderten einige „Sargträger“ ab, aber es waren immer noch angenehm viele Beobachter im Raum. Kevin wanderte schon vor dem Gig etwas nachdenklich herum, eher unzufrieden als nervös, wegen einiger privater Dinge. Jedenfalls war der VÖ der neuen (zweiten) NCOR-Scheibe „Nimm mich“ von Anfang März um einen Monat nach hinten gelegt worden, dennoch konnte man der Scheibe hier und heute habhaft werden. Der Sänger kündigte nämlich folgenden Deal an: Käufer des Debüts „Tiefenrausch“ bekamen eine Nachfolge-Promo gratis, Rezi folgt. Jedenfalls waren nun 4 jüngere Herren auf der Bühne: Sebastian an der Gitarre, Micha an den E-Drums, natürlich Ex-Model Kevin am Mic und zusätzlich Dark Obsessions-Chefredakteur Osram an den synthetischen Reglern. Natürlich hatte K. wieder ein paar lustig-ironische Ansagen drauf und natürlich wanderte er mehrfach im Publikum herum. Einige Mädels kamen sogar näher! Die Setlist bestand aus 10 Tracks und beinhaltete 3 Lieder vom Erstling, angeblich weil ich das in meinem letzten Bericht gefordert habe ;-) So gab es doch wenigstens etwas Wiedererkennungswert, da außer intimen Freunden der Band noch niemand das neue Material kennen konnte. Dieses ist übrigens deutlich gitarrenlastiger ausgefallen, nun eine wichtige Komponente im Sound der Ostwestfalen. Der war an diesem Abend etwas leise, was laut Band-Aushängeschild an den wenig tieftönenden Boxen lag. Auch so tauten aber die Zuschauer immer mehr auf, was daran lag, dass man mit „In die Einsamkeit“ das beste Stück der Bandgeschichte fast ganz am Ende platziert hatte und das passend betitelte „Das letzte Lied“ mit seinem Mitsingrefrain für eine nette Abschluss-Stimmung sorgte. So waren denn die meisten zufrieden und die anderen hatten sich derweil eh mit Getränken versorgt. Nun also zum Headliner…

NIK PAGE und seine „Sacrifight Army“ müssen mich ja mittlerweile fast für einen Groupie halten, so oft hatte ich die Hauptstädter in letzter Zeit schon gesehen. Nach Hannover, Bochum und Bielefeld nun also Hagen, wo der gute Mann gehörig abgefeiert wurde. Seine Begleitmannschaft war wieder komplett und annähernd gesund (Dara litt an einer leichten Erkältung), dennoch verpasste man aufgrund des leisen Dat-Sounds kollektiv den Beginn. Das war aber nur ein kleiner Schönheitsfleck, denn ansonsten bot man wieder soliden Sound und ausgedehntes Posing, dazu natürlich Frau Pain und ihr Erotikfaktor. Das Diadem stammte augenscheinlich noch von der gemeinsamen Tour mit JOACHIM WITT und die Setlist ähnelte natürlich denen der vorangegangen Gigs, neben Hits von den beiden Alben, kam auch wieder der BLIND PASSENGERS-Klassiker „Absurdistan“ zum Zuge, wo Keyboarder Jamie mit einer Fahne herumwedeln durfte. Besonders gut aber kamen „Dein Kuss“ (wo Nik noch mal Herrn Witt erwähnte) und das ÄRZTE Cover „Mysteryland“ an. Dara spielte mal den Bass, mal sang sie Backings oder Refrains und mal hüpfte sie als optischer Leckerbissen durch die Gegend, natürlich später in ihrem „wilden Strickpulli“, den sie zunächst vergessen hatte. Gitarrist Alx zog derweil lässig an seiner Gitarre. Obwohl die ausgelegte Setlist 5 Zugabentitel versprach, begnügte man sich schließlich mit Zweien, aber auch so waren die Anwesenden bestens unterhalten worden. Rundum ein gelungener Abend mit netten Menschen und Stars zum Anfassen, drei Formationen, die ich mir immer wieder anschauen kann.

Setlist LEICHENWETTER
Feuerharfe
Verführer
Nur dich
Im Nebel
Letzte Worte
Mutter
Grenzen der Menschheit
Die schlesischen Weber
Traurigkeit

Dort und hier

Setlist NCOR
Maschinen
Das Biest
Kein Licht
Das Leid
Crime
Luft
Nimm mich
Ohne Wiederkehr
In die Einsamkeit
Das letzte Lied

Setlist NIK PAGE
Sarajevo
Burning Side
Blackmail Generation
Dein Kuss
Seelenfänger
Fireraiser
Rocket Man
Election Day
Shape my World
Herschlag
Mephisto
Mysteryland
Flash Back
Absurdistan

Walking to Heaven
Yes Sir

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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