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:OF THE WAND AND THE MOON: – LUFTWAFFE – DERNIÈRE VOLONTÉ – GNOMONCLAST – AIN SOPH

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Ort: Leipzig WGT Volkspalast

Datum: 27.05.2012

Nachdem dann endlich alles geputzt, geschminkt, gestylt, gewaschen… ist, war es schon wieder 16 Uhr. Wenigstens einmal muss man auch mal auf die agra Shoppingmeile. Und das haben wir gemacht. Noch eine Stärkung im Heidnischen Dorf und dann kann es endlich zu den Konzerten gehen. Heute steht der Marathon im Volkspalast an, dort sind abwechselnd in der Kuppelhalle und in der Kantine Konzerte. So sieht man zwar mehr, hat aber auch kaum Zeit zwischendurch. VURGART und SOLBLOT haben wir leider verpasst.

Aber wir sind immerhin pünktlich zu AIN SOPH vor Ort. Das italienische Industrial-Ambient-Urgestein gibt es seit Anfang der 1980er Jahre. Und in den ungefähr 30 Jahren des Bestehens wurden nahezu alle Genres angeschnitten: von Esoteric Rituals bis hin zu Psychedelic Rock. 2005 erschien mit dem Folk-Rock-Album „Prima dell’Aurora“ der letzte Tonträger. Umso erfreuter waren wir, wieder ein Lebenszeichen der Italiener zu hören. AIN SOPH waren zu dritt auf der Bühne. Nach anfänglichen Drones- und Gitarrenverzerrungen wurde aus dem Auftritt ein Folk-Rock-Konzert mit psychedelischen Ansätzen. So wie man es von den letzten Alben gewohnt ist. Insgesamt war es ein recht düsterer Auftritt. Von den poppigeren AIN SOPH-Songs wurde kaum etwas gespielt. Schön war es trotzdem.

Dann ging es gleich in die Kantine zum Auftritt von GNOMONCLAST. Der etwas eigenartige Name sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Italiener herausragenden Neofolk machen. Hinter dem Projekt stehen die beiden Herren J1 Statik (LUFTWAFFE) und N2 Itintl. Auf der Bühne haben sie sich aber noch drei weitere Musiker dazugeholt. Das große LUFTWAFFE-Logo im Hintergrund deutet schon darauf hin, dass beide Bands einiges miteinander zu tun haben. Und in der Tat ist auch die letzte Veröffentlichung eine Split-CD mit eben jenen und ART ABSCONS. Der Sänger der letzteren Formation hatte auch einen Gastauftritt bei diesem Konzert. Etwas ominös und mystisch ist auch die komplette Maskierung einiger Künstler, wie zum Beispiel Henkersmützen oder Masken. So soll niemand wissen, wer hinter den Projekten steht. An den musikalischen Qualitäten liegt es zumindest nicht. Wer GNOMONCLAST noch nicht kennt, sollte unbedingt mal rein hören. Auf dem Konzert haben sie sicherlich viele neue Fans in der Neofolkszene gefunden. Ein lohnenswerter Auftritt.

Und weiter geht’s zurück in die Kuppelhalle. Dort fangen kurz darauf DERNIÈRE VOLONTÉ an und die Location hat sich erheblich gefüllt. Seitdem die französische Military-Pop-Band ihrer Stilbezeichnung alle Ehre macht, haben sich auch die Fans vermehrt. Aus dem einstigen Szenetipp ist ein eingängiges Projekt geworden, das auch anderen Leuten gefällt. Trotzdem sind DERNIÈRE VOLONTÉ musikalisch immer noch ein Genuss und auch live immer einen Besuch wert. Sänger und Mastermind Geoffroy Delacroix ist ein bisschen die Diva des Martial Neofolk. Da kommt es schon mal vor, dass er zickt und die Bühne verlassen will, wenn etwas nicht so funktioniert, wie er will. Heute war aber scheinbar alles so, wie er es sich vorstellt und DERNIÈRE VOLONTÉ brachten den Saal in Stimmung. Von alten Songs im neuen Gewand bis hin zu ganz neuen Stücken des just erschienenen neuen Albums „Mon Meilleur Ennemi“ war alles dabei. Geoffroy trommelte bei einigen Stücke selber mit, tat aber die meiste Zeit das, was er am besten kann, pathetisch sich selbst präsentieren. So lieben ihn die Fans. Und so war der Auftritt auch mal wieder eines der Highlights des WGT.

Viel Zeit blieb nicht und es ging gleich wieder in die Kantine. Viele Besucher verließen den Volkspalast wieder und waren wohl nur wegen DERNIÈRE VOLONTÉ vor Ort. Aber für uns ging es mit LUFTWAFFE weiter. Hinter dem etwas provokanten Namen stehen die beiden wasserstoffblonden Italiener J1 Statik und B9 InVID. Live waren sie zu viert, mit wohl den gleichen Musikern wie bei GNOMONCLAST nur diesmal unmaskiert. Und auch hier hatte der namen- und gesichtslose Sänger von ART ABSCONS einen Gastauftritt. LUFTWAFFE haben sich vor 15 Jahren auf einem Konzert von DEATH IN JUNE, BOYD RICE und STRENGTH THROUGH JOY getroffen und waren davon wohl so begeistert, dass sie sich gesagt haben, auch solche Musik machen zu wollen. Gesagt getan und so erschien 2000 das erste Album und sechs weitere folgten. Die beiden Herren traten in eleganter, schwarzer Uniform auf. Der Stil von LUFTWAFFE ist energischer, treibender Neofolk. Einige Songs erinnern mich an ORPLIDs „Im Sturm“. Zur Zugabe kam noch Thomas Bøjden von die WEISSE ROSE für einen Gastauftritt durchs Publikum an den Bühnenrand, aber leider zu spät. So spielten LUFTWAFFE alleine ein tolles Konzert zu Ende.

Das Finale bestritten dann :OF THE WAND AND THE MOON:. Die dänische Formation um Sänger Kim Larsen stand live als komplette Band mit sechs Musikern auf der Bühne, inklusive zwei Backgroundsängerinnen. Nach einem kurzen Soundcheck gefolgt von Applaus bedankte sich Larsen beim Publikum, verabschiedete sich und alle Musiker verließen die Bühne. Erst nach etwa fünf Minuten kamen alle wieder zurück und begannen das Konzert. Zu Beginn lief ein heftiges Video mit schnell wechselnden Gewaltszenen aller Art zum Aufrütteln. Aber die sonore Stimme von Larsen beruhigte ganz schnell wieder. Musikalisch gab es ein gewohnt schönes, ruhiges Konzert von :OF THE WAND AND THE MOON:, gefolgt von einer Zugabe mit zwei Songs.

Als Abendveranstaltung ging es dann in den Beyerhaus-Keller. Diese Lokation ist neu beim WGT und sehr stimmungsvoll. Wir waren wegen dem zweiten Floor da. DJ-Kollektiv Robotomy Operation spielte Industrial, Noise und Power Electronics und der kleine Raum war sehr gut besucht, aber leider auch dementsprechend stickig und warm. Auf dem Hauptfloor liefen EBM und Elektro mit dem einen oder anderen Kracher, so dass wir auch da mal die Hüften schwangen. Später ging es noch ins Städtische Kaufhaus zum „Dunkelromantischen Tanz“. Heute war etwas mehr Neofolk angesagt und so blieben wir noch bis in den Morgen, bis mir vom vielen Vodka-Apfelsaft etwas unwohl wurde. Ich wusste gar nicht, dass diese Mischung so eine völlende Wirkung hat…

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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