Terrorverlag > Blog > ONMYÔZA > ONMYÔZA

Konzert Filter

ONMYÔZA

051002-Onmyoza-0.jpg

Ort: Offenbach - Capitol

Datum: 01.10.2005

Das Japan mehr zu bieten hat als Sushi, Sony und Schulmädchen ist ja allgemein bekannt, doch japanischer Metal ist in unseren Breitengraden mehr oder weniger unbekannt. Frischen Wind aus Fernost bringt die Band ONMYÔZA mit ihren traditionellen Speedmetaltönen. Wer sich nicht an japanischen Texten stört, oder des Japanischen mächtig ist, wird sich an den harten Tönen der fünfköpfigen Band erfreuen. Der Titel NIGHTWISH Asiens wäre zwar übertrieben (und musikalisch auch nicht ganz treffend), doch die einzigartige Melodik der Band geht ins Ohr. Mit der traditionell japanischen Aufmachung der Band bekamen nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen etwas geboten. Der relativ niedrige Bekanntheitsgrad der Band in Europa war wohl mit verantwortlich dafür, das dass Konzert der Band am 1.10.2005 im theatralisch wirkenden Capitol in Offenbach mit etwa 300 Gästen nur spärlich besucht war. Als Ausgleich für die ausgefallene Vorband erklärte sich die Band dazu bereit, ihren deutschen Fans ein verlängertes Setup zu bieten.

Über 2 Stunden währte der Auftritt, der abgesehen von der musikalischen Performance keine besonderen Schmankerl bot. Weiblicher Gesang, männliche Refrains, hin und wieder ein etwas härterer Shout. Alle Ansagen wurden auf japanisch gegeben, noch dazu recht ausufernd, ob man das nicht hätte auf Englisch machen können? Andererseits schienen die Anwesenden damit vertraut zu sein, denn war mit Merchandise geradezu eingedeckt, Fächer statt Pommesgabeln hatten Hochkonjunktur. Die Stimmung war also trotz der spärlichen Kulisse sehr gut, die doch recht hohen Preise sollen hier aber nicht unerwähnt bleiben: 24 Euro pro CD und 32 für das Konzert (AK) sind nicht gerade wenig für eine Combo, die in Deutschland doch erst mal Fuß fassen will. Insgesamt ein exotisches, interessantes Erlebnis, nicht mehr und nicht weniger.

Kurz etwas zur Bandgeschichte, da man hier in Deutschland damit nicht vertraut sein dürfte (Quelle: Wikipedia):
Nachdem ONMYÔZA Mitte 1999 ihr erstes Demotape herausgebracht hatten, folgte im Dezember des gleichen Jahres schon das erste Full-Length Album „Kikoku Tenshou“ (Wiedergeburt des klagenden Geistes), das die Band noch vor einem Single-Release in Eigenregie herausbrachte (ist in Japan eigentlich nicht unbedingt die Regel: Oft wird erst an einer Single, dann an einem Minialbum und irgendwann später an einem Full-Length Album gefeilt.). Ein Jahr später folgte das erste Oneman Konzert, begleitet von zahlreichen Fanaktivitäten, die der Band den Schritt nach vorne rasch ermöglichten. Bereits 2001 bot King Records den Fünf einen Major-Vertrag an, den sie auch annahmen und im Dezember 2001 folgte mit der Single „Tsuki ni Murakumo Hana ni Kaze“ (Die Wolken vor dem Mond, der Wind in den Blumen), das Major-Release-Debut, gefolgt vom ersten Major Full-Length Album „Koujin Rasetsu“ (Die edlen Gedanken des bösen Geistes). Und auch der Schritt gen Westen wurde früh angegangen: Onmyôza waren als einzige japanische Band auf dem IRON MAIDEN sowie JUDAS PRIEST-Tribute Album vertreten. Erwähnenswert bleibt auch das Mini-Album „Fuin Kairan“ (Versiegelte Zirkulation), auf dem hauptsächlich Songs der Indie-Zeit veröffentlicht wurden, die bislang auf keinem Album zu finden waren. Außerdem kann die Band auf weitere zahlreiche Single-, Album-, DVD-, VHS- Releases und sogar Band Score-Bücher zurückblicken. Spezielle Highlights der Jahre 2004 und 2005: ONMYÔZA waren die bisher einzige Band, die jemals ein Konzert in der Noh playing Hall (Bühne für ausschließlich traditionelle japanische Bühnenstücke) geben durften; sie haben für das Anime “Kouga Ninpouchou Basilisk” Opening und Ending beigesteuert, die auf der Single „Kouga Ninpouchou“ (Die Ninja-Kunst des Kouga-Clans) zu finden sind und bringen am 22.06. diesen Jahres das neue Full-Length Album „Garyoutensei“ (Das Auge des Imperialisten) heraus, auf dem voraussichtlich 12 Tracks sein werden.

ONMYÔZA wurden im Frühjahr 1999 von Bassist und Sänger Matatabi (Kanji: Feuerblitz, Lesung: Silberdistel), Vocalistin Kuroneko (Schwarze Katze) und den beiden Gitarristen Maneki (Kanji: Geisterbeschwörer, Lesung: Willkommens Katze) und Karukan (Kanji: Jäger des Unheils, Lesung: Katzenfuttermarke) gegründet. Wenig später stieß der Drummer Tora (Kanji: Sake-Säufer, Lesung: Tiger) dazu. ONMYÔZA ist auch eine der wenigen Bands, die in ihrer langjährigen Laufbahn bisher keinen Memberwechsel zu verzeichnen haben. Außer Matatabi, Kuroneko und Tora bringt keines der anderen Bandmember irgendwelche Erfahrungen im Business mit sich – die sie aber im Laufe des mittlerweile sechsjährigen Bestehens der Band sicherlich gesammelt haben dürften. Vor ONMYÔZA waren Matatabi und Kuroneko gemeinsam bei der Band KUSOU KAGAKU BYOUNIN ~KAMI TO MEMO KAMI~, was soviel wie „Notizzettel des Patienten der Wissenschaft der Tagträume“ bedeutet. Außerdem bot Kuroneko davor in der fast ausschließlich auf chorale Gesänge ausgelegten Gruppe LORELEI ihr damals schon immenses Können dar. Tora war meist nur als Support-Drummer in unbekannten Visual Kei Indie-Bands zu Gange.

Discographie:
Garyotensei (2005)
Mugenhoyo (2004)
Sekinetsu Enbu (2003)
Hoyoku Rindo (2003)
Fuin Kairan (2002)
Kojin Rasetsu (2002)
Hyakki Ryoran (2000)
Kikoku Tensho (1999)

Homepage:
www.onmyo-za.net/

Copyright Fotos: Sandro Griesbach

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu ONMYÔZA auf terrorverlag.com