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PARADISE LOST – WITHIN TEMPTATION

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Ort: Bielefeld - PC69

Datum: 15.02.2003

PARADISE LOST – Eine Band mit einer langen Geschichte und einer interessanten, nicht von allen geliebten musikalischen Entwicklung. Seit ihrem letzten Album sind sie bei der BMG unter Vertrag und das auch recht erfolgreich. Ich war gespannt, wie viele Leute die Engländer heute noch in die Konzertsaale locken können. 1992 hatte ich persönlich meine erste Begegnung mit der Band auf einem Festival in Holland zusammen mit MORBID ANGEL, NUCLEAR ASSAULT und PESTILENCE. In dieser Lärmliga praktizieren sie natürlich heute nicht mehr. Letztes Jahr auf dem Ringfest in Köln bei beißender Hitze waren PL auch nicht besonders gut aufgehoben.

Zunächst war ich überrascht von einer zweiten Vorband zu hören, TAPPING THE VEIN (Nuclear Blast), die ich leider mangels aktueller Informationen verpasste. Schade, denn die CD gefällt mir eigentlich recht gut. Dann kamen die Gothic Metaller WITHIN TEMPTATION, die ich persönlich allerdings nicht besonders mag. Das liegt weniger an der Instrumentalfraktion denn an der stimmlichen Darbietung von Sharon den Adel. Dieses opernhafte Gejaule liegt mir einfach nicht, sorry. Nichtsdestotrotz war das Tim Burton mäßige Bühnenbild nett anzusehen und einige Fans waren offensichtlich nur wegen ihnen gekommen. Ach ja, Zuschauer, über 800 füllten den Saal, was mich dann doch überraschte.

Dann kamen die Headliner und spielten für ihre Verhältnisse einen guten Gig. Jeder weiß, dass Nick Holmes kein begnadeter Sänger ist und eher von der Optik lebt. Manchmal hat man fast das Gefühl, seine Adern platzen, wenn er so angestrengt die Töne herauspresst. Heute hatte man ihm für die melodischeren neuen Sachen einen heftigen Hall verpasst und die Stimme außerdem weit in den Hintergrund gemischt. Weniger Probleme hatte er mit den alten Stücken. Zum Glück wurden diese auch gespielt („Hallowed Land“), wobei sich die Songs der aktuellen CD mit den älteren ungefähr die Waage hielten. Unter den Fans gab es ein breites Crossover-Potenzial: Altmetaller, Black Metaller, Gothics, Jungspunde und rockige Studenten, alles wurde gesichtet. Je nach Vorliebe wurden dann die einzelnen Stücke bejubelt. Sogar „As I Die“ intonierten die Insulaner, wenn auch widerwillig und modifiziert. Den Abschluss des regulären Sets bildete das BRONSKI BEAT Cover „Smalltown Boy“ und gerade hier wurden Nick Holmes seine stimmlichen Grenzen aufgezeigt. Nach einer kurzen Pause gab es eine Zugabe („The Last Time“, „One Second“, „Say just Words“), dann verschwand man von der Bühne, obwohl das Publikum offensichtlich noch eine zweite Zugabe erwartete.

Fazit: Die großen Stimmungsmacher werden PL nie werden und Bewegung auf der Bühne ist auch ein Fremdwort, aber die Songs sind eben so verdammt gut, dass sich ein Konzert lohnt und letztlich ist ihnen der Erfolg nach jahrelanger Arbeit auch zu gönnen.

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