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PARTY.SAN 2012

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Ort: Schlotheim - Flugplatz Obermehler

Datum: 09.08.2012 - 11.08.2012

Mit dem letztjährigen Umzug auf das neue Gelände in Schlotheim scheinen die PARTY SAN-Köpfe alles richtig gemacht zu haben, denn in diesem Jahr war es noch bedeutend voller, wie bei der letztjährigen Premiere! Zudem riskierte man zum ersten Mal auch eine zweite Bühne, im Zelt und für Nachwuchscombos, die Bands zockten meist während der Umbaupausen auf der Hauptbühne, so dass sich bei nahezu allen Bands auch reichlich Neugierige im Zelt einfanden, die die eine oder andere neue Lärm-Perle entdeckten. Lief noch nicht komplett rund, vor allem der Sound könnte noch besser werden, aber Experiment gelungen und ordentlich was für den Nachwuchs getan! Bitte beibehalten in Zukunft. Traditionell ist der Donnerstag ja mittlerweile immer dermaßen stark besetzt, das nahezu alle Besucher schon an diesem Tag anwesend sind und sich das Gelände bei Ankunft schon prächtig gefüllt präsentiert.

DONNERSTAG

Das liegt weder an den griechischen Death Metallern DEAD CONGREGATION (solider Eröffnungswumms), noch an den auf diesem Festival etwas deplatzierten IN SOLITUDE. Die zocken zwar ebenfalls gut und haben auch etliche Fans unter den Horden, aber oldschool-Metal der MERCYFUL FATE-Gattung ist auf dem PSOA nicht so ganz das richtige Futter. Dennoch tolle Band! Mit NECROS CHRISTOS taucht dann gegen halb sieben das erste musikalische Schwergewicht auf der Bühne auf und bläst mit seinem technischen und dennoch brutalen Death/ Black Metal sofort zum Sturm. Da lassen sich die Massen nicht lange bitten und zollen dieser sehr amtlichen Darbietung lautstark und agil Tribut. Der Sound ist ziemlich gut derweil, die Band agiert traumhaft sicher und die orientalischen Sounds und doomigen Parts lockern das Ganze prima auf. Starker Gig!

Danach räuchern die komplett irren NIFELHEIM wie ein Orkan über den Flugplatz, allerdings ohne Bassist Tyrant, der lieber Fanboy spielt und seinen Faves IRON MAIDEN wieder mal hinterherreist in den USA. Da muss man Prioritäten setzen! Hier sind eben noch echte Überzeugungstäter am Werk. Der punkige BlackThrash wird jedenfalls wohlwollend empfangen auf dem Gelände und das statt Tyrant neben Sänger Hellbutcher heute GRAVE-Bassist Tobias Christiansson wütet, fällt nicht wirklich ins Gewicht. Wahnsinn im Quadrat mit exquisiter Klampfenarbeit.

Das Allstar-Ensemble VALLENFYRE musste danach beweisen, dass man auch Live das halten kann, was das Granatendebut versprochen hatte. Kann man! Denn wo zu Beginn noch lichte Reihen rumstehen, entwickelt sich schnell ein dichtes Menschen-Meer, um den schweren oldschool Death Doom-Klängen zu lauschen. Dreh- und Angelpunkt ist natürlich Fronter Gregor Mackintosh von PARADISE LOST, der hier seinen musikalischen Anfängen Ende der 80er frönt und derbe growlt. Am Schlagzeug sitzt mit Adrian Erlandsson sein Hauptbandkollege (auch AT THE GATES und ex-überall), mit Hamish Glencross (MY DYING BRIDE) ist an der Klampfe ein weiterer Könner dabei, Scoot am Bass (DOOM und ex-NAILBOMB) und Mully an der zweiten Klampfe sind da eher unbekannter, passen aber bestens in dieses Bandgefüge. Wegen dieser Besetzung hat man wohl auch einen solch guten Slot bekommen, denn mit nur einem Album im Gepäck spielt ja keine Combo so weit vorne im Billing. Mit den Abrissbirnen vom Debut “A Fragile King” (u.a.”Seeds”, “Cathedrals of Dread”, “A Thousand Martyrs”) kann man auch Live punkten, lediglich die Stageaction ist etwas arg sparsam und so ganz bei Stimme ist Greg heute anscheinend auch nicht. Da sollte man seine britische Unterkühltheit in Zukunft etwas mehr ablegen.

Die Isländer SOLSTAFIR waren schon immer ganz eigen, nicht nur ihrer Herkunft wegen. Auch ihr Soundgebräu ist ziemlich einzigartig und auf dem Rest-Black Metal-Fundament baut man heute einmal mehr einen atmosphärischen Pagan-beeinflussten Gig auf, der mächtig gut ankommt in Obermehler! Die Jungs sind in den letzten Jahren ja auch häufiger auf Tour gewesen hierzulande und haben sich mit kontinuierlich starken Alben eine feste Fanbase erspielt. Mit dem heutigen Gig und Perlen wie “Goddess of the Ages” hat man sicherlich eine ganze Reihe neue Supporter bekommen! Ein erstes überraschendes Highlight!

Warum man der Ruhrpott-Ikone SODOM als Co-Headliner nur magere 45 Minuten zugesteht, ist mehr als fraglich. Zumal die Kult-Truppe um Tom Angelripper ja ihr 30-Jähriges feiert! Man könnte die Setlist natürlich locker 3 Stunden mit Killersongs füllen, aber das hält ja kein Alt-Thrasher mehr aus und so viel Zeit is auch nich. Also flux Granaten wie “M-16″, “Sodomy and Lust” (YEAH! Endlich mal wieder), “Outbreak of Eeeeeväääl”, “Agent Orange” oder “Blasphemer” rausgerödelt und nach “Remember the Fallen” schon den Abgang machen… da war dann nicht mal mehr Platz für das obligatorische “Bombenhagel”, weil sich die Jungs mehr Songs zu Recht gelegt hatten, wie man in 45 Minuten zocken kann. Doof. Zwischendrin sei nur mal erwähnt, dass all dies trotz teilweiser Klasse nicht mehr als nettes Rahmenprogramm war, bei dem man sich ein paar „dutzend“ Coma Libre und Whiskey-Cola reinziehen konnte, den Brutz + Brakel-Stand (KULT: „Brathahn statt Satan“!!!) reichlich frequentierte und somit aufwärmte für wieder mal DAS Ereignis des Jahres:

BOLT THROWER!

Da braucht man eigentlich nix mehr zu schreiben, denn JEDER (Death) Metal-Lunatic weiß, dass hier und heute als Headliner mal wieder DIE Band, DIE Urgewalt, DIE Macht über das Gelände walzen und nichts als verbrannte Erde hinterlassen wird! Für nicht gerade wenige Besucher ist somit schon am ersten Tag DAS Highlight des Festivals am Start, für viele gar der einzige Anreisegrund. Folglich ist das Gelände brechend voll (wohl so dicht wie noch nie beim PSOA!), überall ist die Spannung zu spüren und schon als das majestätische Fanfarenintro ertönt, drehen die Massen am Rad und vergessen den Rest der Welt. Hier zählen nur noch das Jetzt und der rollende Fünfer-Panzer auf der Bühne. Allerorten liegen sich wildfremde Leute freudestrahlend und zuprostend in den Armen, so viele bangende Matten hat man wohl selten auf einem Haufen gesehen und diesem einzigartig-magischen BOLT THROWER-Groove kann sich kaum einer entziehen. Mal ganz abgesehen davon, dass es wohl kaum eine bodenständigere und Fanfreundlichere Combo im Hartwurstsektor gibt, die zudem jahrelang ohne Album durch volle Hütten touren kann und auch mal eben eine gut und gerne 10.000er-Meute wie heute in ihren Bann zieht. Und trotz recht unregelmäßiger Gigs mit zunehmendem Alter technisch immer brillanter, noch tighter wird, was schon beängstigend ist und selbst in Sachen Bühnenpräsenz so ziemlich alles und jeden weit hinter sich lässt. Hier wird die Mucke auch mit gut Fuffzich noch gelebt und gefühlt, ehrlicher geht nicht. Das muss ja nicht jeder so sehen (und das ist auch gut so!), aber diese Riesenmasse vor der Bühne, der wieder mal belagerte + geplünderte eigene Merch-Stand (was sich auch keine andere Band rausnehmen kann auf einem Festival dieser Größe) und die unzähligen BOLT THROWER-Bekleideten zeigen eindrucksvoll, wer hier erneut CHEF vons Festival ist! Da lassen sich die Herren Willets/ Ward/ Kearns/ Thomson und Bass-Damen-Ikone Jo Bench nicht lumpen und liefern einen perfekten Gig ab! Wann, WANN kommt da endlich mal eine offizielle DVD??? Wer zu übermächtigen Songs wie “The IVth Crusade”, “World Eater”, “Cenotaph”, “Remembrance”, “…for Victory”, “When Powder Burns”, “No Guts,No Glory” oder “When Cannons Fade” nicht die Rübe fliegen lässt, der ist hier eh auf dem falschen Festival.

Insgesamt 14 Granaten lässt man auf die hungrige Meute niederschlagen und zurück bleibt nach gut 80 Minuten eine komplett ausgepowerte und restlos glückliche Menschenmenge. Viel länger dürfte das auch gar nicht dauern, sonst kippt man irgendwann um (nich wahr Herr Kollege Z.? GRANDIOS!), man ist ja nicht mehr der Jüngste. Dermaßen aufgeputscht ging´s mit letzten Kraftreserven auf ins Partyzelt, wo es natürlich quasi nur ein Thema gab (außer für Herrn Z., den man erst ins Zelt schleppen und dann ins Auto tragen konnte…). Ein legendärer Auftritt der „besten Band der Welt“!

Setlist BOLT THROWER
Intro(The Battle of Britain)
War
Remembrance
World Eater
Cenotaph
The IVth Crusade
Anti-Tank(Dead Armour)
…for Victory
When Glory Beckons
The Killchain
Powder Burns
Where Next to Conquer
Salvo
No Guts,No Glory
When Cannons Fade

FREITAG

Die tschechischen Asseln MALIGNANT TUMOR versuchen sich als Weckdienst und mit ihrem vom Grindcore früher Tage zu 80er-räudig Metal meets Motör-Rock´n´Roll mutierten Sound gelingt das sogar recht gut zu so „früher“ Stunde. Was auch an der nicht ganz so bierernsten Performance liegt. Im Anschluss rüpelt das erste australische BlackThrash-Kommando des Tages übers Gelände mit den Jungs von ASSAULTER. Die können bisher 2 starke Alben vorweisen und rekrutieren sich aus dem DESTROYER 666-Umfeld. Mit derben aber dennoch nicht unmelodischen Attacken wie “Exalt the Master” bringt man die Meute energisch auf Temperatur und hat sich mit dieser gelungenen Vorstellung bestimmt einige neue Fans erknüppelt.

Da können die Schweden IRON LAMB nicht mithalten, zumal man nur mit einem Klampfer antritt und somit ein wenig dünn erschallt. Auch das etwas lethargische Auftreten ist nicht prall, so dass man den guten Eindruck des starken Debuts “The Original Sin” von 2011 live heute nicht bestätigen kann. Und auch wenn die Band sich aus gestandenen Death Metallern zusammensetzt (u.a. von DISMEMBER und GENERAL SURGERY) und mit Daniel Ekeroth – dem Autor des überaus geilen Swedish Death Metal-Buchs! – einen ausgewiesenen Fachmann an Bord hat (heute aber nicht), so ist der Motör-punkige Schweinerock auf dem Party.San doch etwas fehl am Platze. Dennoch kann man einige Nasen in seinen Bann ziehen.

Teil 2 der Aussie-Attacke folgt dann mit GOSPEL OF THE HORNS, die ja ebenfalls mit DESTROYER 666 verbandelt sind, aber noch eine Ecke dreckiger zu Werke gehen wie jene. Der derbe Black Thrash zieht gleich eine wesentlich größere Menge aufss Gelände und der typisch australische Sound entlädt sich in schnellen Eruptionen wie “Vengeance is Mine” oder dem Titeltrack der neuen Mini “Ceremonial Conjuration”. Geiles Stageacting, geile Songs, geiler Gig!

Die Schweden-Deather ENTRAILS können dagegen nicht sooo überzeugen. Auf Scheibe zwar urgeiler ur-schwedischer Death Metal, der soundmäßig auch auf der Bühne zündet, aber in Sachen Stageacting noch gut verbesserungswürdig ist. Für einen solch druckvollen Ballersound sind die Jungs einfach meist zu statisch und Fronter Jocke muss auch noch etwas mehr aus sich herauskommen in Sachen Kommunikation, dann fegen Brecher wie “Undead” auch auf einem so großen Gelände gut.

Was die Isländer SKALMÖLD hier zu suchen haben mit ihrem Viking-Gedöns weiß der Teufel und die Handvoll(!) Nasen vor der Bühne. Fehl am Platze auf dem PSOA. Da sind GENERAL SURGERY mit ihrem CARCASS-Huldigungsgeschrote doch wesentlich passenderes Futter! Fein besudelt zockt man gewohnt stumpfen (schön stumpfen!) oldschool Death Metal/ Grind, der der Meute vor der Bühne gut mundet. Sahnehäubchen für alle Death Metaller vom Fach: das CARNAGE-Cover “The Day Man Lost”!

Mit DARK FORTRESS folgt dann das erste größere Highlight, denn was die süddeutschen Herren hier in Sachen Black Metal bieten, ist schon ziemlich Klasse. Show, Optik, Licht, Sound, Songs, da passt so ziemlich alles. Leider muss man auf Grund von Umbauverzögerungen auf einen alten Track verzichten, dafür entschädigen die technisch wieder mal brillant vorgetragenen restlichen Songs, von denen “Ghastly Indoctrination” und “Baphomet” herausstechen. Das ist schon nah an Headlinerwürdig!

Da IMMORTAL als unangefochtene Platzhirsche natürlich als Headliner zocken, setzt man mit den alten US-Death Metal-Haudegen IMMOLATION musikalisch genau den richtigen Gegenpol dazwischen. Die glänzen mal wieder mit unglaublicher Technik, vor allem Schlagzeuger Steve Shalaty dürfte für etliche Stauner gesorgt haben. Was aber auch ein bisschen das Manko der Mannen um Ross Dolan war/ ist: bei aller Technik geht halt irgendwie der Hitfaktor flöten. Dennoch fräsen Granaten wie “Majesty and Decay”, “Dawn of Possession” oder der Eröffnungshammer “Close to a World Below” mächtig über Schlotheim und das gefüllte Gelände zeigt die Wertschätzung der Banger für über 20 Jahre unbeirrten Death Metal alter Schule!

Über IMMORTAL mag manch einer ja lächeln, vor allem wenn Abbath mit Spaß inne Backen einen auf Böse macht oder seinen watschelnden Demonwalk vollführt. Aber genau das macht die Band eben auch aus, neben herausragenden Songs und opulenter Show natürlich. Man nimmt sich schon lange selber nicht mehr ernst, was sich erneut in einer lässig-lockeren Performance niederschlägt. Trotz gut 20-minütiger Verspätung wird hier fast 90 Minuten jedes Register gezogen, einmal mehr ein absolut würdiger Headliner. Was das proppevolle Gelände belegt. Geiles Licht (vor allem bei “The Call of the Wintermoon”!), Flammen und Pyros allerorten, Nebel en Masse, Rockstarposen und ein guter Sound, was will man mehr? OK, n paar granatige Songs dürfen´s auch noch sein: “Sons of Northern Darkness”, “Damned in Black”, “Triumph”, “Tyrants”, “One by One”, “All Shall Fall”, das lange nicht mehr gezockte “At the Heart of Winter” oder der Uraltrauswerfer “The Sun no Longer Rises”. 14 Knaller und die Erkenntnis: IMMORTAL? Immer wieder geil!

Wer den Tag über ein wenig im Zelt vorbeilauschte, der konnte die ein oder andere Nachwuchsperle entdecken. Unter anderem die deutsche Death Metal-Hoffnung CHAPEL OF DISEASE, die vor voller Hütte abräumt oder die schwedischen oldschool-Deather TORMENTED, die ebenfalls ein volles Zelt verbuchen können. Coole Sache! In eben jenes Zelt wandern die Horden nach IMMORTAL natürlich noch, um den Tag standesgemäß ausklingen zu lassen…

SAMSTAG

Die holländischen Ekel-Grinder RECTAL SMEGMA verpasst man erst mal wegen zu langer Nacht, zu den danach aufspielenden TRASH AMIGOS versammeln sich dann aber schon erstaunlich viele Neugierige. Die Jungs kommen natürlich nicht aus Mexiko und kokettieren nur mit diesem zugegebenermaßen recht lustigen Image. Dahinter verbergen sich Leute von den schwedischen Kult-Thrashern MERCILESS, was einen glühenden Fan wie Meinereiner natürlich leicht fickrich werden lässt vorab. Und der Gig hält, was die Debut-Scheibe versprach: zackiger Thrash Metal der SLAYER-anno´88-Gattung mit witziger Performance. Die Songs ballern sehr amtlich und sind feine Mittagsunterhaltung, mehr aber auch nicht. Sollten lieber mal wieder mit ihrer Hauptband was starten!

Die Amis CATTLE DECAPITATION fallen ja eher durch schick indizierte Coverartworks auf, denn durch nachhaltige Mucke. Und so rauscht der zwar brutale und sicke, aber dennoch viel zu hektisch-technisch bratende Death Metal an den Meisten vorbei. Was im Prinzip auch für die eigentlich ja aufgelösten NOCTE OBDUCTA gilt. Es ist mittlerweile zwar eine Seltenheit, die Herren live zu erleben, weshalb sich auch etliche Nasen vor der Bühne versammelt haben, aber der teils sehr ruhige Avantgarde-Black Metal der Deutschen Truppe ist nicht so wirklich was für große Bühnen am Nachmittag. Guter Gig zum nebenherschauen.

Da die zwar kultigen, aber auch recht stumpfen Finnen-Black Deather ARCHGOAT ebenfalls nur als Hintergrundprogramm fungieren – außer für eine Handvoll Die Hard-Supporter, die dem räudigen Gekloppe seit 20 Jahren folgen – ist genügend Zeit für eine leckere Fresspause inklusive lecker Drink. Alles wartet gespannt auf RAGNAROK, da die aber einen kleinen Unfall auf der Anreise hatten, schreddern jetzt schon WARBRINGER über die Bühne. Und die bekommen mit ihrer engagierten Performance und geilen Tracks die (eigentlich falsche) Meute sofort in den Griff. Hier wird wenigst noch amtlich gebangt, was das Zeug hält und die Jungs übertragen ihren Bühnenspaß auf den Ground davor. Und mit einem zackigen Cover von MOTÖRHEADs “(We are) The Road Crew” punktet man nochmal zusätzlich. Überraschungserfolg!

Noch überraschender ist, daas die direkt folgenden Ami-Thrasher TOXIC HOLOCAUST völlig abgefeiert werden, was nicht nur an dem Geburtstag von Bandchef/ Fronter Joel Grind liegt. Die leicht dreckige Punk/ Hardcore-Kante in den Songs liegt der Menge vor der Bühne und es wird ordentlich im Pit geackert zu Raketen wie “Nuke the Fucking Cross” oder “War is Hell”! Geiler Gig, geile Combo!

Da können die endlich eingetrudelten RAGNAROK nicht gegen anstinken. Der Black Metal der schon seit fast 20 Jahren aktiven Norweger leidet unter einem sehr undifferenzierten Sound, das klang bei den bisherigen Black Metal-Combos wesentlich besser. Eine kleine Schar freut sich dennoch über vornehmlich aus den mittleren Werken stammende Tracks der Mannen um das einzig verbliebene Gründungsmitglied Jontho. Schade, da hatte ich etwas mehr erwartet. Das erste richtige Highlight liefern die sehr kultigen Ami-Oldschool-Deather INCANTATION ab, die seit über 20 Jahren ihren charmant stumpfen Brutalo-Death Metal unbeirrt durchziehen. Und so fräsen sich Underground-Perlen wie “The Ibex Moon”, “Primordial Domination”, “Dying Divinity”, “Devoured Death” oder “Golgotha” mit enormer Präzision und Wucht durchs Gelände. Es wird auf und vor der Bühne amtlich die Rübe geschüttelt, mitgegröhlt und abgefeiert. Hammergig!

Da kann der sehr melodische (Death) Metal der Finnen INSOMNIUM nicht mithalten, auch wenn es mal wohltuend ist, nicht nur volles Gemeter auf die Ohren zu bekommen. Der an IN FLAMES und SENTENCED angelehnte Sound der Jungs ist formidabel vorgetragen und glänzt mit einem glasklaren Sound, die leicht melancholische nordische Note verfeinert die ohnehin teils Gänsehautigen Songs (“Through the Shadows”) noch. Feiner Auftritt, der erstaunlich gut ankommt.

Noch erstaunlich geiler wird der Auftritt von TANKARD, deren Fronter Gerre uns mal wieder ein wenig nervös vor dem Gig entgegenläuft, ist ja schließlich eigentlich nicht deren Publikum hier. Dass die Jungs dennoch abräumen werden, war vorher klar, aber nicht in welchem Umfang! Ein rappelvolles Gelände und DIE Party des Festivals sorgen für einen wie angestachelt über die Bühne rotierenden Gerre, der immer nur „ihr seid soooo geil“ schreit. Man startet natürlich auch Perfekt mit Überkult namens “Zombie Attack” und “The Morning After”, damit packt man selbst die härtesten Metaller im Promillerausch! Der Mob dreht von Beginn an völlig durch, feiert auch neuere Raketen wie “Stay Thirsty!” oder “A Girl Called Cerveza” ab wie sonst was und reißt spätestens bei den Finalen “Freibier” und einem der geilsten Introriffs der Thrash-Geschichte “(Empty) Tankard” das Gelände komplett ein. Neben BOLT THROWER absolut DIE Band des Festivals und ein fulminanter Abräumergig, dem die folgenden NAGLFAR und BEHEMOTH nix entgegenzusetzen haben!

Denn so geil die Schweden NAGLFAR auch sind auf Scheibe, so statisch sind sie doch meist auf der Bühne. Klar, Bühnenaufbau, Show mit Pyros und so sind schon groß und Killertracks wie “I am Vengeance”, “Spoken Words of Venom” oder “Harvest” sind erste Sahne, aber die eher unterkühlte und zurückhaltende Performance (vor allem von Fronter Chris Olivius) der mit 2 neuen Leuten bestückten Truppe lässt den Funken nicht so recht überspringen. Musikalisch anspruchsvoll und geil, aber nix zum ausrasten.

Da sind die Polen BEHEMOTH denn doch nochmal ne Hausnummer größer. Opulente Show, optisch mal wieder der Knaller und wenn man nach geilem Intro mit einem Burner wie “Ov the Fire and the Void” losdonnert, macht man eh alles richtig. Großartiger Einstieg von Nergals Truppe. Die Lightshow kommt mächtig, Flammen werden punktgenau eingesetzt. Nach dem geilen “Demigod” haut man mit “Moonspell Rites” eine olle Kamelle raus, die sich aber ebenso passend in die Setlist fügt, wie neue Brecher der Marke “Lucifer”. Die Band agiert zwar gewohnt kühl und martialisch, aber damit besetzt man auch eine ganz eigene Nische und erweist sich einmal mehr als absolut Headlinerwürdig.

Nach diesem geilen Abschluss auf der Hauptbühne (im Zelt gab es tagsüber richtig geilen Nachwuchs zu belauschen, u.a. REVEL IN FLESH und VENENUM, zwei der größten deutschen Death Metal-Talente!) konnte man sich im Partyzelt noch gemütlich den Ausklang des PSOA 2012 geben… auf ein Neues in 2013!

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