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POTENTIA ANIMI – MYSTIGMA

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Ort: Osnabrück - N8

Datum: 08.04.2005

Am selben Tag als der Papst zum Himmel aufstieg und somit einen gewaltigen Schritt in der Karriereleiter nach oben machte, wollten sich die “unkeuschen Mönche” in Osnabrück ganz irdischen Gelüsten hingeben. Da mir ihre aktuelle Scheibe „Das erste Gebot“ gut ins Ohr gegangen war, machte ich mich auf den Weg ins ehemalige Works, wo sich insgesamt knapp 50 müde Menschlein eingefunden hatten. Aber viel mehr hatte ich bei dem Konzertüberangebot auch nicht erwartet, zudem spielen POTENTIA ANIMI trotz Mittelalterbooms einfach noch nicht in der SALTATIO/ SCHANDMAUL-Liga, bei weitem noch nicht. So wurde natürlich der kleinere der beiden Säle im N8 beschallt, zunächst jedoch galt es noch einen Opener zu überstehen: MYSTIGMA aus dem benachbarten Recke.

Die Kollegen hatte ich sogar schon einmal live gesehen, noch unter ihrem „alten“ Namen TEARS OF MYSTIGMA. Damals eröffneten sie für die CRÜXSHADOWS im Forum und konnten bei mir keine bleibenden Eindrücke hinterlassen. Nachdem ich von ein paar Anwesenden mit Anekdoten über ihre gemeinsame Schulzeit versorgt worden war, „quälten“ sich 5 Musiker auf der viel zu kleinen Bühne, die natürlich kaum Posing zuließ. Gothic Rock mit elektronischem Einschlag, so lautet wohl das Genre, und man wird demnächst bei Equinoxe Records den neuen Longplayer „Universal Surrender“ herausbringen, von dem schon einige Stücke dargeboten wurden. Was auf Platte sicher problemlos funktioniert, ist live das große Manko von MYSTIGMA: Der Sänger Torsten Bäumer kann einfach nicht vernünftig seinen Job ausüben. Weder hält er die Töne, noch besitzt er das gewisse Charisma, um zumindest damit zu punkten. Dadurch gerät die durchaus solide Instrumentalarbeit in den Hintergrund und viele der eh nicht in Scharen Anwesenden suchten ihr Heil in der frischen Abendluft. Da muss in Zukunft einfach noch mehr kommen!

Setlist MYSTIGMA
Intro/ Insomnia
Universal Surrender
Heart broken, left and thrown away
Tomorrowless
Wrong with me (for a lifetime)
Higher Circumstance
Mirrorblade
Thoughts Unspoken
Addiction
I’m in hate

Danach wurde erst einmal eine ganze Weile umgebaut und man fragte sich, was die Maskenmänner wohl für eine versaute Show bieten würden. Versaut, weil das Konzertereignis erst ab 18 Jahren freigegeben war. Aber das entpuppte sich im weiteren Verlauf des Abends als heiße Luft, nicht mal die Musiker selbst wussten, was diese Altersfreigabe sollte. So konnte es nun endlich losgehen und 4 maskierte Mönche betraten die immer noch zu kleine Bühne. Mit „Del Amina“, gleichzeitig auch der Opener der aktuellen Scheibe, gab das unkeusche Quartett eine erste Visitenkarte ab, bevor sich – Überraschung, Überraschung – 2 der Brüder auch schon ihrer Masken entledigten. Bruder Schaft und Bruder Nachtfraß waren die beiden Herren, die sich als nicht mehr allzu jung aber dafür sehr redegewandt präsentierten. Gerade zu Beginn der Darbietung wurde mehr gelabert als musiziert, was nicht immer witzig war, das änderte sich aber im Verlauf der „Andacht“. Bruder Schaft versuchte sich an Schalmei und Dudelsack, nebenbei enthüllte er, dass er aus Osnabrück stamme und eine unglückliche Jugend gehabt habe… Wahr ist auf jeden Fall, dass er unter dem Namen Phaedro auch einer weiteren Kapelle vorsteht, der Einfachheit halber PHAEDRO’S FUNERAL genannt. Bruder Nachtfraß hingegen spielte eine umgebaute E-Gitarre, die zu äußerst metallischen Klängen fähig war, wie man auch insgesamt sagen muss, dass Mittelalterpuristen hier kaum auf ihre Kosten kamen. Die Jungs spielen eher eine Art Rock mit zusätzlicher altertümlicher Instrumentierung und natürlich witzigen, anrüchigen Texten. Man konnte es sich auch nicht verkneifen, ein paar Scherze auf Kosten des Papstes zu machen, die Grufties und Metaller vor Ort werden damit keine Probleme gehabt haben. Der Schlagwerker Bruder Liebe praktizierte früher immerhin bei der Kulttruppe THE INCHTABOKATABLES, auch hier sorgte er für ordentlichen Wumms. Lediglich den vergleichsweise jungen Bassisten konnte ich nicht einordnen. Das Publikum verblieb freundlich aber doch weitestgehend reserviert, viele saßen oder standen ein gutes Stück von der Bühne entfernt. Immerhin bewegten sich ein paar Nachtschattengewächse im typischen Tanzstil und auch der Applaus war recht ordentlich. POTENTIA ANIMI könnten sicher vor vollem Haus für richtig gute Stimmung sorgen, ihre Musik ist jedenfalls dazu angetan. Dazu gab es ein paar Gimmicks wie einen Flachmann für die Zuschauer oder Bruder Schafts rasierte Beine. So spielte man sich durch das mal harte, mal traditionelle Material und kam auch noch einmal für eine sehr angenehme Zugabe heraus, die mit einem „Irischen Tanz“ beschlossen wurde. Hier gilt mal wieder das alte Sprichwort „Aller Anfang ist schwer“, aber mit weiteren Konzerten dieser Art und eventuell diversen Festivalauftritten wird man schon bald die Messe vor vollen Rängen feiern…

Setlist POTENTIA ANIMI
Del Amina
Domina
Nachtfrass
Schattentanz
Herrscher
Drei Reiter
Bettelweib
Gaudete
Bretonischer Tanz
Qui per Mundum
Gloria
Manus Ferens
Bruder Titus
Me Novarem

Jean, Jack, Nicolo (Ballade von den 3 Sündern)
Die Räuber
Anima
Irischer Tanz

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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