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POWERWOLF – MAJESTY – BATTLE BEAST – WISDOM

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Ort: Geiselwind – Music Hall

Datum: 31.10.2013

Die Wolfsnächte Tour 2012 – oh pardon, 2013! – steht an und welcher Abend eignet sich besser als Halloween? Genau das haben sich ordentlich viele Langhaar-Kuttenträger und noch mehr bleich geschminkte Gestalten in Priestergewändern wie Schafe im Wolfspelz auch gedacht. Bayern gönnt sich zudem den Luxus eines weiteren freien Tages für die anwesende Gemeinde. Mit anderen Worten also beste Voraussetzungen, um sich die Nacht mit den Wölfen heulend um die Ohren zu schlagen.
 
Doch erst mal ein Warm Up! Wahrlich der Wölfe würdige Vorturner sind für jeden Geschmack dabei. Angefangen mit WISDOM, die um 19 Uhr eine gute halbe Stunde Zeit haben, die Menge auf Betriebstemperatur zu trällern und die Stimmbänder zu ölen. WISDOM zählen zu den bekanntesten Power-Metal Vertretern Ungarns. Die neue LP “Marching For Liberty” steht seit gut 4 Wochen bereit und soll den 5 sympathischen Jungs zum lang ersehnten internationalem Durchbruch verhelfen. Bereits mit dem 2011 veröffentlichten “Judas” Album und diversen Support-Gigs unter anderem für SAXON, U.D.O. oder DORO haben sich Gábor Nagy (Gesang), Gábor Kovács (Gitarre), Mate Bodor (Gitarre), Máté Molnár (Bass) und Balázs Ágota (Schlagzeug) eine ansehnliche Fan-Gemeinde erspielt, von denen auch heute einige anwesend sind und keine Aufwärm-Übungen mehr benötigen, um die für den Gig erforderliche Energie bereit zu stellen. Mit anderen Worten, alles richtig gemacht! Dabei beweist das Management mit der Entscheidung, in Deutschland gemeinsame Sache mit POWERWOLF zu machen, ein wahrlich goldenes Händchen.

Denn Genre-technisch dem Melodic Metal zugetan, nutzen WISDOM gekonnt Power- und Speed- metallische Elemente um Ihrem Sound druckvolle Tragik zu verleihen. Freunden von RHAPSODY OF FIRE, AVANTASIA oder auch an DRAGONFORCE gefällt’s! WISDOM bleiben ihren Stärken auch bei den Songs des neuen Albums wie “War of Angels” oder “Take Me To Neverland” treu und schmettern den bereits zahlreich anwesenden, dem symphonischen Metal zugewandten Sangeswilligen ihre hymnischen Tracks entgegen. Ein Auftakt nach Maß, der die Lauscher ordentlichst auf das noch folgende Metal-Musical einstimmt. 

Setlist WISDOM
Fallin’ Away From Grace
War of Angels
God Rest Your Soul
Judas
Somewhere Alone
Take Me to Neverland
Live Forevermore
 
Nur 10 Minuten Umbaupause benötigen die emsig herumwuselnden Roadie-Bienen, um die Bühne für die Gewinner des Metal Battle Contests 2010 in Wacken herzurichten. Die Finnen BATTLE BEAST mitsamt wahlweise DORO oder KIM WILDE-Kopie Noora Louhimo zaubern glasklaren fetten 80er Jahre Metal und klingen dabei wie lang erträumte weibliche JUDAS PRIEST. Aber Moment! Hat Drummer Pyri Vikki etwa nen Zweitjob als Singing Naked Cowboy auf dem Times Square? Mhm … Kopfkino…

Was angesichts dieser Klamotte, der elektronischen Intros und des bewusst übertriebenen Posings als Parodie getarnt daher röhrt, ist vollkommener metallischer Ernst! Mastermind und Lead-Klampfer Anton Kabanen weiß die Wolfsmeute mit genial-eingängigen Melodien und Riffs zu begeistern. “Enter The Metal World”, „Out On the Streets“, “Black Ninja“ oder „Out Of Control“ – die Setlist knallt! Keine Frage – BATTLE BEAST beweisen mit diesen hochmelodischen Ohrwurm-Garanten ein gutes Gespür für mitreißende, große Refrains. Dazwischen mischt sich mit „Neuromancer“ wahrer Synthie-Pathos und erinnert an gute alte Glanzzeiten, als bunte Spandexhosen wirklich jeden Po in Form brachten. Wahrhaft meisterlich gelingt der Formation aus dem Land der tausend Seen die Transformation der 80er-Sytnhie-Metal-Hysterie in das neue Jahrtausend! Knappe 45 Minuten dauert diese Reise in die Vergangenheit und macht Lust auf die gute alte Fönwelle. Ist doch schließlich wieder modern, oder?
 
Setlist BATTLE BEAST
Let It Roar
Cyberspace
Out on the Streets
Neuromancer
Kingdom
Black Ninja
Enter the Metal World
Out of Control

Vom Synthie-Metal wieder zurück zu ordentlich viel Pathos, Ehrgefühl und Heldentum! MAJESTY are back on stage at 20:45. Die lauten „Hail To Majesty“-Rufe im Publikum beweisen auch in Geiselwind: Das MAJESTY-Lager erfreut sich zunehmender Beliebtheit! Nach der erfreulichen Rücknahme der unerfreulichen Umbenennung in „METAL-FORCE“ starteten die deutschen True-Metaller rund um Gründungsmitglied Tarek „MS“ Maghary Ende vergangenen Jahres ihre Drittkarriere und bewiesen mit „Thunder Rider“ teutonisches Chartpotential! Respekt! Nicht nur Bandleader Tarek, sondern auch seine Bandkollegen Carsten Kettering (Bass), Tristan Visser (Gitarre), Robin Hadamovsky (Gitarre) und Jan Raddatz (Schlagzeug) drücken wie gewohnt von Beginn an ordentlich auf die echtmetallische Tube. Hits wie das obligatorische „Metal Law“, „Thunder Rider“ oder „Heavy Metal Battlecry“ begleitet der Haufen begeisterter Kuttenträger vor der Bühne textsicher, ausgiebigst Haare schüttelnd und frenetisch Power-Fäuste-reckend, wie es sich für einen wahren Die-Hard-Fan gehört. Dabei mogelt sich mit „Halloween“ sogar ein Song auf die Setlist, der sonst nur aus dem heimischen Soundsystem plärrt. Ja, MAJESTY stellen fest, auch Geiselwind ist ordentlich Heavy Metal, bevor sie nach 45 spielfreudigen Minuten mit einem majestätischen „Metal Union“  den nachfolgenden Powerwölfen Platz machen. Wie gut, dass mit „Banners High“ das neue Konzeptalbum der Hymnenmeister mitsamt episch wuchtiger Songs, glorioser Vocals und unvergesslicher Riffs das Weihnachtsfest 2013 rocken wird! Aber Vorsicht! Nicht, dass beim Moshen die Haare in der Weihnachtsdeko noch Feuer fangen!
 
Setlist MAJESTY
Metal Law
Make Some Noise
Thunder Rider
Heavy Metal Battlecry
Sword and Sorcery
Halloween
Metal Union
 
21:55 – Die Stimmbänder hymnisiert, Haare und Hüfte in Form geschüttelt und das Gemüt präpariert für das Halloween‘sche Wolfsgeheul! Diverse Gestalten, die verdammt viel Zeit in ihr Kostüm investiert haben müssen, und der Rest der feierfreudigen Meute erwarten gespannt das nun anstehende metallische Musical-Comedy Event. Fehlt eigentlich nur der Reis und das Klopapier – äh … ja, das war woanders… Endlich ertönen die lang ersehnten ersten Klänge zu Lupus Daemonis und die Horde ist kaum noch zu bändigen, als Attila Dorn, die brüderlichen Gitarrenmeister Greywolf, Tastenvirtuose und Bühnenflummi Falk Schlegel sowie Trommler Roel van Helden die Bühne stürmen. Bereits im heißen Festivalsommer 2013 und besonders nach Veröffentlichung des Nummer 1 Albums “Preachers Of The Night” haben sich POWERWOLF ordentlich abfeiern lassen und das Blutbad in der Menge ausführlich genossen. Das lassen sich die fünf Charakterköpfe auch auf ihrer diesjährigen Wolfsnächte Tour nicht nehmen und geben von Anfang an Vollgas! Business as usual – würde der gemeine Kritiker nörgeln. Für derartige Verstimmtheiten bleibt im Rahmen dieser mitreißenden Metal-Messe keine Zeit. Die zahlreich anwesenden Ministranten sind zu sehr damit beschäftigt, ihren Diensten nachzukommen: ordentlich tönender Backgroundgesang, ausufernde körperliche Ertüchtigung und natürlich frenetischer Applaus zählen zu den Hauptaufgaben der Meute.

Das beantworten die Power-Metal-Granaten gern ausführlich mit den erwarteten komödiantischen Einlagen zu „All We Need Is Blood“ (Blutbeutel) oder „Resurrection By Erection“ (Ja, die Männer hatten bestimmt auch dieses Mal wieder eine Latte …). Und natürlich fehlen weder die Schminke im Gesicht und auf den Armen noch das bekannte Kathedralen-Bühnenbild. Dramaturgisch können POWERWOLF sich nicht besser in Szene setzen. Dank Dorns Stimmvolumen dringt der Volksmetall auch in die hinterste Ecke der verwinkelten Music Hall. Während im Zentrum des Geschehens Blut den Durst stillt, nutzen die metallischen Ministranten die Theken an der Bühne, um Nachschub für die trockene Kehle zu ordern. Puh! Endlich darf sich van Helden nach „Coleus Sanctus“ mal so richtig austrommeln, bevor die Wölfe mit „Kreuzfeuer“ den ersten Song in deutscher Sprache anstimmen und damit sogleich Songcontest eröffnen: welche Seite der Halle kann lauter grölen? Zu gewinnen gibt es noch mehr Blut! Mit „Lupus Die“ verabschieden sich POWERWOLF standesgemäß in die kurze Pause, nur um in der nebelumwölkten Zugabe noch einmal so richtig aufzudrehen. „In The Name Of God“ beendet nach guten 100 Minuten das Wolfs-Musical unter tobendem Geheul! Darauf ein Foto!

Fazit: POWERWOLFische Professionalität und Feierwut in perfekter Symbiose!

Sound: Nix zu meckern.
Publikum: So viele sich theatralisch windende und inbrünstig tönende männliche Metallheads gab’s selten auf einem Haufen
Vom Konzert gelernt: BATTLE BEAST! Merken!
 
Setlist Powerwolf
Lupus Daemonis
Sanctified With Dynamite
Prayer in the Dark
Amen & Attack
All We Need Is Blood
Sacred & Wild
Resurrection by Erection
Coleus Sanctus
Drum Solo (With “Painkiller” snippet by Judas Priest)
Kreuzfeuer
Werewolves of Armenia
Dead Boys Don’t Cry
We Drink Your Blood
Lupus Dei

Opening: Prelude to Purgatory
Raise Your Fist, Evangelist
Saturday Satan
In the Name of God (Deus Vult)
Wolves Against the World (Outro)

Copyright Fotos: Robert Bickerich

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