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PRIMORDIAL – MOONSORROW – MOURNING BELOVETH

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Ort: Georgsmarienhütte - Tor 3

Datum: 15.04.2006

Ein solches Pagan/ Doom/ Death-Package bekommt man ja auch nicht alle Tage zu sehen, also fein aufgemacht in die Wallachei zum Tor 3. Da der Routenplaner natürlich an einem Kreisverkehr die falsche Ausfahrt angeben musste (es war die 2., nicht die 1.), rollte ich erst zu MOURNING BELOVETH in den an eine Kneipe angegliederten Saal ein. Es zeigte sich gleich, dass auch am heutigen Abend der Tourschnitt von etwa 130-150 Besuchern pro Abend nicht getoppt werden würde. Was aber die Bands nicht davon abhielt, den enthusiastischen Bangern eine ebenso enthusiastische Performance zu bieten! Unschlagbar dabei die Jungs (+ Dame), die extra aus Aachen (!) angereist waren – 600 km für den Metal! Hut ab, es gibt ja nicht mehr viele, die für eine Band eine solche „Weltreise“ unternehmen – Hail to ya, Chris!

Und die kleine eingeschworene Gemeinde ging gleich steil bei den extrem-Death Doomstern MOURNING BELOVETH, die ihr exquisites Werk „A Murderous Circus“ vorstellten. Bei der extremen Länge der Tracks, die alle kaum unter 10 Minuten daher schleichen, konnten natürlich auch nur wenige aufgeführt werden in der zur Verfügung stehenden Dreiviertelstunde. Unter anderem kam dabei „The Apocalypse Machine“ zum Zuge, und obwohl wir es hier mit zähflüssigen Doom Death-Sounds à la MY DYING BRIDE zu tun haben, ging die Band um Fronter Darren ziemlich gut ab. Sichtlich angetan von den Reaktionen der Fans, gaben die Herren alles. Das Stageacting ließ auf der kleinen Bühne nichts zu wünschen übrig, kein Wunder, musiziert man doch schon seit 1992 zusammen und produzierte in dieser Zeit drei Kleinode, die sich kein Freund solch extremer Sounds entgehen lassen sollte. Voller Erfolg also dieser Gig!

Musikalisch etwas fröhlicher zur Sache ging es dann bei den Finnen MOONSORROW, die mit ihrem Pagan/ Folk-Nordlandmetalmischmasch voll abräumen konnten. Die haben es immerhin schon zu vier CDs gebracht in nur 5 Jahren. In der guten Stunde Spielzeit bot man einen Querschnitt aus diesen Veröffentlichungen. Die finnischen Songtitel aufzuführen, brächte wohl wenig, ob nun „Jotunheim“ von der aktuellen CD „Verisäkeet“ oder irgendein anderer Track gezockt wurde, war der Meute eh egal. Die ging zu allen Songs ab und machte Lärm für 500 Mann! Auch MOONSORROW ließen sich davon anstecken und präsentierten einen energiegeladenen Gig. Fronter Ville Sorvali hatte die Bangerschar voll im Griff. Auch die Länge einiger Songs, die ja gerne mal die 8-Minutenmauer knacken, fiel nicht weiter ins Gewicht. Somit ebenfalls ein voller Erfolg für die Nordmänner, von denen wir im Zuge der FINNTROLL-Erfolge noch einiges hören werden.

Danach war es an den Iren PRIMORDIAL, den Versammelten den Rest zu geben. Und den gaben sie ihnen, mit voller Inbrunst! Bereits seit Ende der 80er ziehen sie ihr Ding kompromisslos durch. Die aktuelle 6.CD „The Gathering Wilderness“ kam gerade auf Metal Blade heraus, so dass nach all den Jahren endlich mal ein größeres Forum zur Verfügung steht, was sich auch in zahlreicheren Live-Auftritten niederschlägt. Die gut 90 Minuten wurden dann auch hauptsächlich mit Material von eben jener Scheibe gefüllt. Und die vollversammelte Menge vor der Bühne (die hintere Hälfte des Saals war komplett leer) feierte jeden Song nach allen Regeln der Kunst ab. Ob nun „The Golden Spiral“, „The Song of the Tomb“ oder „The Coffin Ships“, jeder Track wurde gierig aufgesogen. Fronter Nemtheanga wirbelte wie ein Derwisch über die Bühne und hielt zwischen den Songs das eine oder andere Pläuschchen mit den Fans ab. An seiner Stimme scheiden sich freilich die Geister, ebenso an seiner martialischen Optik, aber das gibt der Band auch ein gewisses Etwas. Seine Performance tut das sowieso. Der Pagan/ Deathmetal (oder wie auch immer ihr das nennen mögt…) erinnerte manchmal ein wenig an SUIDAKRA, die ja ebenfalls ihre feste Fanbasis haben, aber wohl auch nie die große Menge begeistern werden. Solange man sich aber auf seine Fans verlassen kann, macht das ja auch nix. PRIMORDIAL spielen lieber vor 100 „echten“ ausrastenden Besuchern als vor 800, von denen dreiviertel nur rumstehen. Schade nur, dass ein solches Engagement dann nicht von mehr Leuten honoriert wird. Aber die Zeichen für Bands wie PRIMORDIAL stehen besser denn je derzeit. Die Band wurde sogar zweimal auf die Bühne zurückgeholt, so dass die Glückseeligen erst um halb eins in die Nacht entlassen wurden, nach einem alles zerstörenden „To Enter Pagan“.

Geiles Konzert mal wieder von den Burning Stage-Herren, der Sound war bei allen Bands fit. Lediglich beim Licht musste man natürlich auf Grund der beengten Bühnenverhältnisse Abstriche machen, aber das schmälerte diesen vorzüglichen Abend nur unwesentlich.

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