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REGICIDE

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Ort: Osnabrück - Rosenhof

Datum: 17.11.2006

Ein besonderes Konzert war für den Rosenhof angekündigt worden oder eher: An der ein oder anderen Stelle wurde dafür geworben. Eigentlich viel zu wenig, denn die Band, die auftreten wollte, sollte an diesem Abend nicht nur ein Fast-Heimspiel haben, sondern auch ein paar besondere Highlights bieten. Die Oldenburger REGICIDE wollte ich mir ansehen, das vierte oder fünfte mal – aber das erste Mal mit Chor.

Aber der Chor sollte nicht das einzige sein, was an diesem Konzertabend anders werden sollte als an anderen. Zunächst betrat man den Rosenhof und wurde gleich auf einige professionell aufgestellte Bilder aufmerksam. Die waren zwar nett genug, um einmal drum herum zu gehen, danach begann allerdings der zähe Teil des Abends. Es füllte sich eigentlich recht schnell, was auch an der 3 Seiten langen Gästeliste gelegen haben mag, so dass man letztendlich nicht wirklich sagen kann, wie viele der Anwesenden wirklich zahlendes Publikum waren – Heimspiel, wie gesagt, von Oldenburg nach Osnabrück gelangt man ja recht schnell. Angekündigt war ein Beginn um 19.30 Uhr – nur dass zu diesem Zeitpunkt erst der Einlass stattgefunden hatte. Um 20 Uhr – so ging dann das Gerücht – sollte es losgehen. Ging es auch – allerdings anders als geplant. Denn zunächst bekam man eine 45minütige Show mit Bildern des Fotografen zu sehen, der auch die Bilder aus Vernissage ausgestellt hatte: Michael Stange. Aber nicht nur die Bilder im Rosenhof, auch die aktuellen REGICIDE-Pressebilder stammen aus seiner Kamera. Nun mag ich ja sowieso kein großer Kunstfan sein, aber auf die 45 Minuten noch mal 10 folgen zu lassen, inklusive irgendwie sehr schräger Musik, nervte vermutlich inzwischen die meisten Anwesenden, nicht nur mich. Darauf folgten noch einmal 10-15 Minuten mit den Pressebildern von REGICIDE; auch mit Musik unterlegt, unter anderem den Klängen von „This unpredictable life“. Und hier wurde das Auditorium nicht nur aufmerksamer, man konnte auch bei den Bildern so etwas wie eine Verbesserung sehen: Die Aufnahmen waren wesentlich ausdrucksstärker als die vorherigem, was auch am anderen Hintergrund (wenige Studioaufnahmen und viele mit Naturkulisse) liegen mag. Klar, ein wenig Promotion schadet nie, aber ich kam mir ein wenig vor wie im Kino, wenn der Film erst nach 2 Stunden Werbung beginnt..

Dann aber kam das, worauf eigentlich alle gespannt warteten: Hinter der Leinwand, die ausgeklappt worden war, stellte sich der angekündigte Chor auf, die Leinwand wurde hochgefahren und die Sänger stimmten an. Nach einem Intro kamen die Musiker von REGICIDE auf die Bühne, und so legten sie dann mit „An embracing Space Part I“ los, machten mit Part II und III weiter, immer begleitet von dem zugegebenermaßen sehr guten aber optisch recht durchmischten Chor. Zum vierten Titel „Pirates“ verließen Sängerinnen und Sänger die Bühne, und REGICIDE legten in gewohnter Power los. Nicht nur bei „Forgotten promises“ trug Powergeigerin Nicola ein perfektes Geigenspiel vor, auch bei allen anderen Songs kam das einzige klassische Instrument gewohnt intensiv zum Einsatz. Jan und Malte verausgabten sich wie immer an Gitarre und Bass bis zum letzten – immer untereinander und mit den anderen Mitgliedern der Band tänzelnd, spielend und rockend. Und die Norddeutschen zeigten, wie viele Gesichter sie wirklich haben, die man bei kürzeren Konzerten gar nicht wahrnimmt: Zwischen Rock und Metal pendeln sich ja viele ihrer Songs ein, aber auch leise können REGICIDE: Beim fast schon mystischen „Lonely Voices“ oder vor allem bei „Along the way“ zeigen Frauke, Timo und die anderen ihre ruhige Seite. Aber auch das sehr rockige und zum Mitsingen verleitende „The hanger on“ durfte nicht fehlen, und dass Timo fast eine böse Metaller-Stimme hat und somit fast grunzen kann, bewies er bei „Mastery Demise“. Eine interessante Info für Fans und alle anderen begeisterten ist sicherlich, dass REGICIDE sich momentan wochenendlich im Studio einschließen, um ihr drittes Album aufzunehmen. Ich jedenfalls bin gespannt.

Irgendwie war es auch ein Abend der kleinen Pannen: Von den üblichen anfänglichen, kaum hörbaren Tonproblemen mal abgesehen war Timo mit seinen Ansagen irgendwie nicht so ganz auf dem laufenden. Hatten REGICIDE gerade „Break the silence“ gespielt und kündigte er an, dass nun der Song folgen solle, der dem letzten Album den Namen gegeben hatte – da horchten doch einige Fans merklich verwirrt auf, als darauf „Viorus“ folgte. Aber nicht nur das, als bei der ersten Zugabe der Chor wieder die Bühne betrat und sich bereit machte, um beim letzten Stück noch einmal mitzusingen, bedankte er sich vor dem wirklich letzten Lied bei der Crew, bei allen, die geholfen hatten, den Abend zu ermöglichen, also auch dem Chor der Universität Oldenburg.. UPS! War doch wohl der Chor der Universität Osnabrück gewesen… Auch Frauke blieb nicht verschont, als sie sich zu „Along the way“ hinsetzen wollte, gerade im Begriff war, dies zu tun und sofort wieder aufsprang mit „Oh ich glaub, mein Rock ist zu kurz…“. Oder, als während des Liedes anscheinend die Batterie ihres Geräts ausgetauscht werden musste, der Techniker daran herumfummelte und sie zu lachen begann und kicherte „Das kitzelt..“. Allerdings sorgten sämtliche kleine Pannen zu rasendem Applaus – nobody is perfect, und das macht sympathisch.

Ein großes Lob an den Rosenhof und an die Crew auch von mir, denn die Ausleuchtung der Bühne war nahezu perfekt. So wurden REGICIDE und Chor in unterschiedlichen Farben beleuchtet und die Scheinwerfer passten sich der Musik magisch an – das einzige, was man vielleicht bemängeln könnte, ist, dass man das Publikum nicht all zu oft blenden sollte (das nervte dann doch ein wenig..). Kurz zusammengefasst könnte man sagen: Selten hat ein Konzertabend dermaßen öde begonnen… und noch nie habe ich so ein geniales REGICIDE-Konzert gesehen! Frauke sollte öfter kurze Röcke tragen, das war schon sehr nett anzusehen, und die Mischung aus beiden Alben in fast 2 Stunden (!) Konzert ist einfach perfekt gelungen. Das zum humanen Eintrittspreis von ca. 9 Euro (!!) und für Studenten sogar noch ermäßigt – Hut ab und: Dankeschön!

Setlist
An Embracing Space Part I
An Embracing Space Part II
An Embracing Space Part III
Pirates
Forgotten Promises
This Unpedictable Life
Biography
Break The Silence
Viorus
Lonely Voices
Funeral Of Tears
Mastery Demise
Plastic Dove
Along The Way
A World Without Oceans
The Fragrance
The Hanger On
Behind The Eyes
Perfect Strings

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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