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RISE AGAINST – ARCHITECTS – TOUCHÉ AMORÉ

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Ort: Dortmund - Westfalenhalle

Datum: 01.03.2012

RISE AGAINST ist eine dieser Bands, die man in kleinen Clubs als mitreissende Live-Combo kennengelernt hat und bei deren Namen man nicht als erstes an große Hallen oder Stadionrock denkt. Doch RISE AGAINST haben sich über die Jahre kontinuierlich an die Spitze des Punkrocks gespielt und so sind auch die Konzert-Locations immer gößer geworden, so dass man nun in den ganz großen Hallen der Republik angekommen ist und den Tourauftakt in Deutschland am letzten Donnerstag in der Dortmunder Westfalenhalle bestreitete. Schon lange vor dem für 19.30 Uhr angekündigten Beginn war die Halle komplett gefüllt. Der Innenraum war eh ausverkauft, nochmal im ersten Viertel mit einem gesonderten Wellenbrecher abgetrennt, und wer in den Bereich direkt vor der Bühne kommen wollte, der musste an diesem Abend schon früh gekommen sein, denn diese Plätze waren sehr begehrt.

Doch auch die Tribünen der Westfalenhallen waren bestens gefüllt, viele freie Plätze nicht mehr vorhanden, und so startete mit TOUCHE AMORE die erste Band des Abends vor voller Halle und dem neugierigen Blick der Anwesenden. Für die noch relativ junge Band aus Kalifornien musste die prall gefüllte Halle sicherlich beeindruckend gewesend sein, gerade wenn man bedenkt, dass TOUCHE AMORE noch am Tag zuvor auf der kleinen Bar-Stage des Skaters Palace in Münster aufgetreten waren. Doch davon liess sich die Band offensichtlich nicht beeindrucken, gab wie gewohnt Gas und ballerte ihre Version von Post-Hardcore in die Menge, die von Anfang an begeistert mitmachte und jeden Song mit ordentlichem Applaus bedachte. 30 Minuten Spielzeit reichten für eine ansehnliche Auftakt-Show, an deren Ende sich etliche Zuschauer sogar erstaunlich textsicher zeigten und lauthals mitsangen. TOUCHE AMORE haben den momentanen Hype um ihre Band und ihrem 2011 erschienenden Album „Parting the scene between brightness and me“ durchaus verdient.

Nach nicht einmal einer halben Stunde ging es weiter mit den ARCHITECTS, die noch eine Schüppe Kohle mehr ins Feuer warfen, die Lautstärke etwas höher drehten und den Energielevel ebenfalls. Direkt zum ersten Song „Devils island“ forderte Sänger Sam Carter einen Circle Pit, zum zweiten Song „Early grave“ sogar bereits eine Wall of Death. Beides bekam er vom überwiegend jungen und feierwütigen Publikum ohne Umschweife geliefert. Erste Bedenken, ob eine Metalcore Band wie die ARCHITECTS sich als Support für RISE AGAINST bewähren würden, waren hinfällig, das Publikum macht in den knapp 40 Minuten Spielzeit hervorragend mit und klatschte und sang lauthals (fast) alle Songs mit. Als Carter dann beim vorletzten Titel „Day in day out“ zum Crowdsurfen aufforderte, kriegten die Securitys auf einmal richtig viel zu tun, als Dutzende Körper über die Fans gen Bühne transportiert wurden. Ein durchaus beeindruckender Auftritt der ARCHITECTS.

Setlist ARCHITECTS
Devil´s island
Early grave
Stay young forever
These colours don´t run
Learn to live
Delete rewind
Red eyes
Detroned
Day in day out
Follow the water

Die Frage war, ob das Publikum. nachdem es bei beiden Vorbands schon so hervorragend mitgemacht hatte. überhaupt noch Energie für den Headliner übrig haben würde. Diese Sorge allerdings stellte sich, sobald die Lichter ausgingen, als völlig unbegründet heraus, denn sofort erschallten lauthals die „RISE“-Rufe! Für eine Show dieser Dimension war die Bühne erfreulich schlicht gehalten. Lediglich ein großes Backbanner in Form eines Auges, in dessen Pupille sich ein Arm mit geballter Faust reckte. Ebenfalls gab es 4 kleinere LED-Wände, auf denen zum Intro Ausschnitte aktuellen Weltgeschehens, politischer Unruhen, menschlicher Ungerechtigkeit aber auch von Tierquälerei gezeigt werden. RISE AGAINST sind seit jeher eine politische Band und setzten sich ebenfalls schon immer für Tierrechte ein, weshalb an diesem Abend auch die Tierschutzorganisation Peta einen Informationsstand in der Halle hatte. Dann kam die Band auf die Bühne und die Halle stand Kopf. Ab dem ersten Ton von „Survivor guilt“ waren die Zuschauer auch auf den Tribünen aufgesprungen, spätestens bei „Ready to fall“ sang alles mit. RISE AGAINST zeigten sich von Anfang an agil, füllten die große Bühne allein durch ihre Energie und ihren Bewegungsdrang aus und brauchten nicht mehr als ihre Songs um das Publikum gefangen zu nehmen und mitzureissen.

Große Ansagen oder Aufforderungen waren überhaupt nicht notwendig, bei „Help is on the way“ bildeten sich ganz voll allein ein großer Circle Pit im Bereich vor der Bühne und 2 kleine jeweils rechts und links hinter dem Wellenbrecher. Nach „Drones“ erschien auf den LEDs das Wort „RISE“, sofort gab es wieder Sprechchöre und dann die Frage von Sänger Tim McIlrath, wer alles noch zur Schule ginge. Das waren im Innenraum gefühlte 2/3 des Publikums, auf den Tribünen erwartungsgemäß viel weniger. Nach einer kurzen Ansprache, wie wichtig Bildung sei, folgte passend „Re-Education (through labor)“. Insgesamt fiel bei RISE AGAINST überaus angenehm auf, dass sie mit ihren Songs wichtige Themen ansprechen und ihren Fans durchaus die Augen öffnen wollen, man hatte aber nie das Gefühl, bekehrt zu werden oder die Meinung der Band aufgezwungen zu bekommen. RISE AGAINST trauen ihren Fans das eigenständige Denken durchaus zu und gestehen ihnen eine eigene Meinung zu. Dann ein lauter Knall, das Backbanner fiel und enthüllte ein Neues mit dem Cover der aktuellen CD „Endgame“ und passenderweise folgte nun „Satellite“, das lauthals mitgesungen wurde. Auch bei seinen Supports bedankte sich RISE AGAINST und widmete den Song „Paper wings“ TOUCHE AMORE.

Als nach dem ebenso grandiosen „Prayer oft he refugee“ die Band nach einer guten Stunde die Bühne verliess, war klar, dass dies noch nicht alles gewesen sein konnte und lauthals wurden die Zugaben verlangt. Diese erfolgten jedoch zunächst alles andere als lautstark, denn Tim kam zunächst alleine und nur mit einer Akustik-Gitarre zurück auf die Bühne, performte „Audience of one“ und „Swing life away“ und bewies, dass RISE AGAINST auch leise und nachdenklich funktioniert. Besser ging’s natürlich mit der gesamten Band, die bei „Make it stop“ zurück auf die Bühne stürmt und diese nach „Give it all“ zunächst wieder verliess. Doch das Publikum erwies sich als äußerst zäh und konnte an diesem Abend einfach nicht genug bekommen, so dass RISE AGAINST noch einmal zu einem letzten Zugabenblock auf die Bühne zurückbeordert wurden und dann mit „Savior“ einen wirklich überzeugenden 90-minütigen Gig beendeten.

Setlist RISE AGAINST
Survivor guilt
Ready to fall
Collapse (Post-Amerika)
The good left undone
Broken english
Help is on the way
Disparity by design
Drones
Re-education (through labor)
Blood to bleed
Satellite
Paper wings
Prayer of the refugee

Audience of one (acoustic)
Swing life away (acoustic)
Make it stop (September´s children)
Give it all

Midnight hands
The strength to go on
Savior

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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